Großes Interesse an Info-Veranstaltung zum Rechenzentrum

Kilianstädten
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Am 8. September fand die große Informationsveranstaltung  zum geplanten Rechenzentrum im Bürgertreff Kilianstädten statt.

Veranstaltet wurde diese durch das neu gegründete "Bündnis lebenswertes Schöneck". In diesem Bündnis engagieren sich immer mehr Schönecker BürgerInnen, die mit den aktuellen Plänen der Gemeinde zum Bau eines Rechenzentrums durch die Hetzner Online GmbH auf fast 13 ha Ackerland (entspricht ca. 18 Fußballfeldern) neben dem Gelände des Autokontor Bayern nicht einverstanden sind. 

Zu Beginn der Veranstaltung wurden die anwesenden BesucherInnen durch Barbara Schöller, die durch den Abend führte, über die Pläne ausführlich informiert. Anhand einer Übersichtskarte von Kilianstädten konnten sich die anwesenden BürgerInnen einen Überblick über die Größe des geplanten Rechenzentrums verschaffen. Darauf war auch gut zu sehen, welche Ausmaße die 12 geplanten Hallen und das zu versiegelnde Gebiet - im Vergleich zum Autokontor und zum Ort insgesamt - einnehmen sollen (siehe Bild). Die ZuhörerInnen wurden darüber informiert, dass das Rechenzentrum einstöckig und ohne Nutzung der Abwärme geplant wird. 

Boden, Natur- und Artenschutz

Matthias Wacker, Agrarwissenschaftler, Umweltmanager und Landwirt aus Kilianstädten, informierte im Anschluss das Publikum über die Besonderheiten des vom Vorhaben betroffenen Ackerbodens (Lössboden), der in dieser Güte und Qualität in Deutschland besonders selten ist und zu Hessens ertragreichsten Böden gehört. Das Rechenzentrum würde damit Flächen beanspruchen, die eigentlich dem Anbau regionaler Produkte vorbehalten sind, deren Nachfrage immer weiter steigt. Er erläuterte auch ausführlich, welche Probleme die Versiegelung des Bodens bei der Grundwasserbildung nach sich zieht, denn das Rechenzentrum soll im Wasserschutzgebiet errichtet werden. Da Kilianstädten seit 2020 aufgrund der Trockenheit vornehmlich durch die Reservebrunnen Hellerborn und Wolfsbrunnen versorgt wird, würde die Versiegelung weiterer Flächen die Versorgungssituation weiter verschärfen. Weiter erläuterte er, welche ohnehin bedrohten Tierarten bei der Umsetzung der Pläne massiv betroffen wären. 

Was bleibt in der Gemeindekasse?

Herr Dr. Sekol, Experte für Gewerbesteuern und kommunalen Finanzausgleich, informierte das Publikum über die finanziellen Auswirkungen einer Ansiedlung eines Rechenzentrums für die Gemeindekasse. Hintergrund war die Annahme der Gemeinde, das Rechenzentrum würde hohe Einnahmen in die Gemeindekasse spülen. Herr Dr. Sekol rechnete den BürgernInnen beispielhaft vor, wieviel Geld in der Gemeindekasse verbleiben würde, wenn die Firma Hetzner in einem Jahr 1 Mio. Euro Gewerbesteuer zahlen sollte. Dann würden von dieser 1 Mio. Euro aufgrund des kommunalen Finanzausgleichs und der Kosten für Instandhaltung der Infrastruktur der Gemeinde lediglich der Betrag von 6.000 Euro (0,6 % der gezahlten Gewerbesteuer) in der Gemeindekasse verbleiben. 

Abwärme – So könnte es klappen

Diplom-Physiker Dr. Werner Neumann vom BUND und Sprecher des Arbeitskreises Energie im wissenschaftlichen Beirat zeigte auf, wie eine Nutzung der Abwärme des Rechenzentrums möglich wäre und welche finanziellen Vorteile die BürgerInnen von Schöneck davon haben könnten. An den Beispielen anderer Rechenzentren in anderen Städten erläuterte er, dass die Nutzung der Wärme zum Beheizen der Gebäude heute technisch möglich ist und sich für die BürgerInnen auch finanziell lohnen würde. 

Im Anschluss an die Vorträge stellte das Publikum seine Fragen den Rednern und weiteren Experten (Guido Vero, Hydrogeologe, Manfred Sattler, HGON, und Kai Richter vom Hochschulrechenzentrum der Goethe-Universität in Frankfurt). Diskutiert wurde, was eigentlich für den Bau des Rechenzentrums spricht, insbesondere weshalb einem einzigen Betrieb (Hetzner Online GmbH) das gesamte Gewerbegebiet überlassen werden soll und die damit verbundene Frage der fehlenden Risikostreuung. Die anwesenden BürgerInnen brachten ihr Unverständnis und ihre Empörung über die Pläne der Gemeinde zum Ausdruck. 

In Sachen Rechenzentrum - Noch alles offen!

"Bürgermeisterin Cornelia Rück (SPD) war vom Bündnis lebenswertes Schöneck im Vorfeld eingeladen worden, um auf der Informationsveranstaltung zu sprechen und die Beweggründe aus Sicht der Gemeinde für den geplanten Bau des Rechenzentrums zu erläutern. Frau Rück sagte ihre Teilnahme mit Hinweis auf andere terminliche Verpflichtungen ab. Allerdings ging der Informationsveranstaltung vom 8.9.2022 ein Treffen von Vertretern des Bündnisses lebenswertes Schöneck mit Frau Rück und Vertretern des Gemeinderates am 6.9.2022 im Rathaus Kilianstädten voraus. Dort wurden die diversen Kritikpunkte des Bündnisses diskutiert. Die PolitikerInnen betonten, dass in Sachen Rechenzentrum noch nichts abschließend beschlossen sei. Frau Barbara Schöller informierte die Anwesenden schließlich noch über die geplante Fahrrad-Demonstration des Bündnisses lebenswertes Schöneck am 23.9.2022. Treffpunkt ist um 18 Uhr am Rathaus Kilianstädten. Von dort geht es dann nach Büdesheim, wo auf dem Platz vor dem evangelischen Gemeindehaus ab 18.30 Uhr die Kundgebung und ein Fest geplant sind. Die Veranstaltung vom 23.9.22 ist eine gemeinsame Aktion des Bündnisses lebenswertes Schöneck und der Fridays For Future Schöneck. Für den 26.9.2022 hat die Gemeindeverwaltung ab 19 Uhr zur Bürgerversammlung im Bürgertreff eingeladen. Dort will sie über ihre Pläne zum Rechenzentrum informieren. Nach Angaben der Gemeinde ist auch die Firma Hetzner eingeladen. Die BürgerInnen sind aufgerufen, diesen Termin wahrzunehmen und ihre Fragen am 26.9.2022 direkt der Firma Hetzner und den Gemeindevertretern zu stellen", teilt das Bündnis mit.

Bündnis lebenswertes Schöneck

Das Bündnis lebenswertes Schöneck ist ein Zusammenschluss Schönecker BürgerInnen, die sich für mehr Lebensqualität und Nachhaltigkeit in der Gemeinde einsetzen. Die Mitglieder wollen auch weiterhin das Gespräch mit allen Beteiligten suchen, um das Rechenzentrum zu verhindern. Die Vorträge der Infoveranstaltung vom 8.9.2022 sind auf der website www.lebenswertes-schoeneck.de veröffentlicht und stehen allen Interessierten zur Verfügung. Dort können sich BürgerInnen über die Arbeit des Bündnisses und aktuelle Entwicklungen informieren sowie Kontakt zu den Mitgliedern des Bündnisses aufnehmen.

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