Rodenbach: 35.000 Euro staatliche Förderung für Hausarztpraxis

Landrat Thorsten Stolz (links) und Bürgermeister Klaus Schejna (rechts) haben Dr. Yogesh Arora und sein Team zur Eröffnung der Rodenbacher Zweigpraxis besucht. Bild-Quelle: Kreispressestelle

Niederrodenbach

Die überörtliche Gemeinschaftspraxis der beiden Allgemeinmediziner Dr. med. Yogesh Arora und Dr. Sarabjeet Singh wurde in diesem Jahr aufgelöst, beide leiten laut einer Mitteilung aus der Kreisverwaltung ihre Hausarztpraxen jetzt unabhängig voneinander. Demzufolge behandelt Dr. Singh die Patienten am bisherigen Standort im Rodenbacher Ortsteil Niederrodenbach, Dr. Arora hat neben dem ebenfalls bisherigen Standort in Freigericht-Neuses zum 1. Oktober 2025 eine weitere Praxis in Niederrodenbach eröffnet. Dafür erhielt er staatliche Fördermittel in Höhe von 35.000 Euro.

Für Arora ist es bereits die zweite Förderung: Gemeinsam mit Singh übernahm er 2019 in Neuenhaßlau die Praxis von Dr. Heinz Hauke, der sich in den Ruhestand verabschiedete (wir berichteten). Der Main-Kinzig-Kreis unterstützte diese Praxisübernahme mit 30.000 Euro, auch die Gemeinde Hasselroth leistete einen finanziellen Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro. Allerdings wurde die Praxis in Neuenhaßlau nach zwei Jahren wieder geschlossen, weil laut Angaben der Mediziner auf dem Arbeitsmarkt keine weiteren Ärzte zu finden waren (wir berichteten). Die Patienten wurden auf die Standorte der überörtlichen Gemeinschaftspraxis in Freigericht und Rodenbach verwiesen, die ehemalige Hauke-Praxis in Neuenhaßlau ist inzwischen dauerhaft geschlossen.

Der Abschied aus Neuenhaßlau hatte für die beiden Mediziner keine finanziellen Folgen: „Laut der Förderrichtlinie müssen Förderungen zurückgezahlt werden, wenn die Maßnahme nicht für mindestens ein Jahr ausgeübt wurde. 2019 wurde die Förderung für die Gründung der Zweigpraxis sowie die Anstellung eines Arztes bewilligt. Zu diesem Zeitpunkt schien die Versorgung gesichert zu sein. Nach der Kündigung des angestellten Arztes hat sich die Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) bemüht, einen weiteren Arzt/Ärztin zu finden, jedoch ohne Erfolg. Aus Personalmangel musste die BAG die Zweigpraxis daher schließen“, heißt es dazu aus der Kreisverwaltung.

Für die Eröffnung einer neuen Zweigstelle in Niederrodenbach hat Dr. Arora nun erneut staatliche Fördermittel erhalten: 30.000 Euro vom Main-Kinzig-Kreis und 15.000 Euro von der Gemeinde Rodenbach. „Die ärztliche Versorgung in ländlicheren Räumen ist Teil der Daseinsfürsorge, und sie bleibt eine Herausforderung“, erklärte Landrat Thorsten Stolz (SPD) mit Blick auf immer mehr Praxen, die aufgrund des Alters der praktizierenden Hausärzte geschlossen werden müssen. „Kooperationen und Zweigpraxen sind vor diesem Hintergrund sehr willkommen.“ Von daher sei es eine gute Nachricht, dass mit der Eröffnung der Zweigpraxis die Versorgung in Rodenbach verbessert werde. Der Rodenbacher Bürgermeister Klaus Schejna (SPD) zeigte sich ebenfalls erleichtert. „Im Sinne der kurzen Wege in der Not ist die Zweigpraxis ein Segen für die Menschen in unserer Gemeinde“, sagte Schejna. Auch für Oberrodenbach arbeite die Gemeinde an einer guten Lösung, um die hausärztliche Versorgung letztlich nicht nur zu stabilisieren, sondern sie auch nachhaltig zu stärken.

Der Main-Kinzig-Kreis hat laut Angaben aus der Kreisverwaltung von 2019 bis 2024 insgesamt 1.411.910,13 Euro an Fördermitteln ausgezahlt. Es seien insgesamt 73 Projekte in 23 Kommunen unterstützt worden, darunter sowohl Ärzte als auch Kommunen.

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Landrat Thorsten Stolz (links) und Bürgermeister Klaus Schejna (rechts) haben Dr. Yogesh Arora und sein Team zur Eröffnung der Rodenbacher Zweigpraxis besucht. Bild-Quelle: Kreispressestelle


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