Parksanierung: Welche Bäume müssen fallen?

Wächtersbach
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Zum Stammtisch mit Charakterköpfen des Altstadtfördervereins Wächtersbach trafen sich am 4. Juli gleich eine ganze Reihe engagierter und sachkundiger Köpfe im schönen Schlosspark zu einer Bestandsaufnahme in Sachen Parksanierung.

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Die wichtigsten Ergebnisse fasst der Altstadtförderverein in einer Pressemitteilung mittels Fragen- und Antworten-Katalog zusammen.

Frage: Welche Bäume müssen fallen, um einen freien Blick vom Marktplatz zum Schloss zu gewähren?
Antwort: Der Blick vom Marktplatz zum Schloss ist völlig intakt. Er wird gartenbaulich gesäumt von einer Gruppe Ulmen zur Linken, einer Gruppe Akazien zur Rechten und der Hecke hinter dem Gefallenendenkmal. Hier dürfen keine Bäume entfernt werden. Durch ein neues Parkkonzept könnte der Marktplatz zumindest teilweise, z.B. an der dem Schloss zugewandte Seite, autofrei gehalten werden.

Frage: Ist es eine Wächtersbacher Besonderheit, dass zum Park ein forstwirtschaftlich zu bewirtschaftender Wald gehört?
Antwort: Ein Wald, der forstwirtschaftlich bewirtschaftet werden muss, ist Bestandteil vieler vergleichbarer Parks.

Frage: Gehört zum Park auch die Wiese mit Bachläufen?
Antwort: Die Wiese mit Bachläufen gehört nicht nur zum Park, sie ist ein typischer Bestandteil solcher Parks. „Wiesentäler“ dieses Stils schmücken eine Vielzahl klassischer und romantischer Parks. Die Wiese wurde vor Jahrzehnten restauriert. Sie darf nicht angetastet werden und ist, wie eine Teilnehmerin treffend anmerkte „wunderschön“.

Frage: Gehören zum Park auch die Einfriedungen?
Antwort: Zu einem solchen Park gehören auch die Mauern, die ihn einfrieden. Leider wurden in der Vergangenheit einzelne Mauern beseitigt. An vielen Stellen sind sie noch vorhanden.

Frage: Welcher Stellenwert kommt dem Wegenetz im Park zu? Ist es unvollständig oder unpraktikabel?
Antwort: Wege sind der „stumme Führer im Park“. Im Vergleich im anderen Parks haben wir ein sehr kunstvoll gestaltetes Wegenetz auf engstem Raum. Dieses ist vollständig und gewährt vollständige Zu- und Übergänge. Leider ist öffentliches Kartenmaterial hier unvollständig. Im Faltplan des Altstadtfördervereins ist es vollständig wiedergegeben.

Frage: Welcher Stellenwert kommt dem Schlossrandweg zu?
Antwort: Der Schlossrandweg wurde mittlerweile vollständig beseitigt. Ihm kommt im Wegenetz ein hoher Stellenwert zu. Die Spitzkehre vor dem ehemaligen Rosenhügel wurde bereits vor Jahrzehnten beseitigt, die anderen beiden Teile in jüngster Zeit. Der Verlauf des Schlossrandwegs muss wieder kenntlich gemacht und die Zier- und Begrenzungssteine aus Basalt wieder eingesetzt werden.

Frage: Gelten im „Pleasureground“ am Schloss besondere denkmalpflegerische Anforderungen?
Antwort: Im Pleasureground gelten keine denkmalpflegerischen Anforderungen, die von denen im übrigen Park abweichen. Einen typischen Pleasureground gab es in Wächtersbach zwar nicht, aber typische Bestandteile davon wie etwa ein Tennisplatz. An seiner Stelle befindet sich heute der Spielplatz.

Frage: Welche weiteren typischen Bestandteile eines romantischen Parks finden oder befanden sich in Wächtersbach?
Antwort: Die mächtigen alten Rhododendren, der ehemalige Rosenhügel auf dem Schlossplatz als Zielpunkt der gartenbaulich unverändert hervorragend gestalteten Blickachse (heute befindet sich hier eine Kastanie), Feldsteinstufen (reparaturbedürftig), Schwanenhäuschen, ehemalige Rundbank mit Baum auf der Aussichtsterrasse (Philippsruhe als Keimzelle des Parks), Pferde- und Hundegrab und vieles andere mehr.

Frage: Welcher Stilrichtung folgt denn der Schlosspark?
Antwort: Bodenbender kannte bei seiner Ankunft in Wächtersbach und Meerholz die heute noch berühmten klassischen Parks in Hessen und Bayern (Friedrich Ludwig Sckell). Es begann aber bereits das Zeitalter der Romantik (Hermann von Pückler-Muskau). So hat der Park von beiden Stilrichtungen etwas.

Frage: Eignen sich Begriffe wie Volkspark, Bürgerpark oder Begegnungsstätte für die Beschreibung des Parks?
Antwort: Ein Volkspark ist im heutigen Verständnis ein nicht gestalteter Stadtpark, stand früher aber auch für einen öffentlichen, gestalteten Englischen Landschaftspark. Ein Bürgerpark oder eine Begegnungsstätte sagen nur aus, dass es sich um einen öffentlichen Park handelt.

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