Naturfreunde besuchen Oper in Köln und Basten für Halloween

Oberrodenbach
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Im Rahmen der Theaterfahrten der Naturfreunde Hanau-Rodenbach geht es dieses Mal am Sonntag, dem 03. November 2019, in die Oper nach Köln.

Auf dem Programm steht die Oper Barkoufouunchien au pouvoir (oder ein Hund an der Macht), von Jacques Offenbach. Beginn der Vorstellung ist um 16:00 Uhr

Kurz zum Inhalt: Ein Hund an der Macht! Satire? Realität? Bei Jacques Offenbach, dem genialen Provokateur, darf man gerne das eine für das andere nehmen. In »Barkoufouunchien au pouvoir« jedenfalls lässt er einen ganzen Staat nach dem Gebell eines Hundes tanzen. Dieser Staat – wenn auch im Orient angesiedelt, mit Großmogul, Großwesir und einem Handlungsort namens Lahore – wies zur Zeit der Uraufführung viele Parallelen zum Paris des Zweiten Kaiserreichs unter Napoleon III auf, und die Ausgangssituation der Handlung vermittelt sich geradezu revolutionär: Da setzt ein Willkürherrscher, weil sämtliche vorige Regierungschefs aufgrund ihrer offensichtlichen Unfähigkeit von der Bevölkerung aus dem Fenster gestürzt worden sind, kurzerhand einen Hund als regierenden Vizekönig ein. Das Bellen des Vierbeiners wird von seinem ehemaligen ›Frauchen‹, der Blumenverkäuferin Maïma, übersetzt, und so kommt es – welch eine Überraschung! – bald zu Steuersenkungen, zur Abschaffung der Todesstrafe, zu Amnestien für mit der ›Hunde- Dolmetscherin‹ befreundete Anarchisten und zu weiteren Eingriffen, die zunächst einmal tierisch populär rüberkommen. Fazit: Wenn schon alle politischen Entscheidungsträger inkompetent oder korrupt sind, ist der Hund einer Blumenverkäuferin immer noch die bessere Alternative!

Die opérabouffe »Barkoufouunchien au pouvoir« beansprucht innerhalb des Gesamtwerks von Jacques Offenbach schon deshalb eine Sonderstellung, weil es sich bei ihr um seine erste Auftragsarbeit für die ehrwürdige Opéra Comique handelte. Eine spezifische Berühmtheit als subversiver Erneuerer des Musiktheaters genoss der zu diesem Zeitpunkt 40-Jährige in der französischen Hauptstadt bereits durch seine Aufführungen an den von ihm begründeten Bouffes Parisiens. Nun sollte sich, auch in der Zusammenarbeit mit dem literarischen Alt-Meister Eugène Scribe als Librettisten, seine Erfolgsserie sozusagen auf ›Staatstheater-Ebene‹ fortsetzen. Doch die Intrigenküche brodelte: Zensurdruck, persönliche Animositäten und Diven- Krieg, außerdem Unverständnis von Seiten der Kritiker ließen dem Werk keine Chance.

Auch Hector Berlioz zählte zu den Verächtern dieser hündischen Persiflage und wollte in dem hübsch frechen Werk einen ihm nicht genehmen »Wind, der durch Deutschland weht« wahrgenommen haben. Nach der Uraufführung am 24. Dezember 1860 folgten nur wenige Vorstellungen, danach war die Luft raus, der Kläffer mausetot, und die an musikalischen Einfällen so reiche »Barkouf«-Partitur verschwand spurlos in Manuskriptstapeln an unerreichbaren Orten – scheinbar für immer der Vergessenheit anheim gegeben. Auf abenteuerlichen Wegen, mit Akribie und einer Besessenheit, die auf wahrer Leidenschaft basiert, ist es dem Offenbach-Spezialisten Jean-Christophe Keck jüngst sensationell gelungen, »Barkouf« wieder ans Tageslicht zu befördern. Und nun, vor kaum weniger brisanten politischen Hintergründen als zur Uraufführungszeit, darf der Hund Barkouf – den man übrigens nie zu Gesicht bekommt, sondern nur hört – wieder bellen! Bei der Koproduktion der Oper Köln mit der Opéra du Rhin handelt es sich um die erste Aufführung seit der Uraufführungsserie vor 158 Jahren.

Abfahrt ist um 10:00 an der Sparkasse in Niederrodenbach und um 10:15 am Hauptbahnhof in Hanau. Hierzu stehen noch Restkarten zu Verfügung. Anmeldung und Infos bei Thomas Bergmann, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 0179/6766834.

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