Ulrich Tukur: „Ich bin auf Steinau gespannt“

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Viele kennen ihn als den kauzigen Kommissar Murot aus dem hessischen Tatort: Ulrich Tukur ist für seine grandiosen schauspielerischen Fähigkeiten berühmt. Gleichwohl ist er auch ein famoser Autor und Musiker. Als solcher tritt er mit seinem Konzert „Grüß mir den Mond“ am 4. Juli in Steinau auf. Im Interview verriet er unter anderem, warum ihn dieser Himmelskörper so fasziniert.

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Von Dorothee Müller

Herr Tukur, Sie und die Rhythmus-Boys tragen während ihres Programms „Grüß mir den Mond“ auf der Bühne Pyjamas. Ist das auch privat ihre bevorzugte Schlafkleidung?
Ulrich Tukur: "Nein, seit Jahr und Tag schlafe ich so wie Gott mich geschaffen hat. Im Winter mit Unterhemd. Oben."

In einem Porträt in der „ZEIT“ werden sie als ruhe- und rastloser Mensch beschrieben. Welches Verhältnis haben Sie zum Schlaf?
Tukur: "Ich kann überall und fast zu jeder Zeit schlafen, und ich schlafe auch nachts gut, egal wie sehr ich mich tagsüber angestrengt habe. Dieses Talent hat mir das Leben gerettet."

Der Himmelskörper Mond strahlt nicht nur besonders hell, durch seine Anziehungskraft löst er auch Ebbe und Flut aus. Überdies wird ihm Einfluss auf die Gefühlswelt der Menschen nachgesagt. Welche Wirkung hat der Mond auf Sie?
Tukur: "In meiner Kindheit war er für mich das Sinnbild des Geheimnisses. Bevölkert von märchenhaften Wesen und spukhaften Gestalten. Ein helles Licht in schwarzer Nacht. Dann kamen die Amerikaner und entweihten unseren Trabanten. Aber seitdem ich weiß, dass es die Mondlandung gar nicht gab, ist mir der Mond wieder der vertraute Freund in einsamer Nacht."

Sie sind ein versierter Akkordeonspieler. Was macht den Reiz dieses Instruments für Sie aus?
Tukur: "Es ist einmal das Klavier der unteren Schichten gewesen, der fahrenden Leute, die Orgel des Zirkus, des Varietés und der verrauchten Kaschemmen. Und es hat für mich immer noch etwas davon. Man kann mit diesem Instrument alles spielen vom Shantie bis zu Schubert, Sie haben ein ganzes Orchester in der Hand und können es hinschleppen, wohin Sie wollen."

Ulrich Tukur - preisgekrönter Theater- und Filmschauspieler, Musiker, Autor. Sie sind ein Multi-Talent. Was bedeutet Kunst für Sie?
Tukur: "Die Abbildung unseres Lebens in seiner Schönheit und Widersprüchlichkeit. Eine Verzauberung, die es uns leichter machen soll, dieses Leben zu verstehen und zu bestehen."

Unvergessen ist ihre intensive Zusammenarbeit mit Intendant Peter Zadek an der Freien Volksbühne Berlin und im Hamburger Schauspielhaus. Was haben Sie von Zadek gelernt und was würden Sie ihm sagen, wenn er noch am Leben wäre und Sie sich auf ein Glas Wein mit ihm träfen?
Tukur: "Zadek war ein sehr schwieriger Mensch, aber das größte Glück, das mir im Theater widerfahren ist. Er hat mir beigebracht, mich nicht zu verstellen und aufrecht zu spielen. Säße ich ihm bei einem Glas Wein gegenüber, würde ich mich von Herzen bei ihm bedanken und am Ende die Rechnung bezahlen. Denn eines war er auch: furchtbar geizig."

Von Ihnen stammt das Zitat „Die großartigsten Momente gibt es im Theater, und nur dort.“ Wann sind Sie wieder auf der Bühne zu sehen?
Tukur: "In Steinau an der Straße, am 4. Juli."

Ihre Wahlheimat ist Italien. Sie leben mit ihrer Frau auf einer Insel bei Venedig. Warum ausgerechnet dort?
Tukur: "Weil meine damalige Freundin es so wollte. Mich zog es nach Frankreich. Als sie mir sagte, Franzosen seien wie Deutsche, die Italiener spielten, musste ich sehr lachen, denn sie hatte irgendwie recht. Ich war entwaffnet, heiratete sie und zog mit ihr nach Venedig."

Sie haben hessische Wurzeln und schon als kleiner Junge am Großkrotzenburger See geangelt. Wiesbaden und das deutsche Fernsehpublikum kennen Sie als Tatort-Kommissar Murot. Mit welchen Gefühlen denken Sie an den Auftritt in Steinau an der Straße?
Tukur: "Hessen ist für mich immer ein Stück Heimat geblieben. Ich wurde hier geboren und habe die durchgehend längste Zeit meiner Jugend an der hessisch-unterfränkischen Grenze verbracht. Ich mag die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen hier und liebe ihren Dialekt. Außerdem kenne ich Steinau an der Straße nicht und bin gespannt, wie es dort aussieht. Ist es nicht schön, immer wieder etwas Neues kennenzulernen?"

Vorverkauf

Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys präsentieren ihr Programm „Grüß mir den Mond“, am Donnerstag, 4. Juli, 20 Uhr, im Amtshof in Steinau an der Straße. bei schlechtem Wetter wird das Konzert in die Reinhardskirche verlegt. Tickets zum Preis von 40 Euro gibt es im Vorverkauf im Ticketshop Kinzigtal-Nachrichten, Obertorstraße 16, Schlüchtern; dem Museum Brüder Grimm-Haus, Brüder Grimm-Straße 80, Steinau; bei Hölzer Kommunikation, Schlüchterner Straße 8, Sterbfritz; Buchhandlung Dichtung & Wahrheit, Obertor 5, Wächtersbach.

Info unter Telefon (06661) 608 410 (tgl. 14:00 - 16:00 Uhr) oder im Internet unter www.kukikino.de

Foto-Quelle: Katharina John

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