Unterwegs im historischen Rodenbach

Rodenbach

Eine gute Idee wurde von Christel und Detlef Werner  in die Tat umgesetzt.

Autohaus Koch

dvdrodendvdroden1Die beiden Hobbyfilmer haben einen Videofilm mit dem Titel: „Unterwegs im historischen Rodenbach“ gedreht und mit Unterstützung vom Rodenbacher Geschichtsverein besprochen. Mit dem Film wurde eine weitere gute Tat verwirklicht. Der Film auf DVD kann gegen eine Spende von mindestens 10 Euro zu erworben werden. Die Spende wird ohne Abzüge in voller Höhe zur Renovierung der historischen Orgel, die im Jahr 1765/66 vom Orgelbauer Johann Friedrich Syer geschaffen wurde, verwendet! Bei der „Filmpremiere“ wurden die Besucher der Filmpremiere in der übervollen Evangelischen Kirche in Niederrodenbach   von Christel und Detlef Werner auf eine fast 1.000-jährige Zeitreise mitgenommen.

Pfarrer Heinrich Schwarz begrüßte die zahlreichen und erwartungsvollen Besucher mit der humorvoll gemeinten Worten „ja ist denn heute Weihnachten?!“ und kündigte zwei Jubiläen an: Im Jahr 2015 wird daran erinnert, dass vor 250 Jahren das erste Kirchengebäude erstellt und im Folgejahr 2016 die historischen Syer-Orgel vor 250 Jahren in Betrieb genommen wurde. Bezirkskantorin Rike Alpermann-Wolf stimmte das Publikum auf der Syer-Orgel auf den Film ein und spielte zum Abschluss der  Filmpremiere noch einige Lieder. Lang anhaltender Beifall war der Dank für die Filmemacher und die Musikerin in der Evangelischen Kirche. In einer Schenkungsurkunde wird Rodenbach im Jahr 1025 erstmals urkundlich erwähnt und ab diesem Zeitpunkt beginnt der rund 65-minütige Video-Film, den die beiden Rodenbacher erstellt haben. Der Name Rodenbach wurde wahrscheinlich abgeleitet von „Rodung am Bach“ und dem kleinen Bach, der von Oberrodenbach nach Niederrodenbach fließt, hat man diesen Namen gegeben.

Hierzu gibt es aber auch eine Version von der Sängervereinigung Oberrodenbach, die auf eine Sage von Barbarossa zurückgreift. Der Rundgang beginnt in Oberrodenbach und von dort berichten die Filmautoren über das Quellgebiet des Rodenbaches, den Turnverein Oberrodenbach, gegründet 1887, das Straßenschild „Alter Kirchpfad“, die Sängervereinigung Oberrodenbach, die kath. Kirche St. Peter und Paul, die ehemalige kleine Kapelle mit Friedhof auf dem Grundstück des heutigen Pfarrheimes, das Jahr 1628 bei dem11 Oberrodenbacher dem Hexenwahn zum Opfer fielen und verbrannt wurden. Weiter über den Schützenhof, Begegnungsstätte für „Jung und Alt“,  die vier Bildstöcke, die traditionelle Fronleichnams-Prozession, die Freizeitanlage „Rodenbachtal“ und die Hainmühle die im Jahr 1711 erstmals erwähnt wurde.

Sie folgten dem Rodenbach vom Quellgebiet in Oberrodenbach, sind dort auf der Suche nach der historischen Vergangenheit und kommen durch das Rodenbachtal  nach Niederrodenbach. In Niederrodenbach begrüßen die Störche auf dem alten Wehrturm - man kann schon sagen: es ist auch ein historisches Ereignis, wenn nach rd. 50 Jahren wieder ein Storchenpaar in Rodenbach brütet - sie wollen sicherlich bei der 990-Jahrfeier dabei sein!  Bis hier sind sie dem Rodenbach gefolgt, doch nun trennten sich die Wege. Der Rodenbach verläuft in Richtung Kinzigaue,  vereinigt sich mit der Lache und gemeinsam suchen sie ihren Weg zur Kinzig. Am alten Wehrturm beginnt der Rundgang durch das historische Niederrodenbach mit einem Bericht über   die Wehrmauer, die Unterpforte,  den „gemeinen Bäcker“, die Hoftore mit den Ochsenköpfen und das älteste Haus, erbaut um 1605.

Dann beginnt der Rundgang durch das historische Niederrodenbach an der Kirchstraße. Hier dominiert die Evangelische  Kirche, die  im kommenden Jahr auf eine 250-jährige Vergangenheit zurück blicken kann. Bereits 1241 wird in einer Chronik von einer „Capella de Rodenbach“ berichtet und  1337 von einer Michaelskirche. 1493, ein Großbrand legte alles - auch die Kirche - in Schutt und Asche. 1527 trat Pfarrer Weinbrenner sein Amt in Niederrodenbach an, die Kirche wurde evangelisch. 1606, 18 Monate wütete die Pest, ein neuer Friedhof wurde angelegt. Die Kirche musste in den nächsten Jahren schwere Zeiten überstehen, es tobte der 30-jährige Krieg, 1621 kamen die Reiter des Feldmarschalls Tilly - es wurde geplündert,  gemordet und zerstört. Die Rodenbacher flüchteten mit ihrem Pfarrer nach  Hanau. 1648 konnte die letzte noch vorhandene Glocke die Heimkehrenden begrüßen. 1763, letzter Gottesdienst, die Kirche wurde abgebrochen. 1765, eine neue Kirche wird gebaut. Die Reformation veränderte auch den Kirchenbau und es entstand eine typisch reformierte Predigtkirche. Im 2. Weltkrieg wurden die Glocken eingeschmolzen. 1958, bei einem Sturm drohte der Turm einzustürzen. 1995 musste der Dachstuhl renoviert werden. 1999, der Kirchturm wurde total renoviert. Seit der letzten Sanierung kann der Turm bestiegen werden und es ist ein überwältigender Ausblick auf Rodenbach möglich.

In der Kirchstraße in der damaligen Gaststätte „Zur Krone“, wurde im Jahr 1887 der Gesangsverein Sängerlust gegründet, aus dem später der Volkschor hervorging, der in der Kirche einen Gesangsvortrag darbietet. Nach dem langen Rundgang endet der Rundgang in der Gaststätte „Schützenhof“ hat im alten Ortskern.

Filmvorführung am 6. November

Wer nicht Premiere kommen konnte, hat die Möglichkeit, den Film am Donnerstag, 6. November, um 19:30 Uhr im Schützenhof Oberrodenbach anzuschauen.

Foto: Detlef Werner (links) präsentierte in der vollbesetzten  Evangelischen Kirche in Niederrodenbach den Besuchern den Video-Film „Unterwegs im historischen Rodenbach“. Pfarrer Heinrich Schwarz dankte für die Idee und den Spendenaufruf für die historische Syer-Orgel.

Text und Fotos: Anton Hofmann


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