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Das Jahr 321, aus dem die älteste überlieferte Urkunde einer jüdischen Ansiedlung in Köln stammt, ist der historisch belegte Beginn einer komplexen und wechselvollen jüdisch-deutschen Beziehung, geprägt von Zeiten der Blüte, aber auch von Hass und Gewalt.

„Ich hatte einst ein schönes Vaterland …“ - mit diesem Zitat Heinrich Heines beginnt das Gedicht „Im Exil“ von Mascha Kaléko, das im Jahr 1943 veröffentlicht wurde. Die jüdische Dichterin, die 1938 vor den Nationalsozialisten in die USA floh, thematisierte damit ihr Heimweh nach Deutschland. Sie ist gemeinsam mit ihrem Geistesverwandten Heinrich Heine die Namensgeberin dieses literarischen Kammermusikkonzerts, das am Sonntag, 31. Oktober, 11 Uhr im Barbarossasaal des Main-Kinzig-Forums in Gelnhausen stattfindet.

„Anlässlich des Jubiläums 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland freuen wir uns, dass uns das Ensemble Opus 45 und der bekannte Film- und Theaterschauspieler Roman Knižka mitnehmen werden auf einen musikalischen und literarischen Streifzug durch eben diese Geschichte“, kündigt Landrat Thorsten Stolz die besondere Veranstaltung an. Roman Knižka liest aus Texten jüdischer Autorinnen und Autoren deutscher Sprache, darunter Moses Mendelssohn, Rahel Levin Varnhagen, Heinrich Heine, Ludwig Börne, Else Dormitzer, Anita Lasker-Walfisch und Mascha Kaléko.

Neben den literarischen Werken stehen autobiographische Texte von in der Öffentlichkeit unbekannten deutschen Juden aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Diese Berichte aus dem Alltagsleben zeigen Glanz und Elend der jüdischen Emanzipation, die nicht selten mit einem als schmerzlich empfundenen Identitätsverlust einherging. Sie veranschaulichen die faszinierende Vielfalt jüdischen Lebens auf deutschem Boden und berichten von der Entrechtung, Vertreibung und Vernichtung deutscher Juden unter dem NS-Regime. Am Ende des knapp 90-minütigen Programms gibt es einen Sprung in die Gegenwart. Wie gestaltet sich heute, 75 Jahre nach dem Holocaust, jüdisches Leben in Deutschland? Den musikalischen Teil bilden Werke jüdischer Komponisten, wie die von Felix Mendelssohn Bartholdy, Alexander Zemlinsky, Jacques Ibert, Pavel Haas, Denès Agay und György Ligeti. Es spielt das Bläserquintett OPUS 45.

Roman Knižka wurde 1970 in Bautzen geboren, erlernte an der Dresdener Semperoper zunächst den Beruf des Theatertischlers und verließ die DDR noch vor dem Mauerfall. Nach seinem Studium an der Bochumer Schauspielschule spielte er zunächst am dortigen Schauspielhaus und begann dann, sich einen Namen in TV-Dramen, Liebesfilmen, „Tatorten“ und diversen Kinoproduktionen zu machen. Zuletzt war Roman Knižka unter anderem in der Netflix-Serie „Dark“ zu sehen, der bislang erfolgreichsten deutschen Serie des Streamingdienstes. Neben Charly Hübner spielte er außerdem in der ARD-Miniserie „Für immer Sommer 90“, die kürzlich mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Das Ensemble Opus 45 gründete sich bei einem Berliner Orchesterprojekt: Johannes Brahms’ „Ein deutsches Requiem“ (opus 45) stand auf dem Programm und ist seither namensgebend. Die Musikerinnen und Musiker des Ensembles spielen in so renommierten Orchestern wie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg oder dem Beethoven Orchester Bonn.

Diese Veranstaltung ist eingebunden in das bundesweite Festjahr #2021JLID, das der Verein „321 – 2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ organisiert und koordiniert. Der Verein wurde 2018 gegründet und geht auf die Initiative der Gründungsmitglieder Abraham Lehrer, Prof. Dr. Jürgen Rüttgers und Dr. Matthias Schreiber zurück. Weitere Gründungsmitglieder sind der Zentralratspräsident der Juden, Dr. Josef Schuster, die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker sowie der Journalist und ehemalige Kirchentagspräsident Hans Leyendecker. Für das Konzert ist eine Anmeldung erforderlich, diese erfolgt online über ein Anmeldeformular über die Homepage des Main-Kinzig-Kreises www.mkk.de, auf der Startseite unter Veranstaltungen. Eine weitere Möglichkeit ist die telefonische Reservierung unter 06051 8513718.

Es gelten die aktuellen Abstands- und Hygieneregeln. Aufgrund der gültigen Vorgaben Die allgemeinen Vorgaben können nur Personen, die geimpft oder genesen sind am Konzert teilnehmen. Der Nachweis ist am Empfang vorzulegen. Die Veranstaltung findet unter dem Vorbehalt des weiteren Ver­laufs der COVID-19-Pandemie statt, organisatorische Änderungen sind möglich.

Im Main-Kinzig-Kreis findet dieses Konzert im Rahmen einer ganzen Reihe weiterer Veranstaltungen zum Thema in unserer Region statt:
⦁ Dienstag, 9. November, 17:30 Uhr, „Ich suche Dich und Dich und Dich“ - Stolpersteinführung mit Christine Raedler durch Gelnhausen, Treffpunkt: Obermarkt, vor dem Rathaus
⦁ 27. November, ab 10 Uhr: Tagung des Zentrums für Regionalgeschichte zu „Jüdisches Leben an Nidda, Main und Kinzig - Geschichte und Gegenwart“, in Gelnhausen-Meerholz, Sport- und Kulturhalle. 10 Uhr Eröffnung durch Landrat Thorsten Stolz, danach Vorträge von Erhard Bus, Isabel Gathof, Ernst Müller-Marschhausen und Christine Raedler. Nach der Mittagspause ab 14 Uhr bieten Führungen in der Gelnhäuser Altstadt vertiefende Einblicke in das jüdische Gemeindeleben.



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