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Doch das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen birgt auch ein dunkles Kapitel, das nun im Bergwinkelmuseum beleuchtet wird. Jarocin, September 1939. Kurz nach dem Angriffskrieg der Nationalsozialisten auf die Zweite Polnische Republik fallen auch im beschaulichen Jarocin deutsche Truppen ein. Kurzerhand annektieren sie die Stadt, geben den dortigen Straßen neue deutsche Namen und vertreiben polnische Bürgerinnen und Bürger. Ladenbesitzerinnen und -besitzer werden enteignet, andere zu Zwangsarbeit nach Deutschland geschickt. Jüdinnen und Juden werden verfolgt und verschleppt.

„Der Terror dauerte an und nahm zu. Fast täglich wurde jemand aus dem Bekanntenkreis verhaftet. Diese Menschen kehrten meist nie wieder zu ihren Angehörigen zurück“, erinnert sich der Jarociner Kajetan Kochanowski an diese schreckliche Zeit. „Der Tod aus einem belanglosen Grund forderte fast täglich unschuldige Opfer. Ein unbedachtes Wort, eine unvorsichtige Geste, das Hören verbotener Radiosendungen das Lesen oder – noch schlimmer – das Besitzen einer feindlichen Flugschrift reichten aus, nach schweren Folterungen bei der Gestapo den Tod zu finden.“

Die Schrecken jener Zeit endeten erst mit der Evakuierung Jarocins am 20. Januar 1945, als das Ende des Kriegs bereits besiegelt war. Bis dahin starben zahlreiche Menschen, wurden misshandelt, gefoltert oder vertrieben. Das Regionalmuseum Jarocin behandelt diesen dunklen Teil seiner Stadtgeschichte in einer eigenen Abteilung. Hier sind unter anderem alte Straßenschilder zu sehen, aber auch Kriegsgefangenenpost und Gegenstände, welche die Nazis bei ihrer hastigen Flucht kurz vor Kriegsende zurückgelassen haben.

Die Geschichte der Besetzung Jarocins durch die Nationalsozialisten wird nun in einer Sonderausstellung unter dem Titel „Die Nazi-Besetzung im Jarociner Land 1939-1945“ auch im Bergwinkelmuseum Schlüchtern nacherzählt. Dafür sind temporär auch einige der polnischen Exponate in die Bergwinkelstadt gezogen, nachdem Bürgermeister Matthias Möller sie jüngst persönlich in der Partnerstadt abgeholt hat. Ergänzt wird die Ausstellung neben großen Text- und Bildtafeln auch mit Exponaten aus dem Schlüchterner Stadtarchiv – darunter ein sogenannter Tier-Luftschutzkasten, der sich perfekt erhalten hat.

Mit der Schau wird die rechtswidrige Einnahme Polens durch die Nationalsozialisten anhand der heutigen Schlüchterner Partnerstadt Jarocin auf eindringliche Weise thematisiert. Bei der Kuration arbeiteten die Verantwortlichen des Regionalmuseums Jarocin eng mit den Zuständigen des Bergwinkelmuseums Schlüchtern zusammen. So entstand eine Sonderausstellung, die nicht nur auf- und erklärt, sondern auch zum Nachdenken anregen soll.

Eine Besonderheit bietet sich bei der Vernissage am kommenden Samstag, 25. April, 15 Uhr, im Museum: Hier wird eine Abordnung aus der polnischen Partnerstadt zugegen sein, die den Bergwinkel anlässlich des Helle Markts an diesem Wochenende besucht und von der Jarociner Bürgermeisterin Urszula Wyremblewska-Korzyniewska angeführt wird. Auch die Schlüchterner Bevölkerung ist eingeladen, die Ausstellungseröffnung zu begleiten.

Die Ausstellung „Die Nazi-Besetzung im Jarociner Land 1939-1945“ wird am Samstag, 25. April, 15 Uhr, im Bergwinkelmuseum Schlüchtern, Schloßstraße 15, eröffnet. Das Museum ist zudem am Helle-Markt-Sonntag, 26. April, von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Weiterhin ist die Ausstellung zu den jeweiligen Öffnungszeiten des Museums (jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat von 16 bis 20 Uhr sowie jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von 11 bis 15 Uhr) zu sehen. Weitere Informationen sind unter Telefon (0 66 61) 85-359 abrufbar.

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