Ronneburg: Flüchtlinge bedrohen Grundschulkinder

Ronneburg

Donnerstagnachmittag auf dem Hof der Grundschule in Ronneburg: Ein Jugendlicher droht lautstark, die Hortkinder nach der Betreuung körperlich zu attackieren, die Kinder wurden daraufhin sofort ins Gebäude geholt und die Polizei informiert. Passiert ist letztlich nichts, allerdings war das nicht die erste Bedrohungssituation in der Gemeinde.

CID

Der Jugendliche soll zu einer Flüchtlingsfamilie gehören, deren Kinder seit geraumer Zeit für Unruhe und Angst in Ronneburg sorgen. Neben dieser Familie soll es eine zweite Familie geben, deren Kinder ebenfalls unangenehm auffallen. Die Familien, die offenbar aus der Ukraine stammen, waren bislang im ehemaligen Pfarrhaus untergebracht, wurden aber inzwischen in ein ehemaliges Vereinsheim am Ortsrand ausquartiert. Damit sollte vor allem eine Entfernung zur Schule und zu einem angrenzenden Spielplatz hergestellt werden, hier war es immer wieder zu Attacken gegen Kinder gekommen.

Die Vorfälle häuften sich derart, dass die Ordnungspolizei teils die Kinder auf dem Schulweg begleitete und vermehrt in diesem Bereich Streife fuhr. Nachdem es zunächst ruhiger geworden sein soll, eskalierte die Situation jetzt am Donnerstag: Die Hortbetreuung alarmierte nach den Drohungen die Polizei, die schließlich dafür sorgte, dass alle Kinder sicher nach Hause kamen. In dem Zusammenhang haben die Beamten nun ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Bedrohung eingeleitet: „Die Hintergründe und genauen Abläufe dieser Drohungen sind nun Gegenstand der polizeilichen Untersuchungen. Personalien der mutmaßlich verantwortlichen Personen liegen der Polizei bereits vor. Die zuständige Hanauer Polizei steht dahingehend auch bereits im Austausch mit der Schule sowie weiteren zuständigen Behörden.“

Entgegen anderslautender Behauptungen sowie kursierender Informationen in den sozialen Netzwerken liegen den Ermittlern bislang keinerlei Hinweise vor, die auf eine Nutzung von Waffen (hier angeblich Messer und Pistole) in dem Kontext schließen lassen. Angesichts dessen warnen die Beamten entschieden vor der Veröffentlichung oder Weitergabe ungeprüfter Informationen im Netz, um eine ungewollte Panikmache zu verhindern. "Wir raten eindringlich dazu, sich nicht an solchen Spekulationen zu beteiligen. Denn diese können schnell zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Persönlichkeitsrechte bestimmter Personen führen und unter Umständen auch strafbar sein, etwa wenn sie geeignet sind, diejenigen herabzuwürdigen oder in anderer Weise zu diskreditieren", appelliert Polizeisprecher Thomas Leipold. Er weist zudem darauf hin, dass die Polizei den Sachverhalt nun nicht nur akribisch aufzuklären versucht, sondern im Falle einer Gefährdung auch die erforderlichen polizeilichen Maßnahmen zur Sicherheit der Schülerinnen und Schüler trifft.

Die Schulleitung hat den Eltern psychologische Hilfe für die Kinder angeboten, falls diese nach dem neuerlichen Vorfall traumatisiert sein sollten.


Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de