„Helle und strahlende Akkorde“

Musik

„Frühlingsgefühle“ heißt das Motto der beiden Benefizkonzerte, die den Männer-Kammerchor DelicaTon aus Freigericht am Sonntag, 20. März, zugunsten der Stiftung Behinderten-Werk im Main-Kinzig Forum in Gelnhausen gibt.

CID

Wir sprachen mit dem Dirigenten Matthias Schmitt über soziales Engagement, Gesang und Wettbewerbserfolge.

Ihr Chor und Sie als Dirigent unterstützen mit zwei Benefizkonzerten am 20. März im Main-Kinzig-Forum die Arbeit der Stiftung Behinderten-Werk. Warum?
Matthias Schmitt: "Wir nutzen gerne die Gelegenheit, die Stiftung Behinderten-Werk zu unterstützen, weil wir uns als Chor aus der Region auch für das Zusammenleben in der Region einsetzen möchten. Begriffe wie Gemeinschaft, Teilhabe und Lebensfreude werden ja gerne mit einem Männerchor in Verbindung gebracht. Das passt gut. Wir denken, dass die Teilhabe an der Gesellschaft ein wichtiger Faktor im Leben ist und auch für Menschen mit Beeinträchtigung ohne Wenn und Aber möglich sein muss. Als wir Ende letzten Jahres unseren Sängern die Idee des Benefizkonzertes für die Stiftung vorstellten, war deshalb auch gleich eine große Bereitschaft dazu spürbar. Wenn wir mit unserer Musik viele Zuhörer erreichen, und dies auch noch für einen guten Zweck genutzt werden kann, dann ist das eine tolle Sache! Wir hoffen natürlich, dass die Konzerte gut besucht werden und wir somit sowohl für guten Chorgesang als auch für die Anliegen der Stiftung werben können."

Das Programm heißt „Frühlingsgefühle“ – was ist zu erwarten?
Schmitt: "Wer DelicaTon kennt, weiß, dass wir bei unseren Auftritten gerne eine große Bandbreite an Chorliteratur abdecken. Es lässt sich ja vieles unter das Motto „Frühling“ oder „Frühlingsgefühle“ packen: Lieder und Songs, die von Liebe, von Freiheit, von Aufbruchsstimmung oder einfach nur von gutem Wetter handeln. Wir werden dabei versuchen, viele helle und strahlende Akkorde zum Klingen zu bringen. Wenn 25 Männer zusammen vom Frühling singen, kann es aber auch schon einmal passieren, dass auf Dauer zu viel Testosteron ins Spiel kommt. Deshalb werden wir neben Vertonungen „lebensbejahender“ Texte als Kontrastprogramm auch immer wieder nachdenkliche, auf den ersten Blick „frühlingsfremde“ Stücke einstreuen."

Was ist das Besondere an DelicaTon?
Schmitt: "DelicaTon ist eine tolle Gemeinschaft, die dazu noch hervorragend singen kann. Für alle 25 Sänger kann ich sagen: Es passt auf menschlicher und musikalischer Ebene – und das seit vielen Jahren. Und ich glaube, dass wir bei unseren Konzerten die Freude vermitteln können, die wir selbst beim gemeinsamen Singen empfinden."

Der Chor ist schon bei vielen internationalen Wettbewerben ausgezeichnet worden. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?
Schmitt: "Nun ja, wir sind natürlich hin und wieder erfolgreich von einem internationalen Wettbewerb heimgekommen – zuletzt von den World Choir Games in Riga oder vom traditionsreichen Chorwettbewerb in Wales, bei dem wir als bislang erster Deutscher Chor den Grand Prix gewinnen konnten. Doch reisen wir in erster Linie zu Festivals, um von den anderen Teilnehmern zu lernen. Klar arbeiten wir akribisch an unserer Gesangstechnik, an Chorklang, Vokalausgleich, am „Aufeinander-Hören“ oder am zielgerichteten Atmen. Wir trainieren viel durch gemeinsames Proben und jeder Sänger muss auch zu Hause am Ball bleiben, muss Texte und Noten auswendig lernen und vieles mehr. Aber die vielen internationalen Chorbegegnungen haben uns gelehrt, dass es bei der Musik nicht nur um richtige und schöne Töne geht. Ein Chor muss auf der Bühne leben, er muss präsent sein. Und er muss es schaffen, sein Publikum zu erreichen und zu berühren – mit den Stücken, die er ausgesucht und vorbereitet hat. Das klingt vielleicht etwas esoterisch, aber ich glaube darin liegt das Geheimnis eines jeden musikalischen Erfolges. Letztendlich sind aber alle Auftritte nur Momentaufnahmen und „Erfolge“ bei Wettbewerben nur begrenzt aussagefähig…"

Frage: Was ist ihre wichtigste Aufgabe als Dirigent?
Schmitt (lacht): "Dass wir zusammen anfangen und zusammen aufhören."

Welches Lied, das sie für die Benefizkonzerte einstudieren, mögen Sie besonders gern? Und warum?
Schmitt: "Ich liebe Richard Strauß‘ „Vor den Türen“. Das ist zwar wirklich ein „Anti-Frühlings-Stück“, denn es geht um einen Menschen, der sich sein ganzes Leben lang ständig hinten anstellen musste und in allen Lebenslagen dann doch immer abgewiesen wurde. Aber ich finde es herrlich komponiert und es erfordert viel Feingefühl vom Chor (was er zumindest in den Proben bereits hin und wieder unter Beweis stellen konnte). Die „Saltarelle“ von Camille Saint-Saens ist auch toll! Ein sechs Minuten lang dauerndes „Auf geht’s, stell dich nicht so an, wir wollen feiern!“, verortet im römischen Faschingstrubel des 19. Jahrhunderts. Sehr charmant ist das „Flieger, grüß mir die Sonne“, im Arrangement unseres „zweiten Dirigenten“ Volker Bernhart. Also: ich freue mich schon auf die Konzerte!"

Karten für die Benefizkonzerte, die entweder um 11 Uhr oder um 17 Uhr im Barbarossa-Saal des Main-Kinzig-Forums Gelnhausen beginnen, kosten 20 Euro und sind hier erhältlich: Lokal „Zur Hoffnung“ in Bernbach, In der Burg 7, Telefon: 06055/9345-220; bei Raphael Trageser, Telefon: 06051/60 98 888 und im Café „Lili Marleen“ in Gelnhausen, Vor der Kaserne 6, Telefon: 06051/9218-1008.

Foto: Freut sich auf „Frühlingsgefühle“: Dirigent Matthias Schmitt.


Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de


Thermo Sun
Harth & Schneider
VR Bank Main-Kinzig-Büdingen eG
Kreiswerke Main-Kinzig

online werben

Höfler Fenster
Autohaus Koch
Autohaus Nix
Messe Wächtersbach
CID

vogler banner

Evonik

vogler banner

Online Banner 300x250px MoPo 2