Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler hat die Entscheidung der SuedLink-Planer begrüßt, die Erdkabeltrasse nicht durch den Main-Kinzig-Kreis, sondern weiter östlich über Thüringen verlaufen zu lassen.
Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler hat die Entscheidung der SuedLink-Planer begrüßt, die Erdkabeltrasse nicht durch den Main-Kinzig-Kreis, sondern weiter östlich über Thüringen verlaufen zu lassen.
„Entscheidend für mich war, dass die Trassensuche diesmal ergebnisoffen, transparent und faktengeleitet verläuft. Das war von Beginn an der Fall. Daher bin ich nicht nur heute vom Ergebnis her, sondern auch vom methodischen Vorgehen insgesamt sehr zufrieden“, erklärte Simmler.
Wie am Dienstagnachmittag bekannt wurde, will der Übertragungsnetzbetreiber Tennet die Leitungen zwischen der Nordsee und Süddeutschland über Thüringen als Vorzugstrasse bei der Bundesnetzagentur beantragen. „Diese Entscheidung ist ich fachlich sehr gut nachvollziehbar“, sagte Simmler. „Ich hatte zusammen mit dem Bürgermeister der Gemeinde Sinntal, Carsten Ullrich, im vergangenen Jahr bei der gemeinsamen Infoveranstaltung in Sterbfritz schon deutlich gemacht, dass der Planungsstrang durch den Main-Kinzig-Kreis zwei große Mankos hatte. Er war zum einen äußerst dünn, im Gegensatz zu einem breiteren und flexibleren Planungskorridor über Thüringen. Zum anderen weist alleine der Abschnitt im Bereich Sinntal derart viele und bedeutende Raumwiderstände auf, dass Natur- und Umweltschutzrecht hier arg strapaziert worden wären. Insofern halte ich die Trassierung, die die Planer jetzt gewählt haben, für geeigneter.“
Der Main-Kinzig-Kreis wie auch die Gemeinde Sinntal hatten ihre Einwände gegen eine Trassierung durch den östlichen Kreisteil im vergangenen Jahr eingereicht. Eine der Erdkabelvarianten hätte über Sinntal verlaufen können, von Ziegelhütte kommend in einer geschwungenen Linie und an Schwarzenfels vorbei zur Kreisgrenze. Der Kreis und die Gemeinde machten die Planer auf größere geografische und naturschutzrechtliche Hindernisse aufmerksam, die einer solchen Kabellinie im Wege stünden. Auf einer Informationsveranstaltung in Sterbfritz hatten sie im Oktober vergangenen Jahres zudem anhand von Plänen explizit auf besonders schützenswerte und sensible Landschaftsteile hingewiesen.
Der Main-Kinzig-Kreis stützte sich in seiner Einwendung auf die Expertise des Fachbüros Oecos. Dieses verweist in seiner Stellungnahme auf mehrere Bereiche, in denen einer Trassierung hohe natur- und artenschutzrechtliche Bedenken entgegenstehen. Diese Gebiete fallen teils in die „Raumwiderstandsklasse I“, insbesondere „FFH-Gebiete“. Derlei Gebiete stellen für die Trassenplaner nach eigenen Angaben „einen Sachverhalt mit sehr hohem Raumwiderstand dar, der im Falle vorhabenbedingter Beeinträchtigungen erhebliche Umweltauswirkungen erwarten lässt und aufgrund der besonderen Schwere der Beeinträchtigungen im Verfahren in besonderem Maße entscheidungsrelevant sein kann“.
„Unsere fachlichen Einwände sind berechtigt“, urteilte Umweltdezernentin Susanne Simmler, „die Argumente gegen die West-Variante des SuedLinks sind stark genug. Diese Route ist nicht umsetzbar.“ Sie bedankte sich in dem Zusammenhang bei ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlichem Raum, die seitens des Kreises den Planungsprozess begleiten.
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