Die Fußballweltmeisterschaft in diesem Jahr zeigte uns die schönen Seiten Brasiliens.
Die Fußballweltmeisterschaft in diesem Jahr zeigte uns die schönen Seiten Brasiliens.

Daran knüpfte Pfarrer Schwarz an, als er im Familiengottesdienst zu Beginn des Erntedankfestes in Rodenbach das neue Hungertuch der diesjährigen Aktion „Brot für die Welt“ vorstellte. Dieses Tuch hat der brasilianische Künstler Marcos Xenofonte für „Brot für die Welt“ gemalt. Er hat das monumentale Fußballstadion von Rio de Janeiro und die beeindruckende Natur Brasiliens dargestellt. Die Gottesdienstbesucher sahen auf dem Tuch auch die tropischen Hölzer und die Sojabohnen, wie sie als Exportgüter Brasilien verlassen. Ein Leopard mit Tränen in den Augen und ein brennender Tukan beklagen die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes. Menschen demonstrieren für ihre Grundrechte, für Brot und Ausbildung. Anteil nehmen an der Not anderer Menschen und mit ihnen teilen und dadurch „danke“ sagen für das, was wir haben und es zum Teil im Überfluss haben, das war der Sinn des Rodenbacher Erntedankfestes. Das kam in den gottesdienstlichen Gebeten zum Ausdruck und dann ganz praktisch auf der Kirchstraße, denn der Erlös aus dem Verkauf von Essen und Trinken, Flohmarktartikeln, fair gehandelten Waren aus dem Weltladen und Handarbeiten ging an die Aktion „Brot für die Welt“, um Projekte zur Selbsthilfe in vielen Ländern, in denen Not herrscht, zu unterstützen. 8200 Euro kamen dafür zusammen. Unter den verkauften Sachen waren auch die etwa 40 Brote, die Bäckermeister Briegel mit neun Konfirmandinnen und Konfirmanden am Tag zuvor in seiner Backstube gebacken hatte.
Ein Höhepunkt des Festes war das Theaterstück des Kinderkirchenteams „Turmbau zu Babbel“ in der Kirche. Hier griffen die Jugendlichen noch einmal das Thema Fußballweltmeisterschaft in Brasilien auf und berichteten von Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, weil an deren Stelle ein neues Fußballstadion gebaut wurde. Ähnlich war es schon in biblischen Zeiten, als die Menschen einen Turm bauten, um Gott näher zu kommen und sich selbst einen großen Namen zu machen. Dabei geschah es dann, dass Gott ihnen viele verschiedene Sprachen gab. Und so werkelte jeder der Arbeiter auf der Bühne vor dem Altar vor sich hin, ohne dass sie einander verstehen konnten. Wenn einer was „babbelte“ auf Englisch oder Französisch, Italienisch oder Hessisch, antworteten die anderen: „Häh?“ Als aber einer der Arbeiter das deutsche Wort „Feierabend!“ rief, verstanden alle und ließen ihr Werkzeug fallen. Durch das gegenseitige Nicht-Verstehen geriet der Turm sehr wackelig und stürzte am Ende zusammen.
Verstanden haben sich die zahlreichen Erntedankfestbesucher, die bei sonnigem, spätsommerlichem Wetter auf der für den Autoverkehr gesperrten Kirchstraße an langen Tischen saßen, an denen fast kein freier Platz mehr zu finden war, und die große Gemeinschaft genossen. Das Jugend-Blasorchester und die Hasselrother Hausmusik sorgten für musikalische Unterhaltung.
Der Kirchenvorstand dankte herzlich den ehrenamtlichen Helfern, die schon am Samstag Tische und Stühle in eine Scheune in der Kirchstraße brachten, die am Sonntagmorgen in aller Frühe mit anpackten, die Kuchen gebacken und Würstchen gegrillt hatten, die vielen Stände betreuten und am Schluss aufräumten. Durch die Mithilfe der Konfirmanden, unterstützt durch zahlreiche Eltern, war der Auf- und Abbau viel schneller erledigt als in den vorigen Jahren.
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