„Kanaken-Landrat“: Diese Hass-Briefe erhielt Pipa

Politik

Der erste der beiden Hass-Briefe an Landrat Erich Pipa des bisher unbekannten Absenders „Initiative Heimatschutz Kinzigtal“ wurde mit Datum vom 21. Juli dieses Jahres  an die  Postfachadresse der Kreisverwaltung in Gelnhausen geschickt. „Verbal-Radikale“ nannte der Landrat jetzt den oder die Versender dieses Briefes, der auch bereits direkt an ihn persönlich gerichtet war. „Sozipack“ und „Schaumschläger“ waren darin noch die harmloseren Beleidigungen, in den gewählten Formulierungen wird die politische Gesinnung des oder der Absender und der Hass gegen Ausländer und Flüchtlinge mehr als deutlich.

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bedrohung3bedrohung5bedrohung4„Quartiere doch ein paar Kanaken in deinem Privatanwesen ein, wenn du nicht genug davon bekommst“, war diesen schriftlichen Formulierungen auch ein Zeitungsartikel der „Kinzigtal Nachrichten“ über das Richtfest der Erweiterung der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber „Hof Reith“ in Schlüchtern beigefügt. Aufgemalt wurde darauf ein Pfeil, der wohl einen Blitz darstellen soll und der genau auf dem Kopf von Pipa landet. Neben vielen unsäglichen Aussagen enthält der Brief aber auch bereits konkrete Drohungen. „Noch so ein Unsinn und du wirst dein sehen, was passiert“, soll dieses „dein“ in diesem Satz wohl als „dann“ zu verstehen sein. Und weiter heißt es: „Wir wissen fast alles über dich, du Ratte. Fühle dich nur nicht zu sicher“, hatte Pipa nach der zusätzlichen Ankündigung in dem Brief, dass derzeit über ihn ein Bewegungsprofil erstellt werde, daher auch bereits im Juli die Polizei eingeschaltet.

Deutlich konkreter wurde es allerdings jetzt in dem in dieser Woche eingetroffenen zweiten Schreiben mit Datum vom 8. September. „Du hast dich nicht gebessert, du stinkende Ratte. Wir hatten dich gewarnt“, heißt es da gleich zu Beginn. Und weiter: „Das Netz zieht sich enger um Dich. Wir kennen deine Termine.“ Dann wird konkret auf den kommenden Sonntag und die Veranstaltung „Kinzigtal Total“ eingegangen. „Aber wir können jederzeit Jemanden in der Besucherschar platzieren, der Dich aus dem Weg räumt. Die Gelegenheit ist günstig“, ist diese Formulierung zumindest für Pipa unmissverständlich, zumal es danach noch heißt: „Weitere Gelegenheiten wird es natürlich auch geben. Es gibt keine absolute Sicherheit. Besonders nicht für dich, du Stinktier aus Meerholz.“ Aufgedruckt ist auf diesem Schreiben ein Foto von Erich Pipa, das mit einem roten Filzstift durchkreuzt wurde. Dabei soll es sich laut Pipa um einen Ausschnitt aus dem aktuellen Flyer für „Kinzigtal Total“ handeln, der haushaltsabdeckend im Main-Kinzig-Kreis verteilt wurde.

Ob es inzwischen Hinweise darauf gibt, woher diese Briefe stammen, dazu sagt die Polizei nichts, aufgrund einiger Formulierungen glaubt der Landrat allerdings, dass der oder die Absender im Raum Steinau, Schlüchtern oder Sinntal ansässig sind. Im ersten Brief wird nämlich auf den Verkauf der Anteile des Main-Kinzig-Kreises am Energieversorger „ÜWAG“ aus Fulda eingegangen, was ansonsten wenig Beachtung im westlichen Teil des Main-Kinzig-Kreises gefunden hat. Zudem deutet auch der mitgeschickte Artikel der Tageszeitung „Kinzigtal Nachrichten“, deren Redaktion in Schlüchtern sitzt, auf einen Bezug zum so genannten „Bergwinkel“ hin. Und: Die Schreiben durchliefen das Briefzentrum der Deutschen Post in Eichenzell im Kreis Fulda, ebenfalls ein Hinweis darauf, dass sie zumindest im östlichen Kreisgebiet abgeschickt wurden.

Bisher nicht in Erscheinung getreten ist die „Initiative Heimatschutz Kinzigtal“. Vermutlich soll es sich dabei um eine Anspielung auf eine ähnlich lautende Gruppierung in Thüringen handeln, die mit einer eindeutig rechtsextremen Gesinnung öffentlich in Erscheinung getreten ist. In den vergangenen Jahren war die rechtsradikale Szene im Main-Kinzig-Kreis dagegen kaum auffällig geworden, auch der Ostermarsch in Bruchköbel verlief zuletzt ohne Zwischenfälle. Vor zwei Jahren wurde im Steinauer Stadtteil Marjoß aufgrund befürchteter rechtsextremer Tendenzen eine Informationsveranstaltung durchgeführt. Von einem Zusammenhang zu den Briefen ist bislang allerdings nichts bekannt.


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