Suttner-Schule: Prüfungsjahrgang feierte Nacht der Nächte

Nidderau

Theater, Film, eine Talkshow, Musik und nur so viele Reden, wie wirklich nötig sind – die Abschlussfeier der neunten und zehnten Klassen der Bertha-von-Suttner-Schule war geprägt von dem Anspruch, den die Schülerinnen und Schüler der Kulturschule an sich selbst stellten.

Morgenpost

suttner13 abschiedsuttner13 abschied1suttner13 abschied2suttner13 abschied3suttner13 abschied4So erlebte das hauptsächlich aus Familienangehörigen und Lehrkräften bestehende Publikum in der voll besetzten Kultur- und Sporthalle Heldenbergen eine Schülerabschlussfeier, in der sich Unterhaltung, Spaß und Tiefsinn die Waage hielten. In ihrer sehr persönlich gehaltenen Abschiedsrede zitierte Schulleiterin Manuela Brademann zum Auftakt des Abends Verse aus dem Song „Tage wie diese“ der Toten Hosen, um den Schülerinnen und Schülern ihre Wünsche und Mahnungen für den nächsten Lebensabschnitt ans Herz zu legen. „Ihr wartet seit Wochen auf diesen Tag und tanzt vor Freude über den Asphalt. Ihr hattet noch ewig Zeit.“

suttner13 abschied5suttner13 abschied6suttner13 abschied7suttner13 abschied8Da sei die Freude über die beendete Schulzeit an der Bertha, die dann doch so plötzlich gekommen sei und auch traurig stimme. Neue Wege warteten auf sie, verbunden mit Ängsten vor dem Unbekannten und vor neuen Herausforderungen. „Wir lassen uns treiben, tauchen unter, schwimmen mit dem Strom“, heißt es in dem Lied. „Genießt diese Stunden, an denen ihr euch treiben lasst, schwerelos seid“, so die Direktorin, doch „schwimmt, wenn es sein muss, auch gegen den Strom und bewahrt euch eure Kritikfähigkeit“, warnte sie gleichzeitig vor allzu viel Anpassungsstreben. Neugierde, Rücksicht auf Schwächere, die Fähigkeit zu Mitgefühl und Empathie sowie Verantwortungsbewusstsein für die eigene Zukunft in einer sozialen Gesellschaft, das seien neben dem Fachwissen die wichtigsten Lernziele und das eigentliche Rüstzeug für das Leben nach der Schule, das sich die Jugendlichen in den vergangenen sechs Jahren auf der „Bertha“ erworben hätten.

suttner13 abschied9suttner13 abschied10suttner13 abschied11Statt weiterer Abschieds-, Lob- und Glückwunschreden, die an dieser Stelle sonst Bestandteil der Schulabschlussfeierlichkeiten waren, hatte die Schülervertretung eine Talkshow vorbereitet, zu der sie Schulleitung und Elternbeirätin sowie die Vertreter der umliegenden Kommunen um einen Tisch versammelte. Nidderaus Bürgermeister Gerhard Schultheiß, sein Amtskollege Klaus Büttner aus Niederdorfelden sowie Frau Dr. Bärbel Neuer-Markmann, die für die Gemeinde Schöneck auf der Couch Platz nahm, stellten sich ebenso den Fragen der Schülervertreter wie Schulleiterin Manuela Brademann und Sonja Jüngling vom Elternbeirat. Themen der Talkrunde waren die nach wie vor unbefriedigende Situation an den Bahnhöfen der Nidderlinie mit den Schülerfallen zwischen Zugtür und Bahnsteigkante, die Ausbildungschancen der Schulabgänger und die zunehmende Bedeutung des Ehrenamts. Die spannendste Frage hatte jedoch die Schulleiterin zu beantworten: Was würde sie wohl mit einer Spende von einer Million Euro für die Bertha-von-Suttner-Schule machen?

Der Wunschzettel war anspruchsvoll und stieß auf einhellige Zustimmung im Publikum: Ein schöner Schulhof mit Spiel- und Klettergeräten, in jedem Klassenraum ein internetfähiger PC-Arbeitsplatz, für die Pausen ein Schülercafé, Workshops mit Malern, Schriftstellern und Bildhauern. Dass die Kultur auch ohne professionelle Unterstützung von außen einen hohen Stellenwert hat und qualitätsvolle Ergebnisse vorweisen kann, zeigten die Schülerdarbietungen im Rahmenprogramm des Abends: Eine rasante Folge von Musikbeiträgen, Breakdance, Sprechtheater und einer filmischen Kürzestversion von Goethes Faust, in der der Wahlpflicht-Kurs „Darstellendes Spiel“ die Wette zwischen Gott und Teufel um die Seele des zweifelnden Gelehrten auf ebenso freche wie witzige Weise in eine moderne Form gegossen hat, gestaltete den Abend äußerst kurzweilig und begeisterte das Publikum. Bevor sich der Prüfungsjahrgang mit dem gemeinsam gesungenen Abschlusslied verabschiedete, gab es Zeugnisse und natürlich Lob und Ehre für die besten.

Von den 169 Schülerinnen und Schülern des diesjährigen Abschlussjahrgangs erhielten 36 den Hauptschulabschluss, 79 erwarben einen Realschul- und 54 den Gymnasialabschluss. Schulleiterin Manuela Brademann und Stufenleiter Klemens Naß beglückwünschten als Jahrgangsbeste im Hauptschulbereich Anna Repp, Laura Tralli und Philipp Grandt mit einem Notendurchschnitt von 2,0und bei den Realschülern war es Julian Wienzek, der mit der Durchschnittsnote 1,8 das beste Zeugnis erhielt, und aus den Gymnasialklassen erzielte Carolin Heschek mit einem Schnitt von 1,5die Spitzenposition. Zum großen Finale versammelte sich anschließend der gesamte Jahrgang auf der Bühne und intonierte den Abgesang auf die Schulzeit mit der gleichzeitigen Verheißung auf das, was als nächstes kommt, zu dem die Verse der „Toten Hosen“ so gut passten: „In dieser Nacht der Nächte, die uns so viel verspricht, erleben wir das Beste, kein Ende ist in Sicht.“


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