Altenpflege und Kinderbetreuung unter einem Dach

Wächtersbach
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Kürzlich hat die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Müller zusammen mit Bürgermeister Andreas Weiher (SPD), dem Fachbereichsleiter Martin Horst und dem Pflegedienstleiter der Sozialstation, Artur Poloczek, das Alte Amtsgericht in Wächtersbach besichtigt.

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Dieses wird gerade umgebaut, damit künftig 36 Kindertagesstätten-Kinder im Erdgeschoss und eine Tagespflegeeinrichtung für 16 Pflegebedürftige im Obergeschoss untergebracht werden können. Damit diese beiden wichtigen sozialen Aufgaben schon bald unter einem Dach erfüllt werden können, wird die Innenausstattung des Gebäudes gerade entsprechend angeglichen und barrierefrei ausgestattet. Zudem wird das Gebäude energetisch saniert und an das Fernwärmenetz der Bio-Energie angeschlossen, wie Bürgermeister Andreas Weiher berichtete. Im Rahmen der Sanierung wird es außerdem einen Ergänzungsbau für zwei zusätzliche Gruppenräume der Kita geben, eine Dachterrasse auf dem An- und Neubau dient der Tagespflege als zusätzlicher Außenraum.

„Die Besonderheit des Projekts ist der generationsübergreifende Ansatz in einem Gebäude, wovon mit Sicherheit beide Altersgruppen profitieren“, freut sich Bürgermeister Andreas Weiher. „So schaffen wir Platz für neue Kita-Plätze und leisten mit der Tagespflegeeinrichtung, die von der Sozialstation der Stadt Wächtersbach betreut wird, einen wichtigen Beitrag für Senioren und ihre Angehörigen“, so der Bürgermeister. Damit stellt die Stadt sich auch auf den steigenden Pflegebedarf ein, der sich schon seit einigen Jahren abzeichnet. Seit der Übernahme der hauswirtschaftlichen Versorgung im Jahr 2017 sei die Zahl der Patienten von circa 150 auf fast 250 gestiegen, wie Fachbereichsleiter Horst und Pflegedienstleiter Poloczek berichteten.

Bettina Müller zeigte sich begeistert über die Pläne für die neue Nutzung des Gebäudes. Den steigenden Bedarf an Pflegeplätzen sehe man nicht nur in Wächtersbach, sondern in fast jeder Kommune. Es sei wichtig, dass die Städte und Gemeinden bei diesem wichtigen Thema vorangehen. Dabei müssten sie auch besser von Bund und Land unterstützt werden. Der steigende Pflegebedarf und die Erfahrungen der letzten Monate machen, so die Abgeordnete,  ein weiteres wichtiges Thema deutlich: wie wird Pflege in Zukunft finanziert? „Auf dem Höhepunkt der Pandemie waren sich alle einig: wer einen so wichtigen Beruf übernimmt, der muss auch ordentlich bezahlt werden. Wenn gleichzeitig immer mehr Menschen auf Leistungen aus der Pflegeversicherung angewiesen sind, braucht es deutlich mehr Geld für die Pflege.“ Da die Pflegeversicherung zudem nur eine Teilkaskoversicherung ist, könnten die Kosten für Betroffene deutlich steigen. Bereits jetzt sei ein Drittel der Pflegebedürftigen durch den hohen Eigenanteil auf Sozialhilfe angewiesen.

„Deshalb hat die SPD im vergangenen Jahr beschlossen, den Eigenanteil von Betroffenen zu deckeln, Kosten für die medizinische Behandlungspflege von der Pflege- in die Krankenversicherung zu übernehmen und die Pflegeversicherung durch Bundeszuschüsse zu stärken. So können Pflegekräfte besser bezahlt werden, ohne dass die Kosten für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen explodieren“, so Bettina Müller. Dass jetzt auch die Union in Person von Gesundheitsminister Spahn diese Problematik erkannt habe, sei ein Fortschritt. Die gerechte Finanzierung der Pflege werde in den kommenden Monaten und auch im anstehenden Bundestagswahlkampf ein wichtiges Thema sein.

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