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So, Apr
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Kunstfestival zum Helle Markt im Dreiklang „Ankommen. Durchatmen. Aufleben“
Sie „blühten“ gemeinsam auf: Bürgermeister Matthias Möller (rechts) dankte Gerwin von Monkiewitsch für sein Engagement in Sachen Kultur. Foto: Ulrich Schwind
Der Helle Markt am Wochenende bot nicht nur Raum für Buden und Karussells sowie Musikevents und Vereinsdarbietungen, sondern er wurde erstmals auch zur Bühne für ein außergewöhnliches Kunstfestival.
Die Stadt verband damit traditionelles Marktgeschehen mit zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum. Die Kunst war bewusst als Dreiklang angelegt: „Ankommen. Durchatmen. Aufleben.“ Drei Begriffe, die sich in den künstlerischen Arbeiten und Erlebnissen im Stadtraum widerspiegelten.
Den Auftakt bildete das Thema „Ankommen“, inszeniert vom Wiener Masken- und Musiktheater. Seit mehr als drei Jahrzehnten im Stadtteil Ahlersbach beheimatet, brachte das Ensemble mit seinen ausdrucksstarken Masken – geschaffen von Künstler Thomas Kippenberg – Figuren auf die Straße, die mit Humor, Spielfreude und poetischer Leichtigkeit das Marktgeschehen begleiteten.
Der zweite Schwerpunkt „Durchatmen“ fand seinen sinnlichen Ausdruck in der Installation „Duft holen“, nach einer Idee des Schlüchterner Künstlers Gerwin von Monkiewitsch. In der ehemaligen VR-Bank entstand eine begehbare, überdimensionale Blüte – ein Ort der Ruhe mitten im Trubel. Besucher waren eingeladen, Platz zu nehmen, innezuhalten und den Moment bewusst wahrzunehmen.
Für das „Aufleben“ sorgte ein vielschichtiges künstlerisches Programm, kuratiert von Lena Skrabs und Paloma Sanchez Palencia vom „Fliegenden Künstler:innenzimmer“ der Schlüchterner Stadtschule. Gemeinsam mit nationalen und internationalen Künstlern sowie Schülern entstanden im Laufe der Woche neue Arbeiten. Klassenzimmer wurden zu temporären Ateliers, Ideen gemeinsam entwickelt, erprobt und weitergedacht. Was dort begann, wuchs während des Helle Marktes an verschiedenen Orten in den öffentlichen Raum hinein.
Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) machte sich am Marktwochenende selbst ein Bild von den künstlerischen Akzenten. So besuchte er die Blüten-Montage in der VR-Bank, sprach mit Gerwin von Monkiewitsch und übergab ihm einen Spendenscheck. Die Installation hatten die beiden Wiesbadener Künstler Ari Estavillo und Felicitas Breuer umgesetzt. Vor dem Eingang des Gebäudes lockte Vogelgezwitscher in die kleine Oase der Ruhe mitten im Marktgeschehen. Drinnen konnte der Gast in der übergroßen „Blüte“ Platz nehmen und „aufblühen“.
Von Monkiewitsch zeigte sich begeistert, welche große Zahl von Menschen in dem bewusst abgedunkelten Raum vorbeischauten. Es sei erstaunlich, wie viel eine Stadt in der Größenordnung von Schlüchtern kulturell zu bieten hat und lobte dabei besonders das Engagement des Bürgermeisters. Er wünschte sich, dass das Thema Kultur künftig ein anderes Niveau in der Bergwinkelstadt erreiche und damit zu einem neuen Markenzeichen für die Kommune werde.
Mit dem Kunstfestival setze die Stadt Schlüchtern bewusst ein Zeichen für kulturelle Teilhabe und die Belebung der Innenstadt, sagte Möller. Die Verbindung von internationalen künstlerischen Impulsen, lokaler Verankerung und der aktiven Einbindung Jugendlicher schaffe ein Format, das weit über klassische Veranstaltungsstrukturen hinausgehe.
Sie „blühten“ gemeinsam auf: Bürgermeister Matthias Möller (rechts) dankte Gerwin von Monkiewitsch für sein Engagement in Sachen Kultur. Foto: Ulrich Schwind