Zum zweiten Schlosskonzert des Jahres hatten Förderkreis und Musikschule Schöneck–Nidderau–Niederdorfelden ins Dorfgemeinschaftshaus Oberdorfelden eingeladen.
Flötist Christoph Dorner und Pianist Martin Schmalz hatten ein interessantes Programm mit zeitgenössischer Literatur vorbereitet.
Die beiden Musiker sind durch Ausbildung und Tätigkeit Frankfurt verbunden. Der Flötist Christoph Dorner erhielt seine Hochschul-Ausbildung ebenfalls an der HfMDK. Er ist u.a. als Solist sowie in verschiedenen Ensembles tätig. Martin Schmalz ist Komponist und Pianist und studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Sein Werk verbindet Tradition und Moderne. Er hat einen Lehrauftrag als Dozent für Korrepetition und Partiturspiel an der HfMDK Frankfurt und ist gefragter Klavierbegleiter.
Unter dem Motto „Musik in extremen Zeiten“ spannten beide Musiker einen musikalisch wie historisch dichten Bogen durch die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts und verstanden es vorbildlich, das meist an traditionelle Musik gewöhnte Publikum mitzunehmen. Werke von Ferruccio Busoni, Paul Juon, Philipp Jarnach, Erwin Schulhoff und Bohuslav Martinů verdeutlichten, wie unterschiedlich Komponisten auf politische Umbrüche, Krieg, Verfolgung und Exil reagierten. Durch eine sehr informative Moderation Christoph Dorners meinte man, die Komponisten schließlich sehr genau zu kennen. Obwohl die Werke in schwierigen Zeiten entstanden, sind immer wieder durch die Flöte nachgeahmte Vogelstimmen zu hören.
Den Konzertauftakt bildete Busonis „Albumblatt“ von 1916, das trotz seiner Kürze bereits die erweiterte Tonalität des Komponisten erkennen ließ. Es folgte die dreisätzige „Sonate in F-Dur“ (1924) von Paul Juon, deren spätromantische Klangsprache Christoph Dorner und Martin Schmalz transparent gestalteten. Einen deutlichen Kontrast setzte anschließend die kantige, 1919 entstandene“ Sonatine“ von Philipp Jarnach, der Schüler Busonis und Juons war.
Besonders eindringlich geriet die viersätzige, 1927 entstandene „Sonate“ von Erwin Schulhoff, deren rhythmische Schärfe, Tänzerisches und expressive Tiefe das Publikum spürbar in den Bann zogen. Den Abschluss des Programms bildete Bohuslav Martinůs 1945 im amerikanischen Exil entstandene Sonate, die mit motorischer Energie, synkopischen Rhythmen und weitgespannten melodischen Bögen noch einmal eindrucksvoll die Spannungen und Hoffnungen jener Zeit widerspiegelte.
Christoph Dorner überzeugte mit klarer und warmer Tongebung, technisch absolut souverän, während Martin Schmalz trotz komplexester Partituren sensibler Partner war. Das Publikum dankte für die intensive musikalische Reise, die auf höchstem künstlerischen Niveau stattfand, mit langanhaltendem Applaus. Die Zugabe Foxtrott und Tango von Mátyás Seiber rundete die gelungene Programmgestaltung ab.
Das nächste Konzert findet am 31. Mai 2026 in der ev. Andreaskirche Büdesheim statt. Zu Gast wird das „Duo con moto“ mit seinem Programm "Saitentanz" sein.




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