Bürgerbeteiligungsformat „Frag doch mal die Stadt“ soll alle miteinbeziehen

Das Bürgerbeteiligungsformat „Frag doch mal die Stadt“ lockte hunderte Menschen in die Schlüchterner Stadthalle. Foto: Stadt Schlüchtern

Schlüchtern
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Die Stadt Schlüchtern im östlichen Main-Kinzig-Kreis hat bereits zum dritten Mal ihr Bürgerbeteilgungsformat „Frag doch mal die Stadt“ ausgerichtet.

Dabei ging es vor allem um das 60-Millionen-Euro-Vorhaben, die Entwicklung des ehemaligen Langer-Areals hin zur „Neuen Mitte“ – aber nicht nur. Denn in Schlüchtern laufen derzeit viele Projekte. Und ein ausgeschriebenes Ziel von „Frag doch mal die Stadt“ ist es, die Menschen zu informieren und mitreden zu lassen. „Ich weiß, es ist laut in Schlüchtern, es ist schmutzig, und es nervt auch manchmal. Aber der Transformationsprozess ist absolut notwendig, um unsere Heimatstadt fit für die Zukunft zu machen.“ Mit diesen Worten eröffnete Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller (parteiunbhängig) die Veranstaltung „Frag doch mal die Stadt“. 

Tatsächlich wird in der Bergwinkelstadt aktuell an allen Ecken und Enden gearbeitet: Der Stadtplatz wird komplett umgestaltet, Stadthalle und Schlösschengarten werden erneuert, zahlreiche Straßen in der Kernstadt, aber auch in den Stadtteilen grundsaniert. Die zweifelsohne größte Baustelle ist das ehemalige Langer-Areal. Wo früher einmal das riesige Kaufhaus stand, entsteht jetzt ein Quartiermix aus Wohnen, Handel, Gewerbe, Büros, Arztpraxen, Gastronomie, barrierefreiem, bezahlbarem Wohnraum – und das stadteigene Kultur- und Begegnungszentrum, kurz KUBE, nicht zu vergessen. In Letzterem sind städtische Angebote vorgesehen, es ziehen aber auch Partner ein: eine Tagesstätte für 85 Kinder, ein Seniorenbüro, das Familienzentrum Check-In, die Weitzel-Bücherei, der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), die Europa Akademie, es soll auch Kino gezeigt werden. Und dann ist da natürlich noch die Erlebniswelt, die Besucher nach Schlüchtern anziehen soll.

Um diese Veränderungen zu managen, hat die Stadt Schlüchtern jüngst sogar ein eigenes Unternehmen gegründet: die Stadtentwicklungsgesellschaft Schlüchtern (SEG) soll unter anderem den Bau der bezahlbaren, barrierefreien Wohnungen organisieren und das Kultur- und Begegnungszentrum mitsamt der Erlebniswelt betreiben. Dazu Möller: „Wir ziehen in Rekordgeschwindigkeit ein ultramodernes und hochkomplexes Gebäude hoch – und das als Stadt.“

Die Menschen an der Stadtentwicklung zu beteiligen, das ist für Bürgermeister Möller nichts Neues. Ein paar Beispiele: Bei der Umgestaltung des Stadtplatzes konnten die Bürgerinnen und Bürger ihre Wünsche mittels Sandbox-Verfahren einbringen – nahezu alle werden nun auch umgesetzt. Vor dem Abriss des Kaufhauses Langer ging es per Livestream einmal quer durch das Gebäude, um Abschied nehmen zu können.

Und bei „Frag doch mal die Stadt“ konnten Interessierte jetzt an verschiedenen Stationen Halt machen und sich über das KUBE und die Stadtentwicklungsgesellschaft informieren, mit den Architekten von Schlüchterns „Neuer Mitte“ sprechen (Reith, Wehner & Storch), die Investoren des Langer-Areals kennenlernen (Werner-Gruppe) und mit Verantwortlichen der Stadt über die anstehende Sanierung des Freibads, das geförderte Dorferneuerungsprogramm oder die Wasserversorgung im Stadtgebiet reden. Besonders spannend – und noch lange nicht ausdiskutiert – ist die künftige Verkehrsführung in Schlüchterns Innenstadt, die durch die Umgestaltung erforderlich wird. Die Profis von IKS Mobilitätsplanung aus Kassel haben dafür erste Überlegungen vorgestellt. Anregungen und Hinweise der Besucherinnen und Besucher waren ausdrücklich erwünscht. Die Bauprojektentwickler von NH Projektstadt informierten außerdem über das Städtebauförderprogramm sowie das Fassadenanreizprogramm.

Vera Neisen von der Nassauischen Heimstätte präsentierte in aller Kürze ein ganz neues Projekt – das digitale Stadtmodell, eine Online-Plattform, auf der sich die Menschen ganz konkret über die laufenden Maßnahmen in Schlüchtern informieren können, aber auch selbst Punkte eintragen können. Apropos Bürgerbeteiligung: Am Abend startete im Schlüchterner Café Blümchen dann eine ganz neue städtische Talkreihe. „Frag doch mal die Stadt For Future“ fand als unterhaltsames, kurzweiliges Pubquiz statt. Das Ziel: Mit jungen Menschen über Stadtentwicklung sprechen und sie möglicherweise sogar für Kommunalpolitik begeistern. Der Start verlief sehr vielversprechend – eine Fortsetzung dürfte bald folgen.

Bürgermeister Möller machte deutlich: „Es gibt wahrscheinlich keine Stadt, die so viel investiert und so viele Ressourcen bündelt, um die Menschen zu informieren, mitzunehmen und an der Stadtentwicklung zu beteiligen. Es ist uns wichtig, dass alle ein gutes Gefühl dafür bekommen, wie sich das Leben in unserer Stadt entwickeln wird.“

Bei „Frag doch mal die Stadt“ gab es dann auch genau das: Zahlreiche Modelle, kleine und große Würfel, Info-Tafeln und Info-Wände, Präsentationen auf den Monitoren und ein riesiges, 18 Meter langes Banner zeigten auf, wie es in der Bergwinkelstadt in Zukunft aussehen wird. Wenn der Transformationsprozess geschafft ist. Die Bürgerinnen und Bürger dankten es den Organisatoren mit einer hervorragenden Resonanz, großem Interesse, klugen Fragen und interessanten Vorschlägen.

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Das Bürgerbeteiligungsformat „Frag doch mal die Stadt“ lockte hunderte Menschen in die Schlüchterner Stadthalle. Foto: Stadt Schlüchtern

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Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller eröffnete die Veranstaltung.

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Die Menschen konnten sich zahlreiche Modelle anschauen und mit Verantwortlichen sprechen.


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