Die Naturfreunde Hanau-Rodenbach gaben am Freitag, den 18. März 2016 einen Rückblick über das vergangene Vereinsjahr.
Die Naturfreunde Hanau-Rodenbach gaben am Freitag, den 18. März 2016 einen Rückblick über das vergangene Vereinsjahr.
Die langjährige Vorsitzende, Sigrid Bergmann, eröffnete die Versammlung mit folgendem bewegendem Appell an die anwesenden Mitglieder: „Als ich nach Worten für die Einleitung unserer diesjährigen Jahreshauptversammlung suchte, merkte ich in welchem Gefühlschaos ich, bei meinem Rückblick auf das vergangene Jahr, steckte. Da waren die schöne Seite des Lebens: zwei Vereinsmitglieder - Liesl und Thomas - haben geheiratet, die kleine Emily und der kleine Phil erblickten das Licht der Welt. Wir hatten vereinsmäßig Erfolge zu verbuchen, wie z.B. die 990 Jahrfeier der Gemeinde Rodenbach, unser Quetschekuchefest und einiges mehr, wie wir nachher hören werden. Dann gab es aber auch die andere Seite des Lebens. Wir mußten uns von einem Vereinsmitglied und von Freunden für immer verabschieden. Das waren Punkte unseres Vereinslebens, aber es fiel 2015 so vieles auf die Menschen ein, daß einem manches schon wie vor einer Ewigkeit vorkommt. Da waren die Attentate in Paris und Istanbul, die ganzen Kriege, die Not vieler Menschen, die vielen Flüchtlinge die im Meer ertrunken sind oder mit ihren Familien im Schlamm hausen müssen. Die Willkommenskultur mit den vielen ehrenamtlichen Helfern - und der krasse Gegensatz. Allein 2015 gab es laut dem Bundeskriminalamt 924 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünften und 1.610 rechtsmotivierte Delikte im Zusammenhang mit der Unterbringung von Asylbewerbern. Mir fällt es schwer einfach darüber hinweg zu gehen. Denn unser Verein hat im vorigen Jahrhundert schon einmal eine ähnliche Entwicklung erlebt. Und wir dürfen nicht zulassen, dass vergessen wird, die Flüchtlinge, die Opfer der Attentate und die Unterdrückten sind Menschen. Menschen mit einem Gesicht, Namen, Gefühlen und Bedürfnissen wie du und ich. Zwischen 1933-1945 gab es, auch aus Deutschland und unserem Verein, Menschen, die in einer vergleichbaren Notsituation lebten. Meine Angst ist, das mit diesem Rechtsruck in unserem Land, der Weg in eine unfreie Gesellschaft geebnet wird. Auch damals waren es angeblich Protestwähler und dann nahm das dritte Reich seinen Lauf.
Deshalb starte ich am Anfang unsere Jahreshauptversammlung, dem Aufruf der Naturfreundebewegung zu folgen und sich an den Ostermärchen zu beteiligen. Wir können nur in Frieden leben, wenn die Menschheit den Weg in den Frieden findet, ohne Waffen.
Ich schließe mit den Worte August Bebels:
Nur wer die Vergangenheit kennt,
Kann die Gegenwart verstehen."
Nach diesen doch sehr nachdenklichen Worten wurde die Versammlung mit der Toten-ehrungen fortgeführt. Leider hat uns unser Weggefährte Wilfried Kemper verlassen. Er war maßgeblich für den Umbau des Naturfreundehauses verantwortlich und uns fehlt samstags sein herzliches Lachen bei den Kartenspielern. Danach folgten die Vereinsjubilare. Und das waren in diesem Jahr nicht gerade wenig. Für 10 Jahre Mitgliedschaft wurden Nadin, Jochen und Nikolas Adam, Sascha Koczkowiak sowie Petra und Volker Wenk geehrt. Alice und Richard Kroegel bekamen für 20 Jahre Mitgliedschaft Ihre Urkunden überreicht. Bereits 40 Jahre halten Iris Orth und Kerstin Botzum dem Verein die Treue. Eine besondere Ehrung gab es für Peter Wenzel, der auf nicht weniger als 55 Jahre Vereinszugehörigkeit zurück blicken kann. Allen Jubilaren die an diesem Termin verhindert waren, bekommen Ihren Urkunden nachgereicht. Nach der Abstimmung über die Tagesordnung und über das Protokoll von 2015 folgten die Berichte über das Vereinsleben 2015. Besonders zu erwähnen war die Teilnahme an den Festlichkeiten der 990 Jahre Rodenbach Feier. Diese wurde zusammen mit den anderen Oberrodenbacher Vereinen durchgezogen. Ebenso beliebt und wieder mal sehr gut besucht, war das Quetschkuchefest das alljährlich im ersten Wochenende im September stattfindet. Doch nicht nur das Feiern stand im Vordergrund, nein, es wurde auch wieder viel Zeit und Engagement in die Renovierung des Naturfreundehauses gesteckt. Er wurden viele Zimmer neu gestrichen und liebevoll mit neuen Möbeln ausgestattet.
Dank der Mitglieder war es ebenso immer wieder möglich, jedes Wochenenden das Naturfreundehaus ehrenamtlich zu öffnen, was von den Stammgästen und Wanderern sehr geschätzt wird. Auch was das Übernachtungsaufkommen betrifft, waren die Naturfreunde sehr zufrieden. Wer schon mal bei den Theaterfahrten dabei war, wird bemerkt haben, dass sie sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. So war es auch in 2015. Alle Fünf Vereinsfahrten waren Restlos ausgebucht. Nach den Berichten über das Vereinsleben gab es noch eine Vorausschau auf die Aktivitäten in 2016. So soll unter anderem eine Außen-Tischtennisplatte auf dem Vereinsgelände aufgestellt werden. Auch geplant sind wieder, was schon zum Stamm im Vereinsleben gehört, dif. Vereinsfahrten und hierbei besonders die Herbstfahrt, die den Verein nach Südtirol bringen wird und nicht zu vergessen das Quetschekuchefest im September. Ein ganz wichtiger Termin findet im Juni statt. Da treffen sich alle hessischen Naturfreunde für ein Wochenende in der Rodenbachhalle, um die Weichen für den Weg der Naturfreunde in Hessen zu stellen. Man sieht als, das es auch im laufenden Jahr den Naturfreunden nicht an Engagement fehlen wird. Nach der Versammlung wurden noch einige Zeit im gemütlichen Ambiente im Naturfreundehaus in Oderrodenbach, das für Gästen samstags von 15:00 Uhr bis 18:30 Uhr und sonntags im Sommer von 10:00 Uhr bis 18:30 Uhr geöffnet ist, verbracht.
Foto (von links): Sigrid Bergmann 1. Vorsitzende, Richard Kroegel, Nadin Adam, Jochen Adam, Nikolas Adam, Alice Kroegel, Peter Wenzel, Iris Orth, Robert Orth 2. Vorsitzender.
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de