Rund 20 Mitglieder und sonstige Interessierte folgten am 18. März der Einladung des Arbeitskreises Main-Kinzig der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) zu seiner Arbeitskreissitzung.
Rund 20 Mitglieder und sonstige Interessierte folgten am 18. März der Einladung des Arbeitskreises Main-Kinzig der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) zu seiner Arbeitskreissitzung.
Zu dieser konnten der Avifaunareferent der HGON Stefan Stübing und der ehemalige Vorsitzende der HGON und jetzige Vorsitzende des Dachverbands deutscher Avifaunisten (DDA) Dr. Tobias Erik Reiners als Referenten zum bundesweiten Beobachtungsprojekt Atlas der deutschen Brutvogelarten „ADEBAR 2“ gewonnen werden. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen, methodische Grundlagen sowie Möglichkeiten zur Mitarbeit.
ADEBAR 1 erfasste in den Jahren 2005-2009 den Bestand und die Verbreitung der Brutvögel in Deutschland. Seitdem gab es gravierende Veränderungen, durch das allgemeine Artensterben und den Klimawandel, so dass nun im Zeitraum von 2024 bis 2029 die Neuauflage ADEBAR 2 erstellt wird. Ziel ist es, belastbare Daten zu gewinnen, um Veränderungen in der Vogelwelt zu dokumentieren und gezielte Schutzmaßnahmen zu ermöglichen. Hintergrund sind teils erhebliche Bestandsrückgänge vieler Arten in den vergangenen Jahrzehnten.
„Wir sehen deutliche Veränderungen in der Vogelwelt – sowohl positive Entwicklungen bei einzelnen Arten als auch teils dramatische Rückgänge“, erläuterte Dr. Tobias Erik Reiners. „Mit ADEBAR 2 schaffen wir die Grundlage, um diese Entwicklungen wissenschaftlich fundiert zu bewerten.“ Während der Sitzung wurden die Kartiermethoden vorgestellt, darunter die systematische Erfassung in sogenannten Messtischblatt (MTB)-Vierteln sowie die Nutzung digitaler Anwendungen zur Dateneingabe. Ergänzend wurden neue Werkzeuge wie ein interaktives Dashboard und aktualisierte Kartierhilfen präsentiert.
Auch der praktische Aufwand wurde thematisiert: Für eine belastbare Datengrundlage sind pro Kartierfläche mehrere standardisierte Begehungen notwendig, die über die gesamte Brutsaison verteilt stattfinden. „Die Qualität der Daten hängt entscheidend vom Engagement der Kartierenden ab“, betonte Stefan Stübing. „Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Ehrenamtliche mit großem Einsatz dabei sind – das ist eine zentrale Stärke dieses Projekts.“
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Beteiligungsmöglichkeiten. Interessierte können sich an der Kartierung beteiligen, eigene Flächen übernehmen oder Beobachtungen ausgewählter Arten melden. Die Daten fließen in die bundesweite Auswertung ein und leisten einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz. Die Veranstaltung verdeutlichte das große Interesse am Thema Vogelschutz in der Region. Der Arbeitskreis Main-Kinzig der HGON ruft weitere Interessierte zur Mitarbeit auf. Einige MTB-Viertel im Main-Kinzig-Kreis, vor allem im Norden sind noch unbesetzt.
Mitmachen: Mitmachen kann jeder, der einige Vogelarten sicher erkennen kann und sich die Zeit nimmt, sie auf einer selbst bestimmten Fläche zu zählen. Das kann eine Zählung der besetzten Nester von Mehlschwalben an den Gebäuden entlang einer Straße, von Rauchschwalbennestern in einem Pferdestall oder Bauernhof, die Erfassung der Turmfalken in einer Ortschaft oder, bei fortgeschritteneren Kenntnissen, die der Spechte, Greifvögel oder Eulen in einem Waldgebiet. Gemeldet werden die Beobachtungen über das online-Portal www.ornitho.de, in dem Interessierte auch alle weiteren Vogelbeobachtungen eintragen können. Fragen beantwortet Andreas Höfler unter 0151-53706320
Weitere Informationen zur Teilnahme an ADEBAR 2: https://adebar.ddaweb.de/mitmachen/jetzt-mitmachen

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