So hatte der Vorsitzende der Gemeindevertretung Jürgen Waitz (SPD), am 24.09.2020, um 14 Uhr, in den Rathaushof die Mitglieder der Gemeindevertretung und interessierte Bürger*innen zu Themen rund um den Kommunalwald eingeladen. Formaler Hauptpunkt der Sitzung war die Vorstellung des Forstwirtschaftsplanes für 2021 durch den Revierförster Hans-Holger Rittershaus. Ein weiteres wichtiges Thema war die Reduktionen in der Brennholz-Breitstellung als Reaktion auf die reduzierte jährliche Hiebsatz-Menge, die unweigerlich mit dem Klimawandel in Form mehrerer Jahre mit langanhaltenden Dürrephasen auch an Ronneburg nicht spurlos vorbeigegangen ist. Aus diesem Grund besichtigten die Mitglieder der Gemeindevertretung nun Gemarkungsteile mit hoher Dürreschädigung und auch Bereiche, die bedingt durch ihre örtliche/topografische Lage weniger vom Wassermangel betroffen sind.

Forstwirtschaftsplan 2021

Der Forstwirtschaftsplan 2021 weist einen Überschuss von 13.680€ aus, was die Mandatsträger*innen und Besucher*innen erstmal positiv zur Kenntnis nahmen. Weniger positiv gestaltete sich die Begehung des Gemarkungsteils „Streit“ an der Gemarkungsgrenze der Gemeinde Ronneburg zur Gemeinde Gründau. Dort hatte sich entlang des Wirtschaftsweges, der auch einen Teil der überörtlichen Radroute „Ysenburgroute“ einschließt, eine mehrere Hundertmeter lange Schadsituation durch Wassermangel und Dürre ergeben.

Eichenprozessionsspinner (EPS)

Ein weiterer Klimaschaden und Klimawandel-Gewinner ist der Eichenprozessionsspinner (EPS), welcher nun in einigen Gemarkungsteilen mit Eichenbeständen sein „Unwesen“ treibt. „Die hübschen und auffälligen Raupen verfügen über lange Haare, die vom Wind mehrere hundert Meter weit getragen werden können. Diese Haare können eingeatmet werden und können bei Menschen mit Allergien oder Atemwegsvorerkrankungen zu lebensgefährlichen allergischen Reaktionen führen. Deshalb warnt die Gemeinde Ronneburg an den Stellen mit Eichen oder naheliegenden Eichenbeständen nun die Waldbesucher mit einer Beschilderung“, nimmt Bürgermeister Andreas Hofmann die saisonale Problematik nicht auf die leichte Schulter, da die Vermehrung des EPS weiter fortschreitet. Die Entfernung von EPS befallenen Bäumen kann nur in unmittelbarer Nähe zu Ruhebänken vorgenommen werden. „Da auch viele Eichen im Waldinneren befallen sind, können sich die Haare in der Luft verteilen, auch wenn ein Befall in unmittelbarer Wegesnähe entsorgt wurde“, so der Bürgermeister.

Nachhaltige Einschlagsmenge/Brennholzbereitstellung

Ein weiteres nicht unerhebliches Problem erzeugt der Klimawandel auch bei den Einschlagsemengen, deren Grundsatz der Nachhaltigkeit weiterhin oberste Priorität in Ronneburg hat. Die in der zehnjährigen Forstbetriebseinrichtung enthalten Hiebsätze waren bereits Reaktionen auf den Klimawandel und erzeugen eine Reduktionen der (Brenn-)Holzmengen, die jährlich eingeschlagen und zur Verfügung gestellt werden. Somit ist ein aktueller Umgang mit der Situation des Forstes zu finden, wo nun der Gemeindevorstand mit dem Forstamt folgende Änderungen vorgenommen hat:

  • Einschlagsmenge für die Brennholz-Breitstellung:
    • Buche: Zuvor 750 Raummeter: Nun 500 Raummeter
    • Holz-Mix bzw. weitere Holzarten (Eiche, Esche, etc.):
      Nun 50 Raummeter
      (eventuell steigerungsfähig, je nach individueller Jahresbetrachtung)
    • Summe der jährlich bereitgestellten Brennholzmenge nun 550 Raummeter
  • Wie wird nun mit der Reduktion umgegangen?
    • Die maximale Bestellmenge der Bürger*innen wird auf 5 Raummeter begrenzt, zuvor 7 Raummeter
    • Die Standard-Poltergröße wird auf 4-5 Raummeter angepasst, zuvor höher und unterschiedlich
    • Es müssen neben Buchenholz auch andere Holzarten abgenommen werden, d.h. Beispiel: bei einer Bestellung von 5 Raummetern, können 4 Raummeter Buchenholz angeboten werden und 1 Raummeter Eichenholz. Dieser Brennholz-Mix wird preislich verrechnet. Ein „Bestehen“ auf Seiten der Käufer auf reine Buchholz-Polter wird künftig aus forst- und wirtschaftlichen Gründen nicht mehr zu gewährleisten sein.
    • Schlagabraum (der finanziell vergünstigt angeboten wird) wird künftig von der Brennholzbestellung abgezogen.
    • Nicht bedienbare Bestellmengen werden künftig gekappt, abgewiesen und nicht mehr ins Folgejahr übernommen.

„Als Fazit müssen wir einen ersten klimawandel-bedingten Paradigmen-Wechsel in unseren Wäldern feststellen und darauf passend reagieren. Die veränderte Lage bedingt Anpassungen und Veränderungen im Umgang mit der Brennholz-Werbung“, fasst Bürgermeister Andreas Hofmann die Situation und den Änderungsbedarf zusammen. „Die veränderte Lage bedingt auch die Akzeptanz anderer Holzarten für das Brennholz. Die sich veränderte Lage lässt zum Einen die ursprünglichen Mengen nicht mehr zu, und zum Anderen nicht mehr immer nur „sortenreine Brennholz“-Vergaben. Auch andere Holzarten/-sorten können und müssen als Brennholz genutzt werden“, fasst der Bürgermeister die Lage und deren Veränderungen abschließend zusammen.

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