Kavai zu ÖPNV: Nachfrage bestimmt das zukünftige Angebot

Politik

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) steht in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen.

Kreiswerke Main-Kinzig
Kreiswerke Main-Kinzig

Wie Erster Kreisbeigeordneter Dr. André Kavai jetzt in einer Pressekonferenz erläuterte, werde der wachsende Kostendruck eine erhöhte Kreativität von den Planern und Entscheidungsträgern verlangen. „Wir müssen sehr genau ausloten, was wir uns leisten können und wollen“, sagte der Verkehrsdezernent.

Mit Blick auf die Fortschreibung des Nahverkehrsplans bis 2017 machte er deutlich, dass es Verschiebungen geben werde. Steigende Personalkosten und die enormen Energiepreise engen die Spielräume für eine Ausweitung des Angebots dramatisch ein. Vor allem im ländlichen Bereich sei die Wirtschaftlichkeit der Verkehrslinien neu zu bewerten. Denn es müsse in Zukunft auch über sinnvolle Reduzierungen im Nahverkehrsangebot nachgedacht werden. Eine wesentliche Ursache sei der demografische Wandel. So sei unter anderem ein erheblicher Rückgang der zu befördernden Schüler zu verzeichnen. Kreisweit gehen die Zahlen innerhalb von zwei Schuljahren durchschnittlich um rund fünf Prozent zurück. Im Bergwinkel geht die Prognose bis 2017 von einer Verringerung um rund 17 Prozent aus.

Vor diesem Hintergrund sei es ein falsches Signal, wenn von Bundes- und Landesebene immer weniger Finanzmittel für diese wichtige Infrastruktur zu Verfügung gestellt werden, sagte Kavai als amtierender Aufsichtsratsvorsitzender des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV). Diese unsichere Ausgangslage erschwere die Planungen und bremse die Entwicklung des ÖPNV. Dabei seien ein gezielter Ausbau und eine nachhaltigen Qualitätsentwicklung gerade in der expandierenden Rhein-Main-Region ausgesprochen wichtig.  Doch hier werde Hessen aufgrund schwacher Lobbyarbeit nur unterdurchschnittlich bedacht.

Zwar habe das Land nach massiven Protesten der Kommunen die Kürzung der Zuschüsse für das laufende Jahr zurück genommen, wie es 2013 weiter gehen soll, könne aber niemand vorhersehen. „Die Verhandlungen zur weiteren Finanzierung der Leistungen stocken und seitens des Landes wird es keine finanziellen Mittel an die Kommunen geben“, schilderte Kavai die Ausgangslage. Auch für den Main-Kinzig-Kreis sei es derzeit nicht möglich, seine Aufwendungen für den Nahverkehr weiter zu erhöhen.

Dennoch sei es das erklärte Ziel, weiterhin eine echte Alternative zum Individualverkehr zu bieten. Um diese Aufgabe zu erfüllen, müssten die vorhandenen Finanzmittel zielbewusst für bedarfsorientierte Verkehrsströme bereitgestellt und bei schwachen Linienverkehren eingespart werden. Zwar seien noch keine konkreten Veränderungen beschlossen, der minimale Finanzierungsspielraum lasse jedoch kaum eine andere Wahl. So könnte bei gering genutzten Verkehren der Umfang zum Beispiel an den Wochenenden verringert werden. Auch sei  nachzudenken über alternative Bedienformen wie Anrufsammeltaxis, die nach der Novellierung im ÖPNV-Gesetz möglich seien.

„Ich erwarte in der nahen Zukunft keine gravierenden Einschnitte, sondern zunächst nur kleinere Korrekturen“, betonte Kavai. Schließlich wolle man trotz aller Schwierigkeiten ein ausgewogenes Angebot bereit halten. Daher habe sich der Koordinationsausschuss in seiner Sitzung im März zunächst um eine Bestandsaufnahme gekümmert. In der Folge ging es dann vorrangig um ein Anforderungsprofil sowie eine Mängelanalyse. Beide Ergebnisse werden nach Aussage von Dr. Kavai die Grundlage für die Angebotskonzeption sein.

„Bereits im Sommer haben wir fachliche Anregungen und  Wünsche der weit über 100 involvierten Verbände, Verkehrsunternehmen, Organisationen sowie der 29 Kommunen des Kreises erfasst“, erläuterte Kavai die weitere Schritte. Die abschließende Sitzung des Koordinationsausschusses findet voraussichtlich im Januar 2013 statt, die Beratung und Beschlussfassung über den Nahverkehrsplan erfolgt dann im Kreistag.

Das in den Gesprächen formulierte Ziel sei ein attraktiver ÖPNV zu vertretbaren Konditionen. „In den vergangenen Jahren konnten wir beweisen, dass wir dazu in der Lage sind“, zeigte sich der Verkehrsdezernent überzeugt. Mit einem realistischen Blick und vereinten Kräften sei diese Aufgabe auch in der Zukunft erfolgreich zu gestalten.


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