Grüne ergänzen Kriterienkatalog zur Gesundheitsakademie

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„Zur kommenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses werden wir einen ergänzten Kriterienkatalog zur Gesundheitsakademie vorlegen“, sagt Reiner Bousonville, Fraktionsvorsitzender der Grünen Main-Kinzig.

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Dort wird ein neuer Katalog zur Standortfindung für die Akademie für Gesundheit und Pflege erarbeitet. „Durch unsere Kritik an der ersten Standortanalyse wurde das Verfahren wieder geöffnet, nun müssen wichtige Punkte hinzugefügt werden“, so Bousonville. Intransparent, unbrauchbar und in seinen Bewertungen nicht nachvollziehbar, so lautete das Urteil der Grünen Kreistagsfraktion zur ersten Standortanalyse, bei der Wächtersbach, der Favorit des Landrats, knapp vor dem Standort Gelnhausen und Bad Soden-Salmünster „gewann“. „Kommende Woche berät der Haupt- und Finanzausschuss nun Ergänzungen zu dieser Standortanalyse. Wir haben uns mit der bisherigen grundlegend auseinandergesetzt und möchten nun wichtige Änderungen erreichen.“

Beispielsweise bei der Kategorie der Alternativnutzung: „Jedes Kriterium konnte maximal fünf Punkte erreichen, die dann mit den Faktoren eins bis drei multipliziert wurden. Gerade der Punkt der Alternativnutzung wurde mit dem Faktor drei multipliziert.“ Dies sei nicht nachvollziehbar: „Selbst die Bürgermeister der Bewerberkommunen konnten sich nicht erklären, warum dieses Kriterium überhaupt abgefragt wurde. Wenn ich ein Grundstück für die Akademie anbiete, dann ist es doch egal, ob dort auch beispielsweise ein Schwimmbad entstehen könnte. Wir möchten dieses Kriterium deswegen streichen“, erklärt Bousonville. Wichtige Änderungen gab es beim Vorschlag der Grünen auch beim ÖPNV: „Die Anbindung mit der Bahn wird mit dem Faktor drei gewichtet, die Anbindung mit dem Bus nur mit dem Faktor eins. Warum die Bahn drei Mal so wichtig wie der Bus ist, bleibt ebenfalls ein Geheimnis der Architekturfirma Rack, die die Analyse erstellt hat. Wir möchten Bus und Bahn gleichwertig mit dem Faktor drei gewichten.“

Größter Kritikpunkt der Grünen war der vergessene Faktor „Mensch“: „Deswegen haben wir hierfür zahlreiche Kriterien ergänzt, sowie den Punkt ‚fußläufige Grundversorgung‘ mit dem Faktor drei gewichtet.“ Neu hinzu kommen so Bewertungskriterien wie „Praktika-Möglichkeiten“, „Anzahl der Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäuser vor Ort“, „Freizeitangebote vor Ort“ oder „Stellenangebote vor Ort“. „Außerdem möchten wir, dass bei allen möglichen Standortorten die vorhandene Lärmbelastung gemessen wird. Es bringt nichts, einen schönen Akademiestandort zu haben, in welchem die Lernenden auf Grund des Lärms von außerhalb die Fenster nicht öffnen können.“ Ebenfalls mitbedacht werden soll die Anzahl von bezahlbarem Wohnraum: „In der bisherigen Analyse wurde davon ausgegangen, dass sich die Lernenden am herkömmlichen Wohnungsmarkt orientieren. Dies ist natürlich ein utopischer Gedanke, weswegen dieses Kriterium gestrichen werden muss. Stattdessen soll geprüft werden, ob vor Ort Wohnheime für Schüler vorhanden sind oder errichtet werden können“, erklärt der Fraktionsvorsitzende.

Fragezeichen gibt es auch bei der bisherigen Kategorie „Anbindung der Lehrenden“: „Dort wird lediglich der Abstand zwischen Main-Kinzig-Kliniken und möglichem Akademiestandort betrachtet. Es wird aber außer Acht gelassen, dass die Lehrenden auch von den anderen Standorten im Kreis zur Akademie kommen können. Deswegen ist die Sinnhaftigkeit dieses Kriteriums im Haupt- und Finanzausschuss zu diskutieren.“

Letztendlich wirbt Bousonville für den Vorschlag der Grünen: „Wir haben bereits seit Bekanntwerden der ersten Standortanalyse für eine grundlegende Überarbeitung und Verbesserung geworben. Dies möchten wir nun auch mit unserem fünfseitigen bearbeiteten und ergänzten Kriterienkatalog im Haupt- und Finanzausschuss machen. Denn das Ziel ist klar: Es muss schnell, aber nachvollziehbar, transparent und vor allem fair ein Standort für die Akademie für Gesundheit und Pflege gefunden werden. Die bisherige Arbeit des Kreises war von den Interessen einzelner politischer Akteure geprägt und nicht nach dem, was für die Schülerinnen und Schüler am besten ist.“

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