Die sechsjährige Tami spielt in ihrem Kinderzimmer, als sie aus dem geöffneten Fenster ein lautes, klägliches Miauen hört.
Die sechsjährige Tami spielt in ihrem Kinderzimmer, als sie aus dem geöffneten Fenster ein lautes, klägliches Miauen hört.


Nachbars Kätzchen traut sich nicht mehr vom hohen Kirschbaum herunter. Geistesgegenwärtig greift das Mädchen zum Telefonhörer, wählt den Notruf 112 und schildert dem Sachbearbeiter in der Leistelle ihre Beobachtung...
So geschehen im Unterrichtsraum der Feuerwehr Schöneck-Kilianstädten. Tami ist eines der Vorschulkinder aus der Gruppe „Waldriesen“ der Kita „Waldwiese“ die mit ihren Erzieherinnen zur „Brandschutzerziehung“ in das hiesige Feuerwehrhaus gekommen waren. Ein Schwerpunkt der Ausbildung stellte eben das korrekte Absetzen eines Notrufes dar.
Die Verantwortliche der Feuerwehr Kilianstädten für diese Fachsparte, Melanie Haas, hatte eine kleine Telefonanlage aufgebaut, an der die Kinder „live“ lernten, die nötigen Angaben zu machen und die Scheu vor der doch eher sachlich-nüchternen Stimme des Bearbeiters in der Leitstelle zu verlieren, damit eben dieser die gemeldeten Fakten beurteilen, analysieren und schließlich in die Alarmierung der erforderlichen Hilfskräfte umsetzen kann.
Der zum Model umfunktionierte Angehörige der Einsatzabteilung, Christian, demonstrierte eindrucksvoll, welche Kleidungs- und Ausrüstungsgegenstände ein Feuerwehrmann so tragen muss. Die Kinder staunten nicht schlecht, als sie hörten, dass man auch bei 30?C mit dickem, schwarzen Mantel und Handschuhen ein Feuer bekämpft, Melli muss dann sogar ihre schicken, schwarzen Schuhe gegen derbe Stiefel eintauschen. Einen kleinen Eindruck davon, wie warm es unter Schutzkleidung sein kann bekamen die Kinder vermittelt: sie durften eine Fluchthaube aufsetzen: eine Atemschutzmaske mit einem Kopfteil, die Leute überstreifen wenn sie aus Rauch und Feuer gerettet werden
Melanie erklärte den Kindern, wie gefährlich das Spielen mit Feuerzeug und Streichholz gerade im häuslichen Bereich ist. Unter ihrer fachkundigen Anleitung und tatkräftiger Mithilfe der Erzieherinnen durfte jedes Kind ein Zündhölzchen anreiben. Der einsatzerfahrene Feuerwehrmann, Matthias Steul, demonstrierte eindrucksvoll, wie schnell doch alltägliche Materialien, zu der auch Spielmobil-Männchen und Plastik-Modellbausteine gehören, in Brand geraten können.
Krönender Abschluss des kurzweiligen Vormittags stellte die Führung durch das Feuerwehrhaus dar, wo die großen Einsatzfahrzeuge geparkt sind. Die Kinder durften sich als Feuerwehrmann /-frau fühlen, als sie das Tanklöschfahrzeug besteigen und einen richtigen Helm aufziehen durften. Dass das Blaulicht mal kurz anging war wohl nur Zufall.
Dieser Zufall wollte es, dass sich die Brandschutzerziehung zu einem Familientreffen mauserte: Unsere „Tami“ besucht die Kita „Waldwiese, Ausbilderin Melanie ist ihre Mama, das „Model“ Christian ihr Papa...
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