Tiefgründige Unterhaltung charmant verpackt

Musik

Einmal im Jahr lädt die Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) und der Arbeitskreis „Literatur und Poesie“ der Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt (IGHA) zu einer in seiner Form und Struktur äußerst bemerkenswerten Melange aus Literatur und Musik ein.

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„Lyrik unterm Ginkgobaum“ lautet das Veranstaltungs-Motto, in dem rezitierte Textpassagen bekannter Dichter und Autoren auf mehr oder weniger bekannte Musikwerke treffen und sich im besten Falle zu einer fruchtbaren Symbiose vereinen. So freuten sich neben den ausführenden jungen Künstlerinnen und Künstlern auch die Initiatoren des Konzertes - sowohl Hildegard Geberth als Vertreterin des Arbeitskreises als auch Jürgen Scheuermann in seiner Funktion als Direktor der KRS -, über einen proppenvollen Schlossgartensaal der KRS.

Auch wenn das Publikum aus akustischen Überlegungen heraus nicht direkt unter dem im KRS-Pausenhof wachsenden Ginkgobaum saß, so konnte man ihn doch zumindest durch die Fenster erspähen. „Abschied und Wiedersehen – Hello und Goodbye“ war das Thema, mit dem sich die beiden Rezitatorinnen, Monika Müller-Heusch und Ursula Illert in einer schier überbordenden Vielzahl an literarischer Ergüssen auseinandersetzten. Kleinere Textpassagen und Gedichte von Wilhelm Busch, Joachim Ringelnatz, Erich Kästner, Heinrich Heine, Johann Wolfgang von Goethe, Hermann Hesse, Robert Walser, Ernst Jandl, Rainer Maria Rilke und vielen anderen großen – und auch kleinen - Poeten beleuchteten das Thema Abschied und Wiedersehen so in den unterschiedlichsten Facetten. Einmal tiefgründig-berührend oder auch als eine flüchtige Momentaufnahme, die den Zuhörern oftmals ein Lächeln auf das Gesicht zaubern konnte.

Kongenial bereichert wurden die literarischen Perlen durch Pretiosen der Musikliteratur von Isaac und Bach bis heute. Unter dem Dirigat der KRS-Musikpädagogen Petra Weiss und Frank Hagelstange gestalteten die hochmotivierten jungen KRS-Musiker einen abwechslungsreichen Streifzug durch die Vokal- und Instrumentalmusik, bestens in Szene gesetzt durch zahlreiche Solistinnen und Solisten. Da überraschten die jungen Musiker mit Improvisationen über die Töne „A-D-E“, sogar eine „A-B-(e)S-C-H-I-E-D“s-Improvisation wurde zu Gehör gebracht. Seliges Mitsummen war „Sag beim Abschied leise Servus“ angesagt.  Auch gab es ein Wiederhören etwa mit Flotows fast verschollener Oper „Martha oder der Markt von Richmond“, daraus „Die Glocke schallt“, vorgetragen mit viel Verve, Witz und Esprit von den KRS-Solisten, -Instrumentalisten und –Chor. Einfallsreich auch der musikalische Beginn und Schluss, wurden die Gäste zunächst aus den verschiedensten Ecken im Saal mit einem kanonischen „Good evening“ begrüßt. Mit Haydns so genannter Abschiedssinfonie verließ am Ende ein Orchester-Mitglied nach dem anderen das Podium – ganz so, wie Haydns Orchester-Musiker der Überlieferung nach im Sommer 1772 auf Schloss Esterházy aus Protest über einen heiß ersehnten, aber nicht gewährten Urlaub einer nach dem anderen die Kerze löschte, bis der Fürst alleine im dunklen Saal saß.

„Ade zur guten Nacht“ singt der Saal am Ende: Nach mehr als zwei Stunden verdunkelte sich auch der Schlossgartensaal, nicht bevor die jungen KRS-Musiker und die Rezitatorinnen mit viel anerkennendem Applaus für eine gekonnt-charmante Darbietung belohnt wurden.

Foto: „Lyrik unterm Ginkgobaum“: Im voll besetzten Schlossgartensaal bereiteten die KRS-Musiker zusammen mit ihren Dirigenten Petra Weiss und Frank Hagelstange (Bild) sowie den Rezitatorinnen Monika Müller-Heusch und Ursula Illert einen vergnüglichen Abend  mit ausgesuchter Literatur und Musik. Foto: KRS


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