Zum Muttertag meldete sich Cellyptica zurück. Aus allen Himmelsrichtungen war das Celloensemble der Musikschule Schöneck-Nidderau-Niederdorfelden im Bürgertreff Kilianstädten zusammengekommen und bot dem zahlreich erschienenen Publikum einen mitreißenden Streifzug durch Musical, Film, Swing, Pop und Rock.
Die Formation, die seit über zwei Jahrzehnten für außergewöhnliche Cello-Arrangements und genreübergreifende Programme steht, zeigte sich wieder in bestechender Spiellaune. Joachim Böhm brachte mit seiner Moderation - inklusive Werbeblock - das Publikum fortgesetzt zum Lachen, während Co-Moderatorin Gesa Neuberger um Seriosität bemüht war.
Zu ungewohnter Uhrzeit - beim ersten Matinée-Konzert der Ensemblegeschichte - gab es Backstage allerdings einige Aufregung, denn Musikschulleiter Christoph Möller schien noch im Reich der Träume zu weilen. Die fehlerhafte und blumige Anmoderation lieferte mangels Zeit eine KI. Nachdem ein reichlich verschlafen wirkender Ensembleleiter schließlich hinter seinem Cello Platz genommen hatte, verflogen die Sorgen über ein Frühkonzert: Die Eröffnung mit den hardrockigen Werken von Eicca Toppinen, Mitbegründer der finnischen Cello-Rockband Apocalyptica, weckte unweigerlich auf. Mit „Heat“ und „Path“ zeigte das Ensemble technische Präzision, die sofort für Aufmerksamkeit sorgte. Ebenso eindrucksvoll gelang die Interpretation von „Eleanor Rigby“ (Lennon/McCartney), in charakteristischer Cellyptica-Fassung.
Kontrastierend Astor Piazzollas „Libertango“ und Glenn Millers „Moonlight Serenade“.
Mit Howard Shores „In Dreams“ aus „Der Herr der Ringe“ und Karl Jenkins’ „Palladio“ zeigte Cellyptica seine große Bandbreite zwischen filmmusikalischer Emotionalität und Neo-Klassik. Es folgte eine wunderschöne Darbietung von „Faraway“ (Toppinen), bei der Christoph Möller an den Flügel wechselte und Samuel Karres an das Schlagwerk.Ein neues Glanzlicht setzte das Ensemble mit einem abwechslungsreichen „Best of Musical“- Arrangement, das Melodien aus „Cats“, „Hair“ und „Phantom der Oper“ vereinte. Den fulminanten Abschluss bildete schließlich Freddy Mercurys „Don’t Stop Me Now“ - der Finaltitel, der vor 22 Jahren den damals noch sehr jungen Protagonisten schwerfiel, wie der Spiritus rector rückblickend anmerkte.
Die Crossover-Arrangements stammten aus der Feder von Christoph Möller, für Licht und Ton sorgten Samuel Karres (Licht, E-Drumset) und René Neuberger (Ton), die mit ihrer Arbeit maßgeblich zum Konzert beitrugen. Cellyptica 2026 – Annalena Angermann, Joachim Böhm, Henri Dinse, Juliane Mindt, Christoph Möller, Sophie Pabst, Larissa Nagel, Gesa Neuberger, Franziska Redeker, Susanne Seiller und Jella Winterling – präsentierte sich als eingespieltes, homogenes Ensemble, das mit Leidenschaft und Professionalität überzeugt. Die überaus amüsante Moderation lieferten Gesa Neuberger und Joachim Böhm und erhielten den Cellyptica-Award. „Nothing else matters“ und „Mamma Mia“ als Zugaben: Mission completed!





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