Mit seiner Aussage, jüngste Vorwürfe der Jungen Union (JU) gegen ihn seien „dümmlich“, hat der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe offenbar in ein Wespennest gestochen.
Mit seiner Aussage, jüngste Vorwürfe der Jungen Union (JU) gegen ihn seien „dümmlich“, hat der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe offenbar in ein Wespennest gestochen.
Nun ist ein offener Streit zwischen JU und Jusos im Kreis entbrannt. Hintergrund: Die JU hatte Raabe kürzlich mit einer Pressemitteilung attackiert und behauptet, Raabes entwicklungspolitisches Engagement sei weit weg von den Interessen der Menschen im Main-Kinzig-Kreis. Dies hatte Raabe während des Nominierungsparteitages als Gerede „dümmlicher Bubis“ bezeichnet. Die JU hatte daraufhin nachgelegt und ihm vorgeworfen, „Berliner Häppchenparties und Reisen ins Ausland“ der Arbeit im Wahlkreis vorzuziehen. Jetzt kontern der Juso-Vorsitzenden des Main-Kinzig-Kreises Vinzenz Bailey und Susanne Wagner: „Sascha Raabe hatte völlig Recht: Die Aussagen der JU zur Entwicklungspolitik zeugen von großer Unwissenheit und einem sehr beschränkten Weltbild. Sie waren dümmlich und sie bleiben dümmlich.“
Es sei äußerst bedenklich, so Wagner weiter, dass die JU nicht in der Lage sei „über den eigenen beschränkten Horizont und die Grenzen des Main-Kinzig-Kreises hinauszudenken. Sie sollten Nachhilfe bei Frau Dr. Leikert nehmen, die sich ja ebenso wie Sascha Raabe intensiv mit außenpolitischen Fragen beschäftigt.“ Wagner verweist zudem auf Raabes Argumentation in dessen Parteitagsrede. Dort habe Raabe, seines Zeichens entwicklungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, schlüssig dargelegt, welche Auswirkungen entwicklungspolitisches Handeln auch für die Menschen im Main-Kinzig-Kreis hat. Wagner: „Von guten Arbeits- und Lebensbedingungen und fairen Löhnen weltweit, profitieren letztlich auch deutsche Unternehmen und deutsche Arbeitnehmer. Gerade die exportorientierten Betriebe hier im Kreis denken global – offensichtlich im Gegensatz zu JU.“ Außerdem sei es beschämend, dass gerade die Mitglieder der JU, die von sich behaupten würden, für eine Politik christlicher Nächstenliebe zu stehen, sich offenbar nicht für den Kampf gegen Hunger und Armut in der Welt interessierten. Wagner: „Zum Glück gibt es viele Menschen im Main-Kinzig-Kreis, die anders denken. Ich erinnere nur an die große Unterstützung die unser Altlandrat Charly Eyerkaufer für sein Engagement erfährt.“ Eyerkaufer war es auch, der Raabe auf dem Parteitag in einer sehr persönlichen Rede für seinen Einsatz für die hungernden und ärmsten Menschen gedankt hatte.
Unverschämt und unverständlich findet Bailey die JU-Äußerungen, Raabe würde lieber auf „Berliner Häppchen-Parties“ gehen und ins Ausland reisen, als sich um seinen Wahlkreis zu kümmern: „Wenn Sascha Raabe in seiner Funktion als Mitglied des Entwicklungsausschusses auf Dienstreisen ist, dann in Entwicklungsländern, häufig in den ärmsten Ländern Afrikas. Das sind sicher keine Vergnügungsreisen.“ Auch nehme Raabe neben seinen Berliner Aufgaben sehr viele Termine im Wahlkreis wahr und würde sich intensiv um die „kleinen und großen Probleme der Menschen“ im Main-Kinzig-Kreis kümmern. Einen Seitenhieb auf den CDU-Abgeordneten Dr. Tauber kann sich Bailey nicht verkneifen: „Wenn sich einer zu Häppchen und Champagner für lau einladen lässt, dann wohl eher Herr Tauber.“ Zur Erinnerung: Tauber war 2010 der Einladung eines Glücksspielbetreibers in die VIP-Loge der Münchener Allianz-Arena zum damaligen Championsleague-Spiel Bayern gegen Madrid gefolgt. „Das“, so Bailey abschließend, „würde es bei Sascha Raabe nicht geben."
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