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Und das gehe weit über das finanzielle Überleben hinaus: Interessante Aspekte für das moderne Vereinsleben in der heutigen Zeit hatte Mario Wolf am Samstag, 7. Mai, zum „Stammtisch mit Charakterköpfen“ des Altstadtfördervereins Wächtersbach in den Gartensaal der Rentkammer mitgebracht – und dazu für jeden ein kleines Säckchen Salz aus der König-Heinrich-Sole in Bad Soden-Salmünster. Der Referent war sechs Jahre lang – von 2015 bis 2020 – Erster Vorsitzender des Schützenvereins Stolzenberg Bad Soden und gehört dem Vorstand nun als „Schützenoberst“ an, außerdem ist er Erster Vorsitzender des Vereinsrings in der benachbarten Kurstadt an der Kinzig. Und die Sache mit dem Salz – die klärte sich im Laufe seines Vortrags, der eine lebhafte Diskussion auslöste.

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In Salmünster geboren und in Bad Soden aufgewachsen wohne er jetzt wieder in Salmünster, erklärte der 48-Jährige. Schon seit seiner Geburt sei er Mitglied des 1957 gegründeten Schützenvereins Stolzenberg, denn sein Vater sei damals der Vorsitzende gewesen. Das Schützenwesen sei Bestandteil der deutschen Kultur, Schützenvereine hätten sich gegründet, um ihr Dorf zu beschützen. Sie seien von einem Schützenkönig geführt worden. Die Schützenvereine in der heutigen Zeit üben das Schießen als Sport aus, so auch der Schützenverein Bad Soden, in dem dieser Sport in mehreren Disziplinen ausgeführt wird, vom Bogenschießen über das Luftgewehr bis zum Klein- und Großkaliber. Dabei würden die Schützenvereine und diejenigen Mitglieder, die über Waffenbesitzkarten verfügen, streng kontrolliert. Aber der Bad Sodener Verein beschränkt sich nicht auf den Schießsport, wie im weiteren Verlauf des Vortrags deutlich wurde. Insbesondere, um junge Mitglieder zu gewinnen, müsse man mehr bieten. „Wir kämpfen gegen Handy, X-Box und Fernsehen, also müssen wir uns etwas einfallen lassen“, brachte es Mario Wolf auf den Punkt. Von Anfang an habe sich der Schützenverein Bad Soden in das Vereinsleben der Stadt eingebracht – weswegen er gerne das Amt des Vorsitzenden des Vereinsrings Bad Soden bekleide - und sei mit seinen mehr als 180 Mitgliedern ein aktiver Teil des Vereinslebens in Bad Soden-Salmünster. Dazu gehöre, mit anderen Vereinen die Kirmes und Feste zu organisieren, eigene Veranstaltungen am Schützenhaus durchzuführen, und nicht zuletzt habe sich der Verein auch an der Durchführung der 700-Jahr-Feier Bad Sodens vor 26 Jahren beteiligt. Er stellte als Teil dieses historischen Festes das Salzsieden dar, denn das unter anderem eisenhaltige Salz der Solequellen waren schon im Mittelalter ein begehrtes Handelsgut und führte dazu, dass aus Soden ein Heilbad wurde. Historisch gewandet führten Mitglieder des Vereins also das Salzsieden vor: In großen Pfannen wurde mittels eines Holzfeuers die Sole verdampft und so das Salz gewonnen. Aus dem hohen Eisengehalt erklärt sich auch die rostbraune Farbe der Salzproben, die Mario Wolf zum Stammtisch mitgebracht hatte. Seit der 700-Jahr-Feier sei diese Salzsiedergruppe ein fester Bestandteil des Vereins, so führe dieses Handwerk bei verschiedenen Gelegenheiten vor. Aus dieser Salzsiedergruppe habe sich auch noch eine Böllergruppe entwickelt. Und in diesem Jahr im September sei die 725+1-Jahr-Feier Bad Sodens geplant, bei der sicher auch das Salzsieden wieder ein Programmpunkt werden wird. In den vergangenen zwei Jahren hätten die Aktivitäten der Vereine sehr unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie gelitten, so Mario Wolf, jetzt sei es wieder an der Zeit, Feste zu feiern. „Die Menschen haben einen großen Nachholbedarf.“ Für jeden Verein sei es wichtig, seine Identität zu wahren, er müsse aber auch offen sein für Neues. Zu den treibenden Ideen gehörten auch Mitglieder, die bereit seien, dabei mitzumachen. Dies ist dem Bad Sodener Schützenverein offensichtlich gelungen.

Dies war der Punkt, als die Diskussion über das Vereinsleben in Wächtersbach begann. Als erstes wurde festgestellt, dass es hier keinen Vereinsring gibt, der gemeinsame Aktivitäten plant. Das Altstadtfest der Wächtersbacher Vereine und Geschäftsleute, die früher einmal in der „Interessengemeinschaft Altstadt“ organisiert waren, gibt es nicht mehr. Vorsitzende Enesa Aumüller erinnerte daran, dass der Altstadtförderverein für sechs Jahren gegründet worden sei, und mit seinen satzungsgemäßen Zwecken „Förderung des Denkmalschutz und der Denkmalpflege“ sowie „Förderung von Kunst und Kultur“ gebe es gemeinsame Schnittmengen mit anderen Wächtersbacher Vereinen wie dem Heimat- und Geschichtsverein, dem Förderverein „Schloss+Park“ und dem Kleinkunstkreis „Märzwind“. Mitglieder nannten die „Kunstroute“ in der Altstadt als ein Beispiel, wie es dem Altstadtförderverein gelungen sei, mit Kunst und Kultur einen Beitrag zur Belebung der Altstadt zu leisten und damit zugleich die Geschäftswelt zu unterstützen. Als Rat gab Mario Wolf den Wächtersbacher Vereinen abschließend mit auf den Weg: „Es ist wichtig für einen Verein, bei Politik und Religion neutral zu sein.“ Mehr über den Schützenverein Stolzenberg Bad Soden gibt es im Internet unter www.sv-stolzenberg.de.

Foto: Mario Wolf (Dritter von links) gab Mitgliedern des Altstadtfördervereins auch wertvolle Tipps, wie man ein Vereinsleben in Schwung hält. Foto: Altstadtförderverein/Frank Schäfer


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