Verkaufsoffene Sonntage müssen möglich sein

Politik

In Deutschland liegt die gesetzliche Zuständigkeit für die Regelung der Ladenschlusszeiten bei den Bundesländern.

CID

In jeder Kommune in Hessen dürfen jährlich bis zu vier verkaufsoffene Sonntage stattfinden. In Gelnhausen anlässlich des Barbarossamarkt, des Schelmenmarkt und des Herbstmarktes. An diesen Tagen dürfen die Geschäfte außerhalb der Hauptgottesdienstzeiten bis zu sechs Stunden öffnen.

Mehrmals haben in der Vergangenheit, zuletzt in Fulda, hessische Gerichte geplante verkaufsoffene Sonntage gekippt. In Fulda gerade einmal zwei Tage vor dem geplanten Sonntag, sehr zum Unmut der betroffenen Einzelhändler. Der Ärger ist durchaus verständlich, so der Kreisvorsitzende der MIT Volker Rode, denn in der Regel wird hierfür Werbung geschaltet, Produkte und Waren speziell geordert und Kosten für das eingeplante Personal gehen alle zu Lasten des Einzelhändlers. Diese zusätzlichen verkaufsoffenen Tage benötigt der Einzelhändler mittlerweile, da er mit der harten Konkurrenz des Internethandels konfrontiert wird. So lag die Umsatzentwicklung des Onlinehandels in 2013 bei 34,3 Milliarden Euro, 2016 sind es ca. 62,45 und für 2017 werden 72 Milliarden Euro prognostiziert. Das ist eine dramatische Entwicklung für den Einzelhändler vor Ort, da bekannter Weise der Kunde sein Geld immer nur einmal ausgeben kann, so Rode

Wenn, wie dies zum Teil von den Kritikern der verkaufsoffenen Sonntagen angebrachte Argument "die Menschen lehnen Einkaufen am Sonntag ab" schlüssig sein soll, dann muss man auch erklären, warum gerade der Sonntag der wichtigste und stärkste Einkaufstag im Online-Handel ist, warum Menschen über Landesgrenzen in großen Kolonnen zu verkaufsoffenen Sonntagen fahren und warum sich Massen an diesen Sonntagen durch die Innenstädte schieben?

Vielen ist nicht bewusst, das gerade der Händler vor Ort, als vitaler Motor für das Leben der Innenstädte im Zuge einer solchen dramatischen Entwicklung verloren geht, so Volker Rode der auch Mitglied im Bundesvorstand der MIT ist. Was wäre denn ein Schelmenmarkt, ein Barbarossamarkt oder ein anderer Markt der Region, ohne den verkaufsoffenen Sonntag?-Mit Sicherheit nicht mehr so attraktiv!

"Hier ist seitens der MIT der Landesgesetzgeber gefordert, wir wollen Planungssicherheit für den Händler vor Ort. und gemeinsam mit der MIT Hessen fordern wir die Möglichkeit, vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr ohne Einschränkungen durchzuführen", so Volker Rode.


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