Stoppschilder zwischen Ausbildungswegen abbauen

Politik

Die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung war kürzlich wieder einmal Gegenstand der Diskussion im Hessischen Landtag.

Die Regierungs-fraktionen von CDU und Bündnis 90/Grüne, hatten zu den Anstrengungen des Landes, die Stoppschilder zwischen den Ausbildungswegen abzubauen, einen eigenen Antrag eingebracht, teilte hierzu der Sprecher für berufliche Bildung der CDU-Landtags-fraktion, Hugo Klein (Freigericht) mit.

Wie der CDU Bildungspolitiker berichtete, konnten zum Wintersemester 2016/17 erstmals in Hessen junge Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung auch ohne Berufserfahrung und Abitur ein Studium aufnehmen. Dies sei deshalb möglich, weil die gesellschaftliche Anerkennung von Bildungswegen für uns nicht erst mit einem Doktortitel oder Magister-abschluss beginnen und das Berufsleben eines jungen Menschen nicht zwangsläufig mit Abitur und anschließendem Studium seinen Lauf nehmen müsse, betonte Klein, der ergänzend hinzufügte, dass berufliche und akademische Ausbildung für uns den gleichen Stellenwert haben, denn beide eröffneten attraktive Zukunftsperspektiven und Weiter-entwicklungsmöglichkeiten. Überdies sei beides auch für den wirtschaftlichen und gesell-schaftlichen Erfolg des Landes Hessen von enormer Bedeutung. Für diese gesellschaftliche Wertschätzung werben wir und tragen dazu bei, Stoppschilder zwischen den Bildungswegen abzubauen.

Nach Angaben von Hugo Klein habe man Absolventen für die Meisterprüfung bereits seit 2005, und für vergleichbare Abschlüsse der beruflichen Aufstiegsfortbildung seit 2010, eine Möglichkeit zum Studium an den hessischen Hochschulen geschaffen. Zusätzlich sei im vergangenen Jahr mit der Neufassung des Hessischen Hochschulgesetzes der Weg zu einem Modellversuch eröffnet worden, der es Absolventen mit mittlerem Bildungsabschluss erstmals ermögliche, bereits nach einer dreijährigen anerkannten Berufsausbildung mit mindestens der Abschlussnote 2,5 einen prüfungsfreien Zugang zu allen gestuften Studiengängen an den Hochschulen des Landes zu erhalten.

Interessant sei auch die aktuelle Meldung, wonach zum Wintersemester 2016/17 erstmals 80 junge Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung, auch ohne Berufserfahrung und Abitur in 37 Studiengängen ein Studium aufgenommen haben. Hugo Klein verwies darauf, dass es für alle, die sich mit Leidenschaft und Engagement für eine duale Ausbildung entscheiden, bedeute, dass eine erfolgreiche berufliche Ausbildung in Hessen nicht der Abschluss des Bildungsweges sein müsse, sondern der Ausgangspunkt weiterer Schritte, sei es zu einem Meisterbrief oder zu einem Studium, sein könne. Kein Abitur zu haben, sei auch keineswegs eine Sackgasse, weshalb den Eltern empfohlen werden müsse, ihre Kinder nicht einseitig auf bestimmte Bildungswege festzulegen.

Voller Selbstbewusstsein stellte Hugo Klein, der Sprecher für berufliche Bildung der CDU-Landtagsfraktion fest, dass man in Hessen die Attraktivität der beruflichen Bildung sowohl für Abiturienten, Studien-Absolventen wie Studien-Abbrecher, durch gemeinsame Initiativen mit den Industrie- und Handelskammern sowie dem Handwerk in Hessen, steigere. Auch die Berufs- und Studienorientierung in den Schulen verbessern wir kontinuierlich, zusammen mit den relevanten Akteuren. Ein Beispiel hierfür seien die Anstrengungen der Partner im Rahmen des ‚Bündnisses Ausbildung Hessen 2015 – 2019‘, die sich zum Ziel gesetzt haben, den Übergang von der Schule in den Beruf so zu gestalten, dass junge Menschen zügig und entsprechend ihren Interessen und Kompetenzen in eine berufliche Ausbildung vermittelt werden können. Wir werden uns auch weiterhin für die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung einsetzen und das ausdrücklich nicht nur in eine Richtung, resümierte Hugo Klein abschließend.


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