„Bau- und Bodendenkmäler atmen den Geist unserer Geschichte. Daher wollen wir sie erhalten und denen helfen, die tatkräftig daran mitarbeiten“, erklärte Landrat Erich Pipa.

Eine Förderung richtet sich an die Eheleute Christa und Erhard Ullrich Düll, die in Bad Orb ein Einfamilienhaus in der Rotahornallee saniert haben. Der eingeschossige Putzbau auf hohem Sockelgeschoss mit seitlichem Anbau stammt aus dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts und ist bis heute weitgehend unverändert erhalten geblieben. Es handelt sich um ein schönes Beispiel kleinerer Landhäuser, die sich an das Kurparkgelände nach Süden anschließen. Besonders in Anbetracht der modernen Großbauten in der Umgebung ist es für die Entstehungsgeschichte des Kurviertels ein herausragendes Gebäude. Anfang 2014 hatten Christa und Erhard Ullrich Düll das Haus erworben und mit den Sanierungsarbeiten begonnen, die viel Eigenleistung abverlangten.
Darüber hinaus werden die Arbeiten an zwei Bodendenkmälern gefördert. Das eine Projekt betrifft das Gräberfeld in Nidderau-Windecken. Rund um die Baumaßnahmen im Neubaugebiet „Allee Süd IV“ fanden bereits 2008 bis 2010 archäologische Ausgrabungen statt, in diesem Jahr dann noch einmal im Bereich des angrenzenden Grünstreifens. Dabei wurden unter anderem Teile eines bedeutenden eisenzeitlichen Gräberfeldes aufgefunden, das aus einer Zeit um etwa 800 vor Christus bis etwa zur Zeitenwende stammt. Der Verein für Vor- und Frühgeschichte im unteren Niddertal bewahrt die Funde auf, restauriert und konserviert sie, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Diese ehrenamtliche Arbeit unterstützt der Main-Kinzig-Kreis.
Ein zweites archäologisches Grabungsprojekt wird in Neuberg bezuschusst. Unter der Leitung von Kreisarchäologe Claus Bergmann sicherten unter anderem Ehrenamtliche in einem Neubaugebiet die Funde eines römischen Brandgräberfeldes. Dabei handelt es sich um ein für diese Zeit üblichen Grabtypus in Europa; zu finden waren verbrannte Überreste von Toten als Brandschüttung oder in Gefäßen, Urnen, aus Ton, Stein oder Metall. Da es in Neuberg keinen Geschichtsverein gibt, der die Präsentation der Funde für die Öffentlichkeit organisieren und finanzieren könnte, hat das die Gemeindeverwaltung bereits zu einem Großteil übernommen und getragen. Die noch ausstehenden Kosten hat der Denkmalbeirat des Kreises zur Verfügung gestellt.
Foto: Landrat Erich Pipa (hinten, stehend) überreicht Zuschüsse in der Denkmalarbeit.
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