Stadtwerke investieren kurzfristig 500.000 Euro in Leitungsnetz

Wächtersbach

Die Stadtwerke Wächtersbach GmbH will die Trinkwasserversorgung in Wächtersbach erweitern und optimieren.

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Dafür soll der frühere Brunnen der Brauerei, der nach einem durchgeführten Pumpversuch eine Förderkapazität von 300.000 m³ Wasser pro Jahr besitzt, in das Netz integriert werden. In Anlagen, die mit hohem Aufwand saniert werden müssten, soll hingegen nicht mehr investiert werden – vielmehr will man durch Zentralisierung der Wasseraufbereitung die alten Anlagen nach und nach stilllegen, führen Bürgermeister und Geschäftsführer Rainer Krätschmer und Prokuristin Christine Bräuer zum Geschäftsbericht 2012 der Stadtwerke Wächtersbach GmbH aus.

Wie beide weiterhin berichten, sind die Wasserrechte für den ehemaligen Brauereibrunnen in Beantragung, der Grundstückserwerb wird in den nächsten Wochen vollzogen. Dieser Brunnen soll künftig einen Großteil des Wasserbedarfs von Wächtersbach abdecken und so den - bei Starkregen durch Trübung beeinträchtigten - Tiefbrunnen Mittbach entlasten. Der Tiefbrunnen Mittbach wird derzeit bereits bei eintretender Trübung durch einen installierten Trübungsmesser sofort abgeschaltet, dafür kommen dann der ehemalige Brauereibrunnen sowie der Tiefbrunnen Dietrichsberg zum Einsatz.

Da die vorhandene Aufbereitungsanlage am Tiefbrunnen Dietrichsberg stark sanierungsbedürftig ist und ein Neubau mit ca. 250.000 Euro „zu Buche schlagen würde“, ist diese Investition somit unwirtschaftlich im Vergleich zum Bau einer Verbindungsleitung zu einer bestehenden modernen Aufbereitungsanlage.

Deshalb ist der Bau einer Verbindungsleitung zwischen dem Tiefbrunnen Dietrichsberg und der Pumpstation Erlenmühle in Planung, die den ehemaligen Brauereibrunnen mit einschließt. In einem zweiten Bauabschnitt wird dann eine neue Leitung zwischen der Pumpstation Erlenmühle und dem Hochbehälter Höchster Weg gebaut, da die vorhandene für diese Wassermenge nicht ausreichend groß dimensioniert ist. Im Hochbehälter „Höchster Weg“ durchläuft das Frischwasser die Aufbereitungsanlage und geht von dort zur Verteilung ins Netz. Dazu habe man sich entschlossen, da somit eine Sanierung der Aufbereitungsanlage mit weiterführenden Betriebskosten am Brunnen Dietrichsberg entfallen kann; ebenso kann der Hochbehälter Dietrichsberg in naher Zukunft stillgelegt werden. Der hierfür noch notwendige Lückenschluss zwischen dem Ortsnetz und der vorhandenen Druckerhöhungsanlage erfordert keine hohen Baukosten.

Die bereits bestehende Verbindungsleitung zwischen der Pumpstation Erlenmühle und dem Hochbehälter Höchster Weg soll langfristig in der entgegengesetzten Richtung betrieben werden, um bereits aufbereitetes Trinkwasser nach Wittgenborn fördern zu können. Somit kann langfristig gesehen, die permanent gechlorte Quelle Kalkrain gleichfalls vom Netz genommen werden. Ergebnis wäre hier eine wesentliche Verbesserung der Trinkwasserqualität für Wittgenborn.

Als weiterer Schritt ist eine Verbindungsleitung zwischen Neudorf und Aufenau geplant, welche die Versorgungssicherheit des Stadtteils Aufenau erhöht, da bisher hier eine Leitung von Wächtersbach besteht. Der bereits seit mehr als 20 Jahren ungenutzte Brunnen Hesseldorf soll ebenfalls stillgelegt werden. Laut Überwachungsbehörde würde demnächst eine kostenintensive Sanierung der Anlage anstehen, weshalb man sich entschieden hat, diese Investitionskosten einzusparen und die Anlage stillzulegen, um an anderer Stelle sinnvoller investieren zu können.

„Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Wächtersbach GmbH hat einer Investition in Höhe von 500.000 Euro bereits zugestimmt. In den letzten fünf Jahren wurden keine Darlehen in Anspruch genommen. Die geplanten Investitionen sollen nun über Kredite finanziert werden, eine Gebührenerhöhung ist nicht vorgesehen“, so Krätschmer gegenüber der Presse.

Abschließend informierten Bürgermeister/Geschäftsführer Rainer Krätschmer und Prokuristin Christine Bräuer darüber, dass es für Neudorf eine Überarbeitung des bestehenden Wasserschutzgebietes durch das Regierungspräsidium Darmstadt gebe. Hier wird die Stadtwerke Wächtersbach GmbH Vereinbarungen mit den Landwirten anstreben, um die Düngemittelausbringung zeitlich und mengenmäßig festzulegen, damit die Qualität des Trinkwassers auch weiterhin auf dem hohen Standard sichergestellt werden kann.

So wird auch zukünftig die Stadtwerke Wächtersbach GmbH das Leitungsnetz für das Trinkwasser „Lebensmittel Nr.1“ weiter modernisieren und optimieren und hohe Investitionen für die Versorgungssicherheit der Wächtersbacher Bürger tätigen – bekräftigen Krätschmer und Bräuer.

 


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