Volkstrauertag: Zentrale Gedenkfeier in Gelnhausen

Politik

Die Hoffnung nicht aufgeben, dass irgendwann alle Menschen in Frieden und Freiheit leben, dazu hat der Hessische Innenminister Boris Rhein in Gelnhausen aufgerufen. In der Barbarossastadt fand gestern die zentrale Gedenkfeier des Landes Hessen zum Volkstrauertag statt.

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Nach einer Gedenkstunde im Barbarossasaal des Main-Kinzig-Forums wurde mit der Kranzniederlegung auf dem Friedhof in Gelnhausen ein Zeichen für den Willen zum Frieden im 21. Jahrhundert gesetzt. Gastgeber waren der Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Gelnhausen.

Aufklärung, Gedenken und Trauer seien eine zentrale Aufgabe der Gesellschaft, erklärte Landrat Erich Pipa bei der Begrüßung der Gäste im Main-Kinzig-Forum. Einen wichtigen Beitrag dazu leiste der Volksbund mit seinen 800 Mitgliedern im Main-Kinzig-Kreis. Pipa mahnte zu Solidarität und Offenheit, für Fremdenfeindlichkeit und rechtsradikales Gedankengut dürfe kein Nährboden geschaffen werden.

„In der Gegenwart auf die Geschichte schauen und der jungen Generation die Lehren, die daraus zu ziehen sind, deutlichen machen“, lautete die Botschaft, die Boris Rhein mit nach Gelnhausen gebracht hatte. Der hessische Innenminister sprach die Hoffnung aus, „dass irgendwann aus dem Volkstrauertag ein Volksfriedenstag wird“. Am Sinn solcher Gedenkveranstaltungen habe er, wie auch später der Gelnhäuser Bürgermeister Thorsten Stolz betonte, selbst Jahrzehnte nach Kriegsende in Deutschland keine Zweifel. „Unsere Aufgabe ist es, sich der Geschichte zu stellen“, so der Innenminister.

Rhein hatte vor wenigen Tagen bei einem Besuch in Israel hautnah selbst erlebt, wie schnell sich eine scheinbar friedliche Situation verändern kann. „Plötzlich heulen Sirenen, die Menschen müssen in Schutzräume, für meine Generation ist das vollkommen unvorstellbar“, drückte er sein Mitgefühl für die Menschen in Israel, aber auch im Gaza-Streifen aus. „Dass die Situation in wenigen Tagen so eskaliert, hatte keiner von uns erwartet“, war Rhein anlässlich einer Sicherheitskonferenz in Tel Aviv und hielt sich in seinem Hotel auf, als Raketen in Richtung Israel flogen und die Sirenen losgingen.

Der Innenminister gedachte zudem den Soldaten und Polizisten, die während ihrer Amtsausübung ihr Leben verloren haben. „Sie sind es, die mit ihrem Einsatz dafür sorgen, dass wir hier in Deutschland in Frieden leben können“, nahm Rhein auch Bezug zu den aktuellen Vorwürfen gegen vier hessische Polizisten, in der Frankfurter U-Bahn einen Mann verprügelt zu haben. „Rassismus und das Brechen von Regeln, für deren Einhaltung die Polizisten sorgen sollen, haben in der hessischen Polizei keinen Platz“, vertraue er ganz der Ermittlungsarbeit der Staatsanwaltschaft, um diesen Fall aufzuklären. „Vorverurteilungen sind nicht angebracht“, sei zunächst das Ergebnis abzuwarten.

Dass sich hinter jedem Opfer auch ein persönliches Schicksal verbirgt, machten zehn Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Schulen Gelnhausen deutlich. „Krieg und Gewalt: Eine Spurensuche“ lautete das Thema ihres Projekts im Rahmen des Religionsunterrichts, das sich mit Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft in Gelnhausen beschäftigte. „Unserer Meinung nach sollten die Opfer nicht in Vergessenheit geraten, da sie ein Teil der Gelnhäuser Geschichte sind und immer bleiben werden“, trugen sie Namen von Opfern vor, die aus der Barbarossastadt kamen oder dort bestattet sind.

Nach der Gedenkstunde im Barbarossasaal, die vom Jazz-Quartett der Musikschule Main-Kinzig begleitet wurde, warteten Busse auf die Gäste für die Fahrt zum Friedhof in Gelnhausen. Dort legten Rhein und Pipa sowie auch Staatsminister a. D. Karl Starzacher, derzeit Vorsitzender des Landesverbandes Hessen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, zu den Klängen von „Ich hatt‘ einen Kameraden“, gespielt von einem Trompeter des Heeresmusikkorps 2, Kränze an den Kriegsgräbern zum Gedenken an die Opfer nieder. Jürgen Sommerfeld begleitete die nachdenklichen Minuten auf dem Friedhof mit seinem Tenorsaxophon. Die Fürbitte leisteten gemeinsam Pfarrer Markus Günther von der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Dekan Klaus-Peter Brill von der evangelischen Kirchengemeinde Marienkirche Gelnhausen.

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