Die Tradition lebt weiter: Sah es vor einem Jahr noch so aus, als gäbe es in diesem Jahr kein Teichspringen zum Abschluss der schriftlichen Abiturprüfungen am Ulrich-von-Hutten-Gymnasium, hatten viele nicht mit der Kreativität des 2026er-Jahrgangs gerechnet. Der berühmte Schulteich ist zwar seit einigen Wochen wegen Sanierungsarbeiten trockengelegt, doch die 74 Schülerinnen und Schüler des Abschlussjahrgangs wollten dennoch auf ein Bad im kühlen Nass nicht verzichten.
Nach einem Aufruf meldete sich Tim Schäfer, Chef einer Schlüchterner Fahrschule, und stellte den jungen Leuten für diesen Spaß ein mobiles Schwimmbecken zur Verfügung. Nachdem die Hausmeister dieses mit einigen Kubikmetern Wasser gefüllt hatten, konnte der Spaß auf dem großen Schulhof beginnen.
„Wir haben es geschafft“, verkündete Jahrgangssprecher Jan Laakmann gestern um 14 Uhr stolz, nachdem zuvor die Französisch-Klausur absolviert war, bevor er als Erster in das Becken sprang – flankiert vom „Wasserstrahl“ einiger Sprühpistolen. Und dort gab es auch einen entscheidenden Unterschied zu all den Jahren zuvor: Klares Leitungswasser – zumindest anfangs - statt trüber Teichbrühe.
Nicht alle, aber ein Großteil der künftigen Absolventen folgten ihm – fast alle freiwillig. Nur bei einigen wenigen wurde etwas nachgeholfen. Und zum Auftakt musste auch noch der Bierkasten, der zur Kühlung ins Becken gestellt war, herausgeholt werden.
Mit dem Kopf vorweg oder mit dem Becken zuerst ins Becken – Hauptsache das Wasser spritzte beim Eintauchen kräftig in alle Richtungen. Das machte mächtig Spaß. Anfangs war der Zugang auch noch über eine Pool-Leiter möglich, bevor diese – leicht lädiert - aus dem Geschehen herausgenommen werden musste. Das tat aber der Freude der großen Runde keinen Abbruch – auch nicht die erfrischende Wassertemperatur.
Als Zaungäste waren einige Eltern gekommen, die ihrem Nachwuchs beim „Teichbaden“ zuschauten. Auch ein Radiosender ließ sich das fröhliche Treiben nicht entgehen und moderierte mit O-Tönen. Und mehrere Lehrer wohnten dem Spektakel bei, allen voran der stellvertretende Direktor Andreas Schneider. „Eine sehr schöne kreative Alternative“, lobte er das gelungene Event der Pennäler und dessen „sehr disziplinierte“ Umsetzung. Das gehöre einfach zum Ende der schriftlichen Prüfungen dazu, die insgesamt positiv verlaufen seien, so sein Resümee. Einige Abiturienten hätten diese sogar gelobt. Sie seien einfacher gewesen wie manche Arbeit im Vorfeld.
Während die Schülerinnen und Schüler im Becken in einer langen Reihe als Polonäse zu den Klängen des Schlagers „Bella Napoli“ umherzogen, verkündete Jan Lackmann freudestrahlend sein positives Fazit. „Nach 13 Jahren gemeinsamer Schulzeit sei der gemeinsame Sprung ins kühle Nass ein sehr verbindendes Event“, strahlte er. Das hätte er in dieser Intensität gar nicht erwartet.
Jetzt warten auf die Abiturienten noch Anfang Juni die mündlichen Prüfungen bevor dann das große Finale mit Aushändigung der Abiturzeugnisse und der Abi-Ball folgen. hd




Es geht auch ohne Schulteich: Die angehenden Abiturienten der Hutten-Schule sprangen in ein mobiles Schwimmbecken. Fotos: Ulrich Schwind

Jahrgangssprecher Jan Laakmann sprang als Erster in das Becken. Foto: Ulrich Schwind

Der Schulteich ist derzeit trockengelegt. Foto: Ulrich Schwind
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