Annika Herchenröther stellte Hans Gustav Bötticher vor

Wächtersbach
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Beim jüngsten Treffen literaturinteressierter WächtersbacherInnen stellte Annika Herchenröther einen deutschen Dichter aus der Zeit der Weimarer Republik vor.

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Hans Gustav Bötticher wurde im Jahre 1883 geboren und verstarb bereits im Alter von 51 Jahren 1934 in Berlin. Der vor allem unter seinem 1919 angenommenen Künstlernamen Joachim Ringelnatz bekannte Schriftsteller, Kabarettist und Maler führte ein abenteuerliches und bewegtes Leben. Schon in der Schule wurde der zarte Junge mit der großen Nase und dem fliehenden Kinn gehänselt. Er war ein großer Streichemacher und flog deswegen auch von der Schule.Er heuerte auf einem Schiff an und wurde Leichtmatrose. Dies war nur einer seiner zahlreichen Jobs, die er zum nackten Überleben ausübte. Er war Zeit seines Lebens arm und lebte immer von der Hand in den Mund. 1909 begann er mit Auftritten in der Münchner Künstlerkneipe „Simplicissimus“, wo er zum Hausdichter wurde, auch erste Veröffentlichungen gab es zu dieser Zeit. 1914 meldet er sich voller Kriegsbegeisterung freiwillig zur Marine – die Begeisterung kühlt dann sehr schnell ab. Auch nach seiner Heirat mit seiner geliebten „Muschelkalk“, wie er seine Frau liebevoll nannte, lebte er in ständiger Geldnot.

1930 beginnt seine Karriere als reisender Vortragskünstler. Er reist durch ganz Deutschland und verdient auch zum ersten Mal etwas mehr Geld mit seiner Kunst, doch bereits 1933 belegen ihn die Nazis mit einem Auftrittsverbot. Seine Bücher werden beschlagnahmt und verbrannt. Die Jahre der Armut und Entbehrung hatten Ringelnatz gezeichnet und 1934 starb er in Berlin an Tuberkulose. Trotz seines harten entbehrungsreichen Lebens schaffte Ringelnatz ein Werk, dass als skurril, expressionistisch, witzig und geistreich gilt. Einer seiner Leitsätze war: „Wenn alle Stricke reissen, häng ich mich auf!“ Annika Herchenröther brachte drei seiner humoristischen Gedichte zum Vortrag: DieAmeisen, Avant Propos und Mein Wannenbad. Letzteres schildert sehr anschaulich und vergnüglich die Freuden eines heissen Wannenbades und regte die Zuhörer zu lebhaften Erinnerungen an eigene frühere Erfahrungen mit Badeöfen, Waschlappen, Plastikschiffchen und schwappendem Badewasser an.

Der nächste Stammtisch wird am 10.9. um 19:30 Uhr sein, wieder im Kikeriki.

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