Der Knackpunkt: Die 40-Meter-Distanz zur Autobahn

Wächtersbach
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Beim jüngsten Treffen von ProWächtersbach e.V. standen die Planungen im Vordergrund, mit denen die ARGE Bahndreieck Spessart eine Alternative zu verschiedenen Trassenführungen der DB aufzeigt.

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Christian Behrendt als Referent erläuterte in dem rund 90minütigen Treffen den derzeitigen Stand und nahm dabei auch auf die Kritik Bezug, die der BUND jüngst zu den Alternativen geäußert hatte.

Der letzte offizielle Planungsstand, den die DB bekannt gegeben habe, bedinge bei Haitz einen “sehr starken Eingriff mit einer Rampe”. Die ARGE dagegen schlage vor, “dort schon das Kinzigtal zu kreuzen.” Sicher sei dies ein Eingriff in ein FFH-Gebiet (spezielle europäische Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz), aber: “das läuft bei allen Varianten nicht eingriffslos.” Ein weiterer “Knackpunkt” sei der “seitliche Abstand zur Autobahn, der, nach Forderungen der Strassenbauer, mindestens 40 Meter betragen muss.”

Das sei gerade an einer Stelle wie bei Neu- und Altwirtheim, wo die Distanz ohnehin schon schmal sei, kaum zu realisieren. Und führe zu einer “breiten Belegung der Auenfläche”, was “naturgemäß einen schlechte Bewertung mit sich bringt”, wie Behrendt erläuterte. Dessen Kritik: Die Rechtsgrundlagen einer potentiellen Autobahnerweiterung, der eine solche 40-Meter-Distanz geschuldet sei, ist der Bundesverkehrswegeplan. Und in diesem ist von keinem sechsspurigen Ausbau der A66 im genannten Teilstück die Rede. “Es handelt sich um eine absurde Phantomplanung , die unsere Variante schlechter dastehen lässt, als sie ist”, schlussfolgert Behrendt. Und: “Dieser künstliche Abstand von 40 Metern zur Autobahn ist Hinderungsgrund dafür, eine talquerende Brücke vermeiden zu können. Genau dort wo die Brücke hin soll, befindet sich ein Storchennest”, wie Behrendt bitter hinzufügte.

Zugleich erteilte Behrendt Plänen von Ingmar Gorrisen eine Absage, dessen “U-Bahn-ähnliche Lösung aufgrund der Wannenwirkung aus sicherheitstechnischen Gründen nicht umsetzbar” sei. Bezüglich der Streckenführung auf Höhe Haitz-Höchst gab Behrendt zu bedenken, dass “durch die Kurvenführung auch bei der DB-Planung eine Verlegung der Altgleise erforderlich” würde. Womit auch bei dieser Trassenführung der Rückbau der Altgleise im Raume stünde, den der BUND kritisierte. Da die Gleise in jedem Falle näher an Höchst heranrückten, stelle sich – so Behrendt - “hinsichtlich der Lärmbetrachtung die Frage, ob dann nicht tatsächlich unsere Kombinationstrasse A66 / vierspurige Gleise sinnvoller wäre.” Aus Höchster Sicht seien die von der ARGE vorgeschlagenen Gleise zwar formal näher am Ort, aber noch hinter der Autobahn und damit hinter den Lärmschutzwänden.

Die Bündelung bringe auch weitere Vorteile mit sich: Einen unkomplizierten Abraumtransport und höhere Sicherheitsstandards bei Unfällen. Da sich die Pläne der ARGE teilweise “außerhalb der vorgegebenen Korridorbreite von 500 Metern befinden, sei die Frage, “welche Korridorbreite noch akzeptiert wird.” Dennoch betonte der Referent: “Wir gehen davon aus, mit diesen Plänen ins Raumordnungsverfahren gehen zu können.” Der Kritik des BUND begegnete Behrendt entschlossen: “Man sollte doch bitte mal die Relation im Blick behalten: Wie viele talquerende Straßen gibt es im Main-Kinzig-Kreis? Und dann sollte man betrachten, wie tief die einzelne Variante auf ihre Wirkung auf die Kinzigaue bislang überhaupt untersucht wurde.” Wichtig sei vielmehr, ein “Entwicklungskonzept für die Aue” zu entwerfen. Denn das hätten die Umweltgutachter sicher noch nicht gemacht, es sollte aber noch im Raumordnungsverfahren geschehen. Bezüglich der Ablehnung des BUND, was einen “Rückbau” der alten Gleise angeht, fragte Behrendt kritisch: ”Wo soll das Problem sein, wenn die Schienen und der Oberbau weg kommen. Der Schotter kann ja liegenbleiben. Ich bin mir nicht sicher, ob diese Argumentation zu Ende gedacht wurde.”

ProWächtersbach wird sich mit der eigenen Position zu den vorgeschlagenen Alternativen, aber auch mit Vorschlägen zum Thema “Ausgleichsmaßnahmen” in den nächsten Treffen beschäftigen. Die Jahreshauptversammlung findet am Dienstag, 26.03.2019, um 19.30 Uhr in der Quelle Aufenau statt.

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