Schöneck: Fahrrad-Demo gegen das geplante Rechenzentrum

Schöneck
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Im Rahmen des Globalen Klimastreiks hat auch in Schöneck eine Fahrrad-Demo stattgefunden. Der Fahrradkorso, der von einem Traktor angeführt wurde, startete pünktlich um 18 Uhr am Kilianstädter Rathaus und bewegte sich über die Frankfurter Straße in Richtung Büdesheim. Vor der evangelischen Kirche in der Kirchgasse fanden die Kundgebung und das Klimafest statt.

Viele Schönecker Bürger sind dem Aufruf gefolgt und konnten sich im Anschluss an die Kundgebung am vielfältigen Angebot selbsthergestellter Speisen im Vorhof der Andreasgemeinde erfreuen. Die Demonstration war eine Gemeinschaftsaktion der Fridays for Future Schöneck, die sich für die Einhaltung der gesteckten Klimaziele einsetzen, und dem Bündnis lebenswertes Schöneck, welches sich als Bürgerinitiative gegen den geplanten Bau eines riesigen Rechenzentrums in Schöneck-Kilianstädten durch die Firma Hetzner erst kürzlich gegründet hatte.

Dennis Bernhard (Fridays for Future) und Barbara Schöller (Bündnis lebenswertes Schöneck) erläuterten den Anwesenden die aktuellen Missstände in Sachen Klimaschutz im Großen (Verfehlung der Klimaschutzziele durch die Bundesregierung) und auch im Kleinen in Schöneck. Die Pläne der Gemeinde zur Errichtung des Rechenzentrums widersprechen den allgemeinen Klimaschutzzielen, den Leitlinien der Gemeinde Schöneck für Gewerbegebiete und auch den Parteiprogrammen der zustimmenden Parteien. Sie forderten ein Umdenken und das Bewusstwerden, dass jeder Quadratmeter zerstörte Natur unwiederbringlich verloren geht.

Kritikpunkte an den aktuellen Plänen der Gemeinde
Das neue Rechenzentrum ist auf einer Fläche von ca. 13 ha neben dem Autokontor Bayern geplant und wird von vielen Schönecker Bürgern sehr kritisch gesehen. Hauptkritikpunkte sind der immense Platz- und Stromverbrauch des geplanten Rechenzentrums, die nicht geplante Nutzung der entstehenden Abwärme und die erwartete Verschärfung der Probleme mit der Wasserversorgung durch die Versiegelung einer solch großen Fläche mitten im Wassereinzugsgebiet der Kilianstädter Reservebrunnen. Kilianstädten wird schon seit 2020 aus den Reservebrunnen des Ortes versorgt, da aufgrund der allgemeinen Wasserknappheit kein Wasser mehr aus dem Wasserverbund (Wetterau) geliefert wird. Die Versorgung aus den Reservebrunnen sorgt seit 2020 für Unmut unter den Bürgern, da das Wasser seither weitaus kalkhaltiger ist als zuvor und auch in Sachen Geruch und Geschmack zu wünschen übrig lässt. Die regelmäßigen Hitzeperioden der vergangenen Jahre lassen auch für künftige Jahre keine Besserung in der Wasserversorgung erwarten. Die geplante Versiegelung eines solch großen Areals lässt weitere Sorgen unter den Bürgern entstehen. Das Bündnis lebenswertes Schöneck hatte auf seiner Informationsveranstaltung am 8.9.2022 im Bürgertreff Kilianstädten ausführlich über diese Themen aufgeklärt (wir berichteten). Auf der Homepage des Bündnisses (www. Lebenswertes-Schoeneck.de) kann man sich die Vorträge vom 8.9.2022 ansehen und über aktuelle Aktionen informieren.

Bürgerversammlung am 26.9.2022 in „gelb“
Das Bündnis lebenswertes Schöneck ruft die Bürger als nächstes dazu auf, die Bürgerversammlung am 26.9.2022 (19 h, Bürgertreff Kilianstädten) zu besuchen und ihre Fragen zu stellen. Dort werden nach Angaben der Gemeinde die Bürgermeisterin, die Fraktionsvorsitzenden und die Firma Hetzner ihre Sicht darlegen und für Fragen zur Verfügung stehen. Als Zeichen des Protestes hat sich das Bündnis ein Erkennungszeichen gegeben, nämlich das Tragen eines gelben Tuchs oder sonstigen gelben Kleidungsstücks. Das Bündnis lebenswertes Schöneck stellt den Bürgern gelbe Halstücher kostenfrei zur Verfügung. Diese wurden vor der Demonstration schon an alle Teilnehmer verteilt, so dass mit der Fahrrad-Demo ein erstes „gelbes Zeichen“ gesetzt wurde. Die Tücher gibt es ab sofort kostenfrei beim Papier-Hellack in Kilianstädten, (Frankfurter Str. 35b), auf Nachfrage an der Kasse, oder im Gemeindehaus der evangelischen Kirche (Andreasgemeinde, Kirchgasse 4, Büdesheim). Die Tücher sind dort im Vorraum deponiert, der jederzeit offen zugänglich ist. Außerdem kann man über die Homepage Kontakt zum Bündnis lebenswertes Schöneck aufnehmen und sich nach Absprache direkt ein Tuch geben lassen. Die Bürger von Schöneck werden gebeten, am kommenden Montag zur Bürgerversammlung im Bürgertreff die gelben Tücher oder sonstige gelbe Kleidungsstücke zu tragen und damit deutlich zu machen, dass sie mit den aktuellen Plänen der Gemeinde nicht einverstanden sind.

Fehlende neutrale Beratung der Gemeinde und Transparenz
Die Politiker werden aufgefordert, das aktuelle Verfahren zur Verabschiedung des Bebauungsplans zu stoppen und sich zunächst neutral beraten zu lassen, bevor weitere Schritte eingeleitet werden. Die bisherige Beratung fand – nach Angaben der Gemeinde - im Wesentlichen durch die Firma Hetzner (Investor) statt. Außerdem werden die Gemeindevertreter zu mehr Transparenz aufgefordert. Anlass zur Sorge gaben zunächst „nicht öffentliche“ Beratungen und Beschlüsse in Sachen Rechenzentrum am 16.12.2021. Für den 22.9.2022 hatte die Gemeinde eine gemeinsame Fahrt diverser Mitglieder der Gemeinde zum Standort der Firma Hetzner im Vogtland organisiert. Zwei Mitglieder des Bündnisses lebenswertes Schöneck, die ebenfalls an der Fahrt teilnehmen und sich das Rechenzentrum vor Ort ansehen wollten, durften - ohne Angabe von Gründen – im Bus der Gemeinde nicht mitfahren. Schließlich werden die Gemeindevertreter aufgefordert, ihre selbst gesteckten Ziele zu beachten. In den Leitlinien der Gemeinde für Gewerbegebiete sind als Ziele das „Minimieren des Landverbrauchs durch flächeneffiziente Gestaltung“ und „soweit betriebswirtschaftlich sinnvoll und technisch umsetzbar, die Nutzung der von Betrieben erzeugte Abwärme“ genannt.

Öffentliche Aufmerksamkeit
Zu der Veranstaltung am 26.9.2022 haben auch der HR- Fernsehen (Hessenschau) und der HR- Radio (HR-Info) ihre Teilnahme angekündigt. Hintergrund ist die massive Ablehnung aus der Bürgerschaft für die Pläne der Gemeinde und die Tatsache, dass den Bürgern immer mehr bewusst wird, dass neue Gewerbegebiete nicht automatisch eine bessere finanzielle Situation einer Gemeinde nach sich ziehen. Der Hanauer Anzeiger hatte über diese weit verbreitete Fehleinschätzung in seinem Artikel „Wie viel bringt das Rechenzentrum ein?“ (Ausgabe vom 24.9.2022) ausführlich berichtet.

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