Ein sprechendes Kamel, ein Aschenputtel unserer Tage, ein unerschrockenes Computergenie und Jungdetektive voll skurriler Einfälle – Bücherhelden, die nicht nur Spannendes erleben, sondern vor allem mit Sprachwitz punkten, haben die verliebten Vampire und Drachenreiter der vergangenen Jahre von den vorderen Plätzen der bevorzugten Bücher offenbar verdrängt.

So waren moderne und modernisierte Märchen, High-Tech-Thriller und Schülergeschichten fast wie aus dem richtigen Leben der bevorzugte Lesestoff, mit dem sich die Mädchen und Jungen der sechsten Klassen der Bertha-von-Suttner-Schule in diesem Jahr auf den Lesewettbewerb ihres Jahrgangs vorbereitet hatten. Auf einen Märchenklassiker griff auch Stufenleiter Joachim Kenner zurück, der die Siegerehrung der besten Vorleserinnen im Rahmen einer kleinen Feierstunde durchführte und zum Auftakt der Veranstaltung mit einem Ausschnitt aus „Der Wolf und die sieben Geißlein“ an die Lesetradition erinnerte, die die gebürtigen Hanauer Jacob und Wilhelm Grimm mit ihrer Märchensammlung begründeten.
Der Vorlesewettbewerb wird seit 1959 jedes Jahr vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und sonstigen kulturellen Einrichtungen veranstaltet. Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und zählt zu den größten bundesweiten Schülerwettbewerben. Fast 700.000 Schülerinnen und Schüler des 6. Jahrgangs beteiligen sich jedes Jahr. Auch an der Bertha-von-Suttner-Schule ist die alljährliche Teilnahme fest im Schulprogramm verankert. Wochenlang drehte sich bei den Mädchen und Jungen der Jahrgangsstufe Sechs im Deutschunterricht alles rund ums Buch. Lieblingsbücher wurden präsentiert, eine Lesenacht mit selbst geschriebenen Gruselgeschichten veranstaltet und natürlich innerhalb der Klassen das Vorlesen trainiert, um beim Höhepunkt der Bücherwochen, dem jahrgangsweiten Vorlesewettbewerb, bestehen zu können.
Die spannendsten und witzigsten Passagen der Lieblingsbücher galt es flüssig und atmosphärisch vorzutragen, um in die letzte Runde, den Wettbewerb der Klassensieger zu kommen. Eine Jury unter der Regie von Kerstin Petsch, der Lesebeauftragen der Schule, ermittelte aus den Klassenbesten die drei Schulsiegerinnen: Kim-Leonie Müller, Lena Schmitt und Anna Kundinger werden die Bertha-von-Suttner-Schule beim Kreisentscheid vertreten. Bei der Preisverleihung, von der Bläserklasse des 6. Jahrgangs mit rockigen Rhythmen begleitet, gab es Buchgeschenke und Urkunden für alle Klassensiegerinnen und –Sieger, dazu jede Menge Beifall von den anwesenden Mädchen und Jungen der fünften und sechsten Klassen, die der Siegerehrung beiwohnten und bei denen die Erstplatzierte ihr Lesetalent mit einer Kostprobe aus Rafi Schamis „Der Kameltreiber von Heidelberg“ unter Beweis stellte.
Foto: Die Klassensieger/innen mit Stufenleiter Joachim Kenner und Kerstin Petsch, Lesebeauftragte.
Foto: Die Schulsiegerin Kim-Leonie Müller.
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