Früher war das schmale Steinbachtal bei Jossa einfach nur eine Fettwiese – hauptsächlich grün und eher pflanzenarm.
Bis vor knapp drei Jahren Mitglieder der NABU-Gruppe Mernes/Jossatal das Gebiet entdeckten und eine Vision hatten: Schmetterlinge gaukeln umher, Eidechsen und Schlingnattern sonnen sich am Waldrand, Grasfrösche und Bilche spähen aus ihren Verstecken, überall zirpt, surrt und zwitschert es; und mit etwas Glück schaut sogar ein Salamander vorbei. Mittlerweile ist der Naturschutzbund Eigentümer der Fläche, gefördert durch die Untere Naturschutzbehörde. „Abgekauft wurde das Grundstück von der Gemeinde Sinntal 2022“, informierte Ritsch Euler, stellvertretender Vorsitzender der NABU-Gruppe. „Es erfolgte der sukzessive Umbau mit Hilfe des Forstbetriebs Dirk Zeller, der unsere Ideen aus dem Konzept pragmatisch umsetzte. Bis 2027 soll dann der Umbau abgeschlossen sein.“
Da es bis dahin noch viel zu tun gibt, hatte der Verein vergangene Woche zu einer groß angelegten Pflegeaktion eingeladen. Mehr als ein Dutzend Helfer waren gekommen – der jüngste gerade einmal sechs Jahre alt, der älteste schon länger als sechs Jahre Rentner. Gemeinsam entnahmen sie Baumsämlinge und schufen so Platz für die Erweiterung der Tümpelanlage für Frösche und Kröten. Sie stutzten die Brombeerhecken auf ein natürliches Maß, sodass Vögel wie der Trauerschnäpper Brutmöglichkeiten finden. Jemand hatte eine Motorsäge dabei, um Waldrandoptimierungen für Amphibien und Reptilien zu erledigen.
Lautstark war auch die Ein-Mann-Bodenfräse. Auf der gemähten und entmulchten Wiese lockerte sie den Boden auf und legte einige wenige Freiflächen an. Auf diese Erdfleckchen streuten sodann zwei Naturschützerinnen sorgfältig und leise regional gesammelte Samen des Großen Wiesenknopfs und des Gewöhnlichen Teufelsabbisses. Nach getaner Arbeit ließen die Naturfreunde den Tag bei Suppe, Kuchen und Getränken in gemütlicher Runde ausklingen. Sie träumten vom Frühling und waren ihrer Vision vom Steinbachtal wieder einen Schritt nähergekommen.

Der jüngste Helfer war sechs Jahre alt und packte fleißig mit an.

Johannes mähte den Brennnesselstreifen am Hang, der bei vielen Schmetterlingsraupen sehr beliebt ist.

Alle hatten gute Laune mitgebracht.

Timo optimierte einen Waldrandstreifen, um ein Quartier für Reptilien und Amphibien anzulegen.

An jenem Hang sollen sich später mal Schlingnattern und Waldeidechsen wohlfühlen.


Nach getaner Arbeit ließ die NABU-Gruppe den Tag gemütlich ausklingen.

Während Gastgeberin Barbora einfach nur glücklich war, schaute ihr Mann, dass die Suppe nicht anbrennt.
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