Wegen Ukraine-Krieg: Wächtersbach baut Fernwärmenetz schneller aus

Wächtersbach
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Die Stadtwerke haben für das Jahr 2022 ein zusätzliches Auftragsvolumen von einer Million Euro beschlossen, um schneller mehr Eigenheimbesitzern in der Wächtersbacher Innenstadt den Anschluss an das Holzhackschnitzel-Heizkraftwerk zu ermöglichen.

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"Vorbehaltlich des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung am 19.05.2022 haben sowohl die Stadtwerke Wächtersbach GmbH als auch die Bioenergie Wächtersbach GmbH somit in Ihren jeweils kürzlich stattgefundenen Sitzungen die Weichen für einen deutlich beschleunigten Fernwärmenetzausbau gestellt. Gerade vor dem aktuellen Hintergrund des Ukraine-Krieges und den damit verbundenen Gasliefer-Engpässen und Preisanstiege ist es aus unserer Sicht besonders wichtig, die Wächtersbacher Innenstadt in einem maximal beschleunigten Netzausbau innerhalb der nächsten 4 bis 5 Jahre, wenn möglich komplett, zu erschließen“, so Geschäftsführer der Stadtwerke, Bürgermeister Andreas Weiher (SPD).

Die Kapazität des vorhandenen Heizkraftwerkes sei für diese Menge an Wärmeabnahme bereits ausgelegt. Nun soll der Ausbau des Wärmenetzes bis zur Kapazitätsgrenze erfolgen. "Die Stadtwerke zusammen mit der Bioenergie planen hierfür in den nächsten Jahren bis zu 10 Millionen Euro zu investieren. Vor dem Hintergrund der aktuell äußerst kritischen Situation in der Ukraine ist es mehr denn je ein unumgänglicher Schritt in die Unabhängigkeit der Wärmeversorgung von Wächtersbach“, so Weiher.

Durch die gefassten Beschlüsse in den Gremien der beiden GmbHs seien die zusätzlichen Gelder für das Jahr 2022 bereits bereitgestellt und die Baufirmen beauftragt worden. „Gerade bei der Materialbestellung muss schnell und vorausschauend reagiert werden, da Lieferzeiten mittlerweile exorbitant gestiegen sind. Die gesamte Marktlage in dieser Hinsicht ist schwer einschätzbar, die Lieferketten und -zeiten haben sich massiv verschoben und verlängert. Daher wurde von Seiten der Bioenergie in der Rohrmaterialbestellung schnell gehandelt, um von dieser Seite keine Leerlaufzeiten im weiteren Netzausbau zu verursachen“, so Geschäftsführer (Bioenergie) Jörg Lotz.

Geplant sei künftig der Ausbau an mehreren Stellen in Wächtersbach gleichzeitig. Die Baufirmen sollen mit mehreren Kolonnen vor Ort sein, um die Arbeiten zügig voranzutreiben. So sollen in Kürze die Bereiche „An der Etzweide“, „Am Roten Berg“ und im und rund um den „Kapellenweg“ mit Fernwärmeleitungen erschlossen werden. "Es wird allerdings weiterhin so sein, dass immer dort gebaut wird, wo es am meisten Interessenten und abgeschlossene Wärmelieferungsverträge gibt. Anders lässt sich dieser Kraftakt nicht finanzieren. So kann es durchaus sein, dass kurzfristig zuerst andere Bereiche der Wächtersbacher Innenstadt erschlossen werden. Hierbei ist entscheidend wo mit einem definierten Mitteleinsatz ein Maximum an Bürgern zusätzlich mit Fernwärme versorgt werden kann.  Ihr Interesse bekunden Sie bitte über die Homepage der Bioenergie Wächtersbach GmbH über www.bioew.de. Hier finden Sie auch weitergehende Informationen. Bereits seit einigen Jahren gibt es auch Überlegungen und Vorplanungen bezüglich des Anschlusses der Stadtteile (Talgemeinden) an das Fernwärmenetz. Das Interesse der Bürger ist auch hier groß", heißt es in der Pressemitteilung weiter.

„Wir sind uns der Wichtigkeit und Notwendigkeit eines Netzausbaus in den Stadtteilen absolut bewusst“, so Weiher. Allein mit dem vorhandenen Heizkraftwerk sei das allerdings nicht zu schaffen. "Laut Netzberechnungen müssten hier weitere Stationen zwischengeschaltet werden, um die Kapazitäten für die Stadtteile der Talgemeinden zu erreichen. Am ehesten wäre dies für die Stadtteile Hesseldorf und Neudorf auf Grund Ihrer geographischen Lage machbar. Aber auch hier ist ein zusätzlicher technischer Mehraufwand mit Pumpstation und einem weiteren Wärmeerzeuger unumgänglich. Weiterhin muss bei einer Erschließung der Stadtteile mit einem höheren Wärmepreis von ca. 10 % gerechnet werden. Dies kommt schon allein durch weniger Endkunden an deutlich längeren Rohrleitungsstrecken auf Grund einer wesentlich lockereren Bebauung zustande. Wirtschaftlichkeit wird hier voraussichtlich nur durch einen maximalen Anschlussgrad erreicht werden. Hier wird man vermutlich auch nochmal in eine ganz neue Richtung denken müssen, um die Unabhängigkeit von Öl und Gas für die Bürgerinnen und Bürger in den Stadtteilen zu erreichen. Vorstellbar wäre zum Beispiel auch die Gründung einer neuen eigenständigen Gesellschaft, bei der die Bioenergie ihre Erfahrung einbringt und die technische Ausführung übernimmt. Dann könnte man auch Überlegungen für eigenständige Stadtteil-Heizungen auf der Hochebene Wittgenborn-Waldensberg-Leisenwald anstellen. Bisher aus Kostengründen völlig undenkbar, aber nun – wenn alle EigentümerInnen mitziehen – nicht mehr ausgeschlossen“, so Weiher.

„Erste Lösungsansätze in dieser Richtung gibt es bereits. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke beabsichtigt, ein Planungsbüro zur Machbarkeitsstudie für ein Fernwärmenetz für alle Stadtteile beauftragen zu lassen. Insgesamt zeichnet sich für Wächtersbach ein sehr positiver Weg bei der Bereitstellung regenerativer Wärme ab. Die Bürgerinnen und Bürger sind immer weniger immensen Öl- oder Gaspreisschwankungen ausgesetzt. Hiermit leistet die Stadt Wächtersbach einen immer größer werdenden Beitrag zum Klimawandel und Klimaschutz“, so die Geschäftsführer der beiden Gesellschaften abschließend unisono.


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