Jugendfeuerwehr sammelt wichtige Erfahrungen im Übungshaus

Kilianstädten

Eine nicht alltägliche Gelegenheit zur realitätsnahen praktischen Ausbildung bekam die Jugendfeuerwehr Schöneck-Kilianstädten bei der Bundeswehr-Feuerwehr im Materialdepot Pfungstadt bei Darmstadt.

Morgenpost

schone uebungschone uebung1schone uebung2schone uebung4schone uebung3Die dortige Dienststelle verfügt über eine Trainingseinrichtung, bei der Löschgeräte wie Pulverlöscher, Kübelspritze und Feuerlöschdecke „live“ eingesetzt werden können. Hauptbrandmeister Franco Pezzela begrüßte im Namen des Depotkommandanten, Oberstleutnant Gabler und des Leiters der Feuerwehr, Herrn Eisenhauer und seinerr Crew die jungen Brandschützer und ihre Betreuer in der Feuerwache der großen militärischen Einrichtung, sogar Kreisjugendfeuerwehrwart Volker Schulz war mit an die südliche Bergstraße gereist.

In seinem kurzweiligen Briefing erläutert der Beamte seinen Werdegang: die Ausbildung gleicht der eines zivilen Berufsfeuerwehrmannes, hinzu kommen aber noch Spezialgebiete wie Brandbekämpfung auf Schiffen oder Rettungseinsätze an Düsenjägern; er ist universell einsetzbar. Im Alarmfall rückt er mit seinen Kameraden sogar zur Unterstützung der lokalen zivilen Feuerwehren aus. Höhepunkt des Besuches bildete die praktische Ausbildung in fünf Stationen auf dem Trainingsgelände. Hierzu war die gesamte Wachabteilung samt Einsatzfahrzeugen erschienen, sie hatte den Bereitschaftsraum für die jungen Besucher kurzerhand verlegt.

In einem Übungshaus mussten sich die Jugendfeuerwehrleute im stockdunklen, unbeleuchteten Keller, der noch dazu mit Disconebel verraucht war, zurechtfinden - selbstverständlich begleitet von Ortskundigen und Betreuern. Wie man ein großes Holzfeuer mit einer Kübelspritze löscht, hatte man im Winter in der Theorie oft genug gehört – in der Praxis stellte sich dies jedoch als nicht so einfach heraus – allzu schnell war das Wasser alle, und das Feuer loderte wieder auf. Erst der gemeinsame Einsatz mehrerer Löschgeräte brachte den gewünschten Erfolg. An einer Holzpuppe, deren Kleidung in Brand geraten war, übte man den Einsatz der Feuerlöschdecke.

Sicherlich den Höhepunkt der Ausbildung bildete die Bekämpfung von Flüssigkeitsbränden. Die lodernden Flammen galt es mit verschiedenen Mitteln aus Kleinlöschgeräten heraus zu bekämpfen, um deren unterschiedliche Wirkungsweise zu demonstrieren: Kohlendioxid ist zwar rückstandsfrei, da Kälte und Sauerstoffentzug dem Feuer die Nahrung nehmen, der Einsatz des Löschers bedarf aber einer gewissen Routine, da sonst allzu schnell eine Neuentzündung erfolgt. Effektiver wirkt da schon der ABC-Pulverlöscher mit seinen 12 kg Inhalt: eine riesige Wolke fegt das Feuer geradezu hinweg. Die Pulverwolke verschmutzt aber das Areal drum herum massiv – ist aber ungiftig.

Die gemeinsame Abschlussübung von Jugendlichen und Ausbildern bedurfte jedoch keiner Erklärung: ein Holzkohlefeuer, entfacht unter einem Metallrost brachte leckere Bratwurst zustande.


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