Wächtersbach gegen Rassismus: "Wir gehören zusammen"

Wächtersbach
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Bei einem Gewaltverbrechen am Mittwochabend in Hanau hat ein Rassist zehn Menschen und sich selbst getötet.

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Diese Tat sorgt für Trauer und Entsetzen, auch in Wächtersbach. Besonders nach dem Anschlag auf einen Eritreer im vergangenen Sommer. Ganz Wächtersbach ist tief entsetzt. „Wir trauern um die Opfer dieser unfassbaren Bluttat von Hanau. In unserer wehrhaften Demokratie ist kein Platz für radikale Terrorauswüchse. Diesen müssen wir entschieden entgegentreten. Wir verurteilen jegliche Form von Hass, Hetze, Rassismus, Diskriminierung und Gewalt“, sind sich in Wächtersbach alle einig.

Nach dem Attentat in Hanau haben Bürgermeister Andreas Weiher (SPD), Erster Stadtrat Oliver Peetz (SPD) und Stadtverordneter Harald Krügel (SPD) dem Ausländerbeirat und den Vertretern des Moscheevereins absolute Solidarität mit den hier lebenden Menschen mit Migrationshintergrund bekundet. Das gute Verhältnis, das seit Jahrzehnten in Wächtersbach zwischen „Ausländern“ und „Einheimischen“ besteht, soll weiterhin gefestigt werden. Auch Wächtersbach ist eine Stadt, die sich nach Kriegsende aus vielen Menschen verschiedener Herkunft weiterentwickelt hat. Die deutsche Wirtschaft, und damit das gesamte deutsche Sozialsystem, wäre ohne die vielen „Gastarbeiter“, die in den 60er- und 70er-Jahren nach Deutschland kamen und produktiv in Industrie und Wirtschaft mitgearbeitet haben, nicht da, wo sie heute steht. Viele Dienstleistungen und Arbeiten könnten ohne „Migranten“ gar nicht mehr geleistet werden.

Dass sich nun in dritter und vierter Generation Hass und Rassismus so weit entwickelt haben, dass die Menschen schlicht und einfach Angst haben, bedarf gesamtgesellschaftlicher Aktivitäten, um dem nachhaltig und vor allem sofort entgegenzuwirken. Was die Kinder in Kitas und Schulen vorleben, nämlich ein völlig unbelastetes, freundschaftliches Miteinander, muss auch in den älteren Generationen gelebt werden, ob in Vereinen, am Arbeitsplatz oder im ganz einfachen Alltag. Ausländerfeindlichen, rassistischen Aussagen oder Handlungen ist entschieden entgegenzutreten. Bürgermeister Andreas Weiher wünscht sich zudem mehr Aktive in den Wächtersbacher Vereinen. Die Vereine haben sich vor Jahren schon geöffnet, in mehreren Sprachen haben sie sich in einem entsprechenden Heft vorgestellt, sie sind „offen für Alle“ und freuen sich über jedes neue Mitglied, egal welcher Herkunft oder welchen Alters. Gemeinsam fordern Ausländerbeirat und Magistrat mehr Polizeipräsenz, um das stark angeschlagene Sicherheitsgefühl zu verbessern. „Wachsam sein, verdächtige Hinweise ernst nehmen und an die Polizei oder das Ordnungsamt melden, sei auch ein Gebot der Zeit“, so Bürgermeister Andreas Weiher.

Einig sind sich alle, dass man sich gegenseitig schätzt und einfach nur gemeinsam in Frieden leben möchte. Weiterhin sind sich alle auch einig darin, dass die schreckliche Tat in Hanau den Zusammenhalt in Wächtersbach stärken und man weiterhin gemeinsam konsequent gegen Hass, Hetze und Rassismus vorgehen wird.

Foto: Vertreter des Ausländerbeirats und des Moscheevereins sowie der Stadt Wächtersbach.

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