Kardoffelworscht statt Döner

Wächtersbach

In Pakistan rettet ein schrulliger englischer Gentleman ein kleines Eselchen, das dem Buch „Pawlowa“ seinen Namen gab.

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Er möchte das Tierchen mit nach Hause nehmen, aber im Flugzug geht das selbstredend nicht. Und so machen sich Esel und Herr auf dem Landweg nach England: Sie reisen zu Fuß durch den Nahen Osten bis nach Europa. Sie werden über Grenzen geschmuggelt, von Drogendealern aufgegabelt, sie entspannen im Hamam, kreuzen die Seidenstraße und speisen mit Diplomaten.

Brian Sewell hat eine liebenswerte Geschichte geschrieben, die durch trockenen, britischen Humor („Ich habe jetzt seit einem Monat mit dieser Eselin geschlafen!“) glänzt und von der Kraft der Freundschaft ebenso erzählt wie von der Farbenprächtigkeit der Welt. Und dieses Buch, vom Insel-Verlag liebevoll hergestellt und mit schönen Illustrationen versehen, hat Marga Eisenacher dazu inspiriert, es beim jüngsten Wächtersbacher Literatur-Stammtisch im Wirtshaus „Kikeriki“ vorzustellen.

Das zweite Buch des Abends brachte Buchhändlerin Andrea Euler mit: „Hessen zuerst“ von Dietrich Faber ist eine wunderbar gelungene Persiflage, die auf AfD-Wähler, Identitäre, Rechts-Separatisten und ebenfalls auf die Engländer anspielt. Hier in Hessen heisst es nicht „America first“ oder „Brexit now!“ sondern „Hexit jetzt!“

Das Buch erzählt von Ex-Kommissar Henning Bröhmann, der mit seiner Familie bei Vermieder Rüdi untergekommen ist. Seit Rüdi arbeitslos ist, wird er auch wunderlich: Er hat sich der Protestpartei „Hessen zuerst!“ angeschlossen, die mit Wahlplakaten wie „Make Oberhessen great again!“ oder „Kartoffelworscht statt Döner!“ auf sich aufmerksam macht. Im Buch kämpfen sozusagen „Wuthessen“ gegen „Guthessen“ – Faber hat eine witzige Geschichte mit skurril-liebenswerten Figuren geschrieben, die aber ernst genommen werden sollte. Denn Radikalisierungen haben eben stets eine offizielle Seite – die des Wahlkampfes, die der Mandate – aber oft auch eine unappetitliche: Die der Bürgerwehren, die der Gewalt...

Erneut also erlebten die Besucher einen lebendigen Wächtersbacher Literaturstammtisch. Die nächste Auflage wird es am 20. Februar geben, wie Organisator Fritz Feit eingangs sagte: Der Fasching verdrängt den literarischen Dienstag um eine Woche.


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