Seit 2010 brütete das Weißstorchenmännchen mit Helgolandring DEW 5 X 900 alljährlich erfolgreich auf dem Wächtersbacher Brutmast und zog mit vier verschiedenen Partnerinnen hier insgesamt acht Junge groß. Vor wenigen Tagen wurde es tot am Fahrradweg zwischen Wirtheim und Wächtersbach aufgefunden.
Es wurde nur sechs Jahre alt. Vermutlich prallte es beim Nahrungsflug in Richtung „Eiserne Hand“ gegen einen vorbeifahrenden Zug.
Der Wächtersbacher Brutvogel erblickte im Jahr 2008 auf einem Storchenbrutmast bei Schöneck-Büdesheim das Licht er Welt und wurde als Halbwaise flügge, denn auch damals verunglückte ein Elternvogel mitten in der Brutzeit tödlich in einer Stromleitung. Schon als Zweijähriger siedelte er sich dann bei Wächtersbach an und blieb diesem Brutstandort ein Leben lang treu, während eine seiner Schwestern Niedermittlau als Brutsandort wählte. Er überwinterte wohl regelmäßig in Spanien; seine letzte Ringablesung stammt vom 15.1.2013 aus El Porcal, in der Nähe von Madrid.
Infolge des nasskalten Wetters im Mai gab es auch im Wächtersbacher Stochenhorst Jungvogelverluste und
es überlebte nur ein Jungvogel. Da die sogenannte Huder- und Bewachungsphase längst vorbei ist und die Nahrungsbedingungen in der Aue witterungsbedingt gut sind, schafft es das verbliebene Storchenweibchen den jetzt sieben Wochen alten einzigen Jungvogel alleine großzuziehen, was durch Beobachtungen am Storchenhorst von Johannes Hetterich aus Gelnhausen belegt ist. Anders als in 2010, als das damalige Wächtersbacher Storchenweibchen in einer Stromleitung umkam, drei Junge im Nest saßen und die Nahrungsbedingungen wegen mehrwöchiger Trockenheit schlecht waren, muss in diesem Jahr also keine menschliche Zufütterung per Eintagsküken erfolgen.
Aufgrund seiner Ringmarkierung und der alljährlichen Brutpartneridentifizierung im Main-Kinzig-Kreis durch den Storchenschützer Werner Peter von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), konnte der Unglücksstorch unmittelbar nach seinem Auffinden dem Wächtersbacher Neststandort zugeordnet werden. Hätten hier in diesem Jahr mehr Junge im Nest gesessen, so wäre eine gezielte Artenschutzhilfsmaßnahme per Zufütterrung durch die HGON möglich gewesen, wodurch die Bedeutung der Weißstorchenberingung erneut deutlich wird. Der Wächtersbacher Jungstorch der Generation 2013 konnte allerdings nicht beringt werden, da die dortige Aue zum möglichen Beringungszeitpunkt zu feucht und nicht befahrbar war.
Natürlich setzt die HGON ihre kreisweiten Schutzmaßnahmen für Weißstorch und Co fort. Hierfür werden Spenden erbeten: HGON-Konto: 7720165, VR Bank MKK, (BLZ: 506 616 39).
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