Beim jüngsten Stammtisch des Vereins ProWächtersbach im Ysenburger Hof galt es einiges zu diskutieren, hatte die DB Netze doch an selbigem Nachmittag die beiden Trassen IV und VII als ihre Vorzugstrassen benannt.


Positiv bewerteten die Anwesenden, dass die DB die schon vorhandene Bahntrasse hinsichtlich der Realisierbarkeit von Lärmschutzmaßnahmen untersucht – der Lärmschutz an den vorhandenen Bahntrassen bei einem Aus- oder Neubau ist die zentrale Forderung der Bürgerinitiative, die diesbezüglich eine Bundespetition auf den Weg gebracht hat. „Der Lärmschutz ist der Preis, den die Bahn für einen friedlichen Ausbau zahlt“, argumentierte Vorstandsmitglied Annika Herchenröther.
Dass auf die Vereinsmitglieder nach Bekanntgabe der endgültig präferierten Trassenvariante – voraussichtlich am 8. Juni – eine Menge Arbeit zukommen wird, wurde allen deutlich. Der Verein möchte die Bundestagsabgeordneten in einem Schreiben an ihre Zusagen aus dem Koalitionsvertrag erinnern, in dem Lärmschutzmaßnahmen auch an den Bestandsstrecken vereinbart sind – „also genau das, was wir mit unserer Petition auch erreichen wollen“, wie Vorstandsmitglied Oskar Soliga feststellte.
Was die Planungen für die Zukunft anbelangt, stehen konkrete Aufgaben an: Erneut soll mit Prof. Dr. Rommelfanger Kontakt aufgenommen werden, ob er sich nochmals einen Vortrag – diesmal zum Thema „Entschädigung und Enteignung“ - einrichten kann. Annika Herchenröther wird für einen Termin nach dem 8. Juni, an dem die DB Netze angekündigt hat, den endgültigen Trassenentscheid bekannt geben zu wollen, mit Fachleuten eine Wiesenwanderung vereinbaren, bei der Interessierte sensibilisiert werden für eventuelle Raumhindernisse etwa im Wiesengrund. Hinsichtlich des geplanten Wiesenspaziergangs betonte Christian Behrendt: „Das Raumordnungsverfahren geht nicht vor 2019 los – da ist es sinnvoll, die jetzige Vegetationsperiode zu nutzen und Argumente zu sammeln.“ Ein Infostand am 8. Juni soll der Petition weiteren Aufwind verschaffen.
Auf den Wiesengrund kam Christian Behrend nochmals ausführlich zu sprechen, der die geplanten Eingriffe in den Retentions- und Auenraum als sehr groß bezeichnete und erneut den Vorschlag der Verkehrsverbände darlegte, eine gebündelte Trassenführung entlang der A66 als Optimierungs- und Ausgleichsmaßnahme zu realisieren. Noch einma das Gespräch will ProWächtersbach mit der Schutzgemeinschaft Vogelsberg e.V. suchen. Cecile Hahn hatte bereits vor knapp einem Jahr den Wächtersbacher Verein besucht und Bedenken hinsichtlich einer Trassenführung am Rande des Vogelsberg (also Var. VII) geäußert.
Präsenz zeigte der Verein am Messe-Dienstag: Hier brachten sich sieben Vereinsmitglieder über den Tag verteilt am Stand von Wächtersbach ächt lebenswert ein, informierten in etlichen Gesprächen Interessierte und sammelten Unterschriften für die Petition. Als einer der interessiertesten Gäste am Stand dürfte Landrat Thorsten Stolz (SPD) gelten, der im Gespräch mit Vorstandsmitglied Annika Herchenröther und Isabell Hauschild auf die Anstrengungen des Main-Kinzig-Kreises für Lärmschutz an den hiesigen Bestandstrassen verwies und die Vereins-Petition unterstützte.
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