„Es gibt eine Redewendung: Fragen kostet nichts. Dem Schönecker CDU-Mann Markus Jung war aber offenbar jeder gute Rat zu teuer. Er wollte vor seiner Polemik gegen die Betreuungssituation in Kilianstädten wohl keinerlei Recherchen anstellen und auch gar keine Hintergründe einfließen lassen“, erklärt Kreisbeigeordneter Matthias Zach.
Denn sonst habe er wissen können, dass die Betreuungsstruktur zum neuen Schuljahr mit allen Beteiligten abgestimmt worden ist, und zwar schon vier Monate vor der Pressemitteilung Jungs, der hier vor wenigen Tagen „eine ganz bittere Pille“ entdeckt zu haben vorgebe.
„Aber in der Pressemitteilung ging es ja nur vordergründig um die Gemeinde Schöneck. Den Christdemokraten um ihren Kreistagsabgeordneten Markus Jung ging es mehr um ihren abgeschmetterten Antrag im Kreistag, als sie in üblicher Gefolgschaft zur Landes-CDU den ‚Pakt für den Nachmittag‘ einführen wollte. Dem trauert Herr Jung in der Presseerklärung wieder einmal nach, wie vor ihm schon andere CDU-Kreistagsabgeordnete“, vermutet Schuldezernent Zach. „Dabei ist bis heute nicht klar, wie die finanziellen und personellen Auswirkungen für den Kreis und die Kommunen in diesem Projekt sind. Hat sich die CDU überhaupt schon mal die Meinungen von den hiesigen Schulleitern zu dem Thema eingeholt? Wir schon, und wir haben ein sehr verhaltenes Interesse rückgemeldet bekommen, um es mal diplomatisch auszudrücken.“
Scheinbar bildeten die Experten im Main-Kinzig-Kreis mit ihrer skeptischen Haltung nicht die Ausnahme, fügt Zach an. Eine Rückfrage beim Kultusministerium habe ergeben, dass sich in Frankfurt gerade einmal zehn Schulen an diesem Projekt beteiligten, in Darmstadt drei und im Landkreis Darmstadt-Dieburg fünf. „Die Schulen im Main-Kinzig-Kreis beabsichtigen, echte Ganztagsschulen zu werden. Das unterstütze ich ausdrücklich, und der Erfolg lässt sich schon daran ablesen, dass wir in diesem Jahr so viele Anträge wie nie von Schulen vorliegen hatten, ins Profil 1 zu wechseln oder die nächste Stufe hin zu einer Ganztagsschule zu nehmen“, führt Zach weiter aus. Gleich 13 Schulen hatten einen Antrag beim Kreis eingereicht, und wenn der Kreistag am kommenden Freitag (9.10.) und anschließend die Landesregierung zustimmten, seien die nötigen Rahmenbedingungen an allen Standorten sichergestellt, so der Kreisbeigeordnete. „Das war und ist gängige und erfolgreiche Praxis, übrigens schon bei mehr als 50 Schulen im Kreis. Aber auch das lässt Herr Jung natürlich unerwähnt“, so Zach.
„Halten wir aber unabhängig von der CDU-Wahlwerbung fest: Der Main-Kinzig-Kreis schafft an allen Schulstandorten den guten und kindgerechten Rahmen für eine Betreuung vor und nach dem Unterricht“, so Schuldezernent Zach. „Dabei gehen wir auch auf die Vorschläge und Wünsche der örtlichen Verwaltung, der Schulgemeinde und der Eltern selbstverständlich und frühzeitig ein.“ Im Falle der Friedrich-Ebert-Schule habe sich einer dieser Vorschläge als leider nicht machbar herausgestellt, nämlich die teilweise Mitnutzung der Erich-Simdorn-Halle. Gegen Ende des vergangenen Schuljahres habe man daher kurzfristig umplanen müssen. „Wir haben daraufhin mit Bürgermeisterin Conny Rück, der Schulleitung der Friedrich-Ebert-Schule und dem Elternverein ‚Rabeneltern’ eine Lösung erarbeitet, die im Laufe des ersten Schulhalbjahres umgesetzt wird. Eine Nachmittagsbetreuung findet also statt, nach wie vor. Parallel dazu wird eine neue Betreuungsstruktur im Hauptgebäude geschaffen, sogar mit der Möglichkeit, die Kapazitäten noch zu erweitern“, erklärt Zach.
All das hätte die Schönecker CDU mit einem Anruf in der Kreisverwaltung leicht erklärt bekommen können, so Zach, „Aber dann hätte Herr Jung ja nicht rhetorische Geschütze wie ‚planlos‘ und ‚Versorgungspanne‘ auffahren können, und darum schien es ihm bei seiner Äußerung ja in erster Linie zu gehen.“
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de


















