Die „Neue Mitte“ braucht eine „neue, fahrradfreundliche Mobilität“

Schlüchtern
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Nicht erst seit Corona, erfreut sich Radfahren und e-Biken, auch im ländlichen Raum zunehmender Beliebtheit. Und das gilt insbesondere auch für Innenstädte.

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Anlass genug für die Schlüchtener Grünen, gerade jetzt auch ein Nachdenken über die Attraktivität und Sicherheit des innerstädtischen Fahrradverkehrs anzustoßen. "Wir begrüßen die Initiative der CDU für mehr Fahrradstellplätze in der Innenstadt zu sorgen. Schön wäre es allerdings aus Sicht der Grünen, wenn auch die innerstädtischen Radverbindungen in den Blick kämen, gestaltet als sichere, einfache und attraktive Verbindungen zwischen der Stadtmitte und den Anschlussstrecken in die Ortsteile. Dabei erwarten wir eine Planung, die Radler und E-biker zu gleichwertigen Partnern im Straßen- und Wegenetz der Stadt macht. Schlüchterns 'Neue Mitte' braucht eine neue Mobilität mit einer fahrradfreundlichen Innenstadt und guter Anbindung an die Ortsteile“, so der Grünen Ortsverbands Vorsitzende und Sprecher der Kreisgrünen, Günther Koch.

Nach der Vorstellung der Grünen sind einfache und kostengünstige Verbesserungen bereits während des innerstädtischen Umbaus sowie ein Nahmobilitäts-Konzept nach Fertigstellung der „Neuen Mitte“ Schlüchterns dringend gefragt. Seit Jahren profitiere die Stadt vom hessischen Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“. Wesentliches Ziel dieses Programms zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt sei auch die Beruhigung des fließenden sowie die situative Verbesserung des ruhenden Verkehrs. Um attraktive und gefahrlose Rad- und Fußgängernetze sicherzustellen, würden diese innerhalb des Fördergebiets erheblich bezuschusst.

Kurzfristig und mit wenig Aufwand umsetzbar

Bereits 2019 präsentierte ein von der Stadt beauftragtes und auf Mobilitätsplanung spezialisiertes Ingenieursbüro, im Rahmen eines Gutachtens, detaillierte Vorschläge zur Verbesserung des Radverkehrs in Schlüchtern. Darin finden sich reichlich Erkenntnisse, die sich heute schon kurzfristig und mit wenig Aufwand umsetzen ließen, sind sich die Grünen sicher.

Als pragmatische Lösung und in vielen Städten bereits erfolgreich praktiziert, empfiehlt dieses Gutachten als ersten und einfach umsetzbaren Schritt, bestimmte Einbahnstraßen, bzw. Straßenabschnitte mit entsprechender Kennzeichnung für den Fahrrad-Gegenverkehr freizugeben. Voraussetzung dafür ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h. "Das wäre innerstädtisch, heute schon aus Sicht der Autofahrer, keine beeinträchtigende Einschränkung, für Fahrradfahrer aber, ein wesentlicher Vorteil. Sofort umsetzbar beispielsweise in der Wassergasse, oder im südlichen Teil der Lotichiusstraße. Als ebenso einfach zu realisierende Verbesserungen bieten sich eine markierte Fahrradspur für beide Fahrtrichtungen, auf der Fuldaer Straße ab Kreuzung Ludovica-von-Stumm-Straße stadtauswärts bis zum Parkplatz Friedhof, sowie zwei markierte Fahrradspuren auf der alten Bahnhofstraße an", so die Grünen.

Durchwegungen für eine nachhaltige Aufenthaltsqualität

Im Zuge der anstehenden Konzeptvergabe für die Gestaltung des Langer Areals muss es, so die Grünen, städteplanerisches Ziel sein, diese zentrale Lage aus allen Richtungen durch Wegeverbindungen für den Fahrradverkehr innerstädtisch attraktiv zu gestalten. „Diese Durchwegungen, auch für Fußgänger, schaffen eine nachhaltige Aufenthaltsqualität für die zukünftige Innenstadt und tragen nicht unwesentlich zur wirtschaftlich erwünschten Frequenzsteigerung bei,“ meint der Fraktionsvorsitzende Gerd Neumann. Und weiter: "Nach Fertigstellung der innerstädtischen Umbauten im Jahr 2024 und für eine in Zukunft attraktive und lebendige Innenstadt, gibt es aus unserer Sicht auch keine Alternative zur Aufwertung und verkehrsberuhigten Umgestaltung der Obertorstraße.“

Auch außerhalb des Fördergebietes „Aktive Kernbereiche“ könne Schlüchtern bei der Umsetzung von Fahrradwegekonzepten durch Finanzmittel der „Förderrichtlinie Nahmobilität“ bis zu 70% Unterstützung beantragen. Dieses Programm wurde gegenüber 2019 um zehn Millionen Euro aufgestockt, so dass ab 2020 insgesamt 23,5 Millionen Euro pro Jahr für die Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung der Nahmobilität auch in durch Corona schwierigen Zeiten, zur Verfügung stehen. Mit diesen Mitteln könnte beispielsweise auch die Ertüchtigung des Fahrradweges Breitenbach - Schlüchtern in Angriff genommen werden.

Darüber hinaus werden die Grünen einen Antrag an die Stadtverordnetenversammlung formulieren, der sicherstellen soll, dass bei künftigen Sanierungen von Straßen die Realisierung einer Fahrradweg-Markierung überprüft wird sowie, um Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrern und Kinderwagen sicherzustellen, auf die Absenkung von Bürgersteigen geachtet wird. Interessierte sind eingeladen, über diese Ideen mitzudiskutieren. Über e-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an den Ortsverband der Grünen oder persönlich in der öffentlichen Sitzung im Stadthotel Schlüchtern, am Di. 18.08.2020 ab 19:00 Uhr. Anmeldung bitte per E-Mail.

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