Kontrollwoche in Schlüchtern: Strafzettel und Gummibärchen

Foto: Ulrich Schwind

Schlüchtern

Es ist ein festes Ritual der Polizeistation Schlüchtern: Eine Woche im Frühjahr machen die Beamtinnen und Beamten eine spezielle Kontrollwoche. Seit Sonntag sind die Polizisten nun wieder gezielt in der Region unterwegs, um beispielsweise Geschwindigkeitsverstöße aufzudecken oder Gurtmuffel zu finden. Am Montag waren rund ein Dutzend Kollegen der Station in der Lotichiusstraße unter Leitung von Polizeioberkommissarin Kristin Amos unterwegs, um speziell die Verkehrstüchtigkeit von Verkehrsteilnehmern zu überprüfen.

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Morgens hatten die Einsatzkräfte ihre Kontrollstelle in der Hanauer Straße eingerichtet. Dort auf dem Parkplatz eines ehemaligen Discounters winkten sie selektiv Fahrzeuge zur Einzelkontrolle aus dem fließenden Verkehr. In rund drei Stunden waren das über 70 Autos. Dabei wurden sechs Autofahrer erwischt, die keinen Gurt angelegt hatten. Zur Kasse gebeten wurde auch ein Verkehrsteilnehmer, der sein mitfahrendes Kind nicht gesichert hatte.

Ganz besonders genau schauten die Beamten auf die Fahrtüchtigkeit der Personen hinter dem Steuer. Zu der morgendlichen Stunde war aber weniger der Konsum von Alkohol, sondern der von Drogen ein Thema. Besteht da ein Verdacht, werden mit den Verkehrsteilnehmern außerhalb ihres Fahrzeugs spezielle Kontrollen durchgeführt. Auffälliges Verhalten ist beispielsweise eine übermäßige Aufgeregtheit oder ein zittriges Verhalten.

Dann wird die Reaktion der Pupillen genauer unter die Lupe genommen. Oder auch das Gleichgewicht überprüft. Sind diese und weitere Tests auffällig, wird an Ort und Stelle eine Urinprobe fällig, die dann mittels spezieller Teststreifen untersucht wird. Genau umgekehrt wie bei einem Corona-Test ist hier auffällig, wenn keine Anzeige ist. Morgens wurden insgesamt 18 Vortests vorgenommen. Bei einem 41-Jährigen war dieser positiv. Bei der Kontrolle der Polizei war auch ein extra ausgebildeter Beamter mit im Team, der genau hinschaute. Im Fachjargon heißt seine Qualifikation „DIS“ – Drogenerkennung im Straßenverkehr.

Dann ist die logische Folge: Fahrt mit dem Streifenwagen in die Polizeistation, wo ein Arzt Blut abnimmt, damit damit genau untersucht werden kann, welche Drogen im Körper sind. Das hat gleichzeitig zur Folge, dass Ermittlungen wegen des Verdachts von Drogen im Straßenverkehr aufgenommen werden. Und das eigene Auto muss zunächst an Ort und Stelle stehen bleiben.

Nachmittags verlegten die Einsatzkräfte ihren Kontrollpunkt in das benachbarte Steinau. Dort unmittelbar auf dem Parkplatz des Bahnhofes wurden die Autos selektiv heraus gewunken. Hier besteht schon sehr schnell bei einem 39-Jährigen der Verdacht auf Drogenkonsum. Bei einem anderen Mann besteht ebenfalls ein Anfangsverdacht, und er wird zum Urintest gebeten. Doch trotz geduldigen Wartens passt lange nichts. Ist es die Aufregung? Auf jeden Fall bleibt der Probenbecher leer. Dann gibt es eine Ersatzlösung: Ein möglicher Drogenkonsum kann auch mithilfe eines Speicheltests überprüft werden. In diesem Fall war er aber negativ.

Später wurde in Steinau aber noch eine 27-Jährige auffällig, die zur Blutentnahme musste. Am Bahnhof wurden insgesamt 25 Fahrzeuge angehalten und 28 Insassen überprüft. Fünf Personen mussten wegen eines nicht angelegten Gurtes eine Strafe bezahlen.

Doch es gab auch Erfreuliches an diesem Nachmittag: Ein Autofahrer lenkte seinen Wagen freiwillig in die Kontrollstelle. Sein Anliegen: Er überreichte den Beamtinnen und Beamten als kleines Dankschön für ihren Dienst eine Packung mit Gummibären. / hd

Foto: Ulrich Schwind


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