Weil sie ihr Wohnhaus im Wächtersbacher Stadtteil Wittgenborn selbst angezündet haben und anschließend rechtsradikale Schmierereien an den Wänden anbrachten, wurde ein aus Pakistan stammendes Ehepaar im Landgericht Hanau zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Großbrand an Weihnachten 2023 hatte für reichlich Aufsehen und zunächst für viele Solidaritätsbekunden gesorgt. Nach den Ermittlungen der Polizei hatte sich aber herausgestellt, dass der Anschlag auf die Familie nur vorgetäuscht war.
Ziel des Feuers in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 2023 war letztlich der Betrug der Versicherung, die Parolen wurden angebracht, um die Polizei auf eine falsche Spur zu führen. An insgesamt zwölf Stellen in dem Wohnhaus in Wittgenborn waren unter anderem die Parole „Ausländer raus“ und Hakenkreuze gefunden worden. Das rief unter anderem auch Politiker aus Wächtersbach und dem Main-Kinzig-Kreis auf den Plan, die sich mit den vermeintlichen Opfern solidarisierten. Vor dem Haus fand eine Demonstration gegen Ausländerfeindlichkeit statt, es wurden Spenden für die Familie gesammelt. Umso größer war der Schock, als sich herausstellte, dass es sich um einen Schwindel handelte.
Auf der Anklagebank im Landgericht saßen zunächst vier Familienmitglieder und ein Freund der Familie. Im Verlauf des seit Dezember 2024 laufenden Prozesses konzentrierte sich die Anklage dann aber auf das Ehepaar. Demnach soll der Mann das Feuer gelegt haben, um an eine Versicherungssumme in Höhe 350.000 Euro zu kommen. Das Landgericht verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von sieben Jahren Gefängnis. Seine Ehefrau hat nach Überzeugung des Gerichts die fremdenfeindlichen Sprüche an den Wänden angebracht und zuvor auch wertvolle Gegenstände aus dem Haus gebracht. Ihr bleibt das Gefängnis erspart, sie wurde zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de


















