"Dynamik der Infektionswelle muss auch bei uns gebrochen werden"

Sinntal
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Kurz vor Beginn des erneuten Lockdowns wendete sich Sinntals Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD) an seine Mitbürger. Nachfolgend sein Text im Wortlaut.

"Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ein besonderes Jahr geht zu Ende. Ein besonderes Weihnachtsfest stellt uns mit Abstand vor viele Fragen. Wer hätte am Jahresanfang geahnt, welche Schwierigkeiten und Herausforderungen wir meistern werden. Schwierigkeiten, die unsere Eigenverantwortung und unsere Disziplin gefordert haben. Herausforderungen, die unsere Solidarität und unseren Zusammenhalt gefördert haben.

Bis November sind wir in Sinntal sehr gut durch die Pandemie gekommen. Dann hat sich das Virus auch bei uns extrem dynamisch ausgebreitet. Von März bis November gab es in Sinntal insgesamt 22 nachgewiesene Coronafälle. Seit November kamen 128 Fälle dazu, darunter der erste Todesfall. Ende November kratzte der örtliche Inzidenzwert in Sinntal an der 500er Marke und liegt weiterhin deutlich über 200. Am 14. Dezember waren es in Sinntal insgesamt 150 nachgewiesene Coronafälle, davon 106 als genesen eingestuft und ein Todesfall. Das sind 43 aktuell infizierte Menschen. Im Main-Kinzig-Kreis liegt die Zahl der Corona-Patienten in den Kliniken seit Wochen zwischen 160 und 200 Personen.

Diese Zahlen verdeutlichen, warum wir auch fernab der großen Städte im Westkreis und der Rhein-Main-Region dringend handeln müssen. Die Dynamik der Infektionswelle muss auch bei uns dauerhaft gebrochen werden. Alle Einschränkungen, wie die strengen Kontaktbeschränkungen, die nächtliche Ausgangssperre oder der neuerliche Lockdown, wirken nur dann, wenn wir es vor allem in unserem privaten Umfeld beherzigen. Geisterspiele der Fußballbundesliga, Veranstaltungsverbote oder Gaststättenschließungen bringen wenig, wenn sich halb Fußballdeutschland mit mehreren Personen im heimischen Partykeller vor dem Fernseher oder der Freundeskreis zu privaten Feiern im Wohnzimmer trifft. Hierfür haben diejenigen kein Verständnis, die sich an die Vorgaben halten. Ebenfalls kein Verständnis hierfür haben diejenigen, die von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Beschränkungen hart getroffen werden.

Es geht längst nicht mehr nur um die Frage, wie wir das Weihnachtsfest feiern können? Es geht darum, wie wir durch den Winter und das Frühjahr kommen? Die Infektionszahlen starten am 1. Januar 2021 nicht wieder bei null. Wir starten das neue Jahr mit der Dynamik, der Anzahl an infizierten Personen und an stationär behandelten Patienten, mit der wir das alte Jahr in der Silvesternacht verabschieden. Nur gemeinsam werden wir es schaffen die hohen Infektionszahlen dauerhaft zu brechen. Zusätzlich zu Solidarität, Zusammenhalt und Eigenverantwortung sind Achtsamkeit und Rücksicht wichtig. Wer möchte dafür verantwortlich sein, durch unvorsichtiges oder unachtsames Handeln einen anderen Menschen angesteckt zu haben?

Bitte nehmen Sie Rücksicht und seien Sie achtsam. Bitte vermeiden Sie alle nicht zwingend notwendigen persönlichen Kontakte, halten Sie Abstand, beachten Sie die Hygieneregeln und lassen Sie uns weiterhin solidarisch zusammenhalten! Setzen Sie damit ein Zeichen unseres gegenseitigen Respekts! Nur gemeinsam kommen wir durch diese anspruchsvolle Zeit.

Ich wünsche Ihnen, im Namen der gemeindlichen Gremien und der Verwaltung, ein friedvolles und frohes Weihnachtsfest und einen guten Start in ein gesundes und glückliches Jahr 2021. Bewahren Sie sich Ihre Zuversicht und kommen Sie gut an!"

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